Deep Dive - Laut, bunt, kreativ - Therapie mal anders
Shownotes
Was steckt eigentlich hinter dem Ansatz der Fertigkeiten- und Interaktionszentrierten Therapien? Und warum sind diese Therapieformen so wichtig? In dieser Folge sprechen wir mit zwei Kolleginnen aus dem Bereich. Katharina Hövelmann und Oliver Kock erklären, wie die Therapieansätze genau funktionieren und was sie so besonders macht.
Wenn du dich gerade nicht gut fühlst, findest du hier wichtige Informationen und Hilfsangebote, die dir weiterhelfen können. Du bist nicht allein.
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Transkript anzeigen
00:00:02: Laut Bund kreativ, Therapie mal anders.
00:00:06: Wir sprechen über psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen mit betroffenen Angehörigen und Experten.
00:00:13: Seelen Struggle, dein Podcast der LWL-Uniklinikum.
00:00:18: Herzlich willkommen zu dieser neuen und besonderen Folge!
00:00:20: Ich freue mich ganz doll.
00:00:22: Ich bin Kai Klütingen.
00:00:22: ihr kennt mich vielleicht schon aus den anderen Folgen.
00:00:24: ich bin normalerweise im Radio und darf jetzt hier den Podcast moderieren.
00:00:30: Eine besondere Folge, weil ich hab Olli und Kata da.
00:00:36: Und Olli & Kata sind hier keine Patientinnen-Patienten sondern Therapeuten.
00:00:40: Motopäde und Ergotherapeutin?
00:00:42: Richtig!
00:00:43: Genau ja.
00:00:44: So...
00:00:45: Und ihr arbeitet in einer total geilen Einrichtung die heißt Die Fit.
00:00:48: Lass mich richtig kurz sagen Fertigkeiten und Interaktionszentrierte Therapien.
00:00:54: Richtig?
00:00:54: Gernal.
00:00:55: Boah ich war so.
00:00:56: ab jetzt will ich nicht mehr sagen weil ich bin nur froh das jetzt einfach hinter mir habe.
00:00:59: Kata versuch mal ganz kurz zu sagen In deinen Worten, die Fit ist für mich wie?
00:01:05: Die fit ist für me ein ganz bunter vielfältiger Ort wo Ganz ganz viel möglich ist.
00:01:12: Für die Patienten Und wir die Chance haben die Patienten in einem ganz anderen setting zu sehen und kennenzulernen.
00:01:23: Olli ich würde dir die frage einfach auch stellen fit fühlt sich für mich an wie.
00:01:28: Für mich ist das immer ein Stück, eine gemeinsame Reise mit den Jugendlichen auf die ich gehe irgendwie.
00:01:34: Ich kenne diese Insel hier ganz gut oder diesen Ort fit ganz gut und die Klinik und die Jugendlichen sind neu.
00:01:39: Und ich fühle mich manchmal ein Stück wie so einen Reisebegleiter und ja bin zum Bremsen da, ich bin zum Anschieben da besondere Orte zeigen.
00:01:51: Ja, das ist so ein Stück das was wir in der Fit versuchen umzusetzen.
00:01:54: beides was ihr gesagt habt trifft es ziemlich gut.
00:01:56: Wir waren gerade drüben bei euch und sind mal durch die Räumlichkeiten spaziert, für mich ist es also Insel triffts auch irgendwie ganz gut.
00:02:04: das war eine ganz besondere Reise.
00:02:05: ich glaube Villa Kunterbund ist gefallen ohne dass jetzt das klingt jetzt viel chaotischer als sehr aufgeräumt bei euch.
00:02:10: aber man merkt direkt es sind besondere Räume Es ist ja ne andere... Ich habe bisher hier immer nur die Form der Gesprächstherapie kennengelernt.
00:02:18: Das heißt man redet miteinander und das ist auch ganz wichtig und ganz gut.
00:02:22: Ihr habt hier ganz andere Ansätze.
00:02:25: Das merkt man schon, wenn man bei euch durch die Tür kommt und eure Räume sieht.
00:02:29: Wir waren zuerst bei dir im Raum.
00:02:31: Ihr habt jede eigene Räule für euch.
00:02:35: Und jetzt waren wir zuerst in deinem Raum, Katta?
00:02:37: Ja!
00:02:40: Ich wusste gar nicht, in welche Ecke ich gucken
00:02:41: wollte...
00:02:42: Da hinten eine Gitarre an der Wand, da sind Stofftiere in der Ecke auf einmal ist ein riesiges Plakat, da stehen tausend Sachen und irgendwie war auch Spielzeug.
00:02:51: Wie ist das, was hat's damit auf sich?
00:02:54: Also wie sieht es zum Beispiel bei dir aus.
00:02:56: Warum ist dieser Raum so, wie er ist?
00:02:57: Der Raum ist tatsächlich auch jetzt über die Zeit in der ich herarbeite erst so geworden.
00:03:02: hier ist und glaube ich auch im stetigen Wandel entwickelt sich immer irgendwie weiter.
00:03:06: Da findet man... Werkstücke von ehemaligen Patientinnen und Patienten, die entweder nicht mitgenommen werden konnten oder mir geschenkt wurden.
00:03:15: Oder so aber auch Dinge, die ich selber gemacht habe ein Stück weit ja zur Förderung vielleicht der eigenen Kreativität anzuregen Aber auch einzuladen mal zu entdecken sich die dinge anzuschauen.
00:03:27: Und es läuft ja so ab ihr habt hauptsächlich patienten und Patienten Die hier stationär in der Einrichtung sind Und die kriegt sozusagen, ich versuche es mal runterzubrechen mit Rücksprache der Therapeuten.
00:03:40: Hey!
00:03:40: Ich habe hier Patient XY.
00:03:42: Ich glaube für den... oder ist das bei jedem Patienten?
00:03:45: Habt ihr mit jedem Patienten, arbeitet ihr mit allen?
00:03:48: Wie ist das
00:03:49: Oli?".
00:03:50: Also die Jugendlichen in der Klinik haben alle fit – bei unterschiedlichen Therapeuten.
00:03:53: also wir Fit-Therapeutinnen sind unterschiedlich in Stationen zugeteilt und sind meist zwei oder drei Stationen, die wir betreuen.
00:04:02: Gibt es eine Verordnung vom Stationstherapeutin oder Arzt?
00:04:06: Und da stehen Indikation natürlich drauf und auch erste Arbeitsaufträge für uns.
00:04:14: Die lesen wir uns vorher durchschauen rein, dann lernen wir den Jugendlichen kennen und gucken was passt gut für die FIT, was ist von uns gut umsetzbar?
00:04:23: Das Ganze läuft immer sehr eng gekoppelt, weil wir auch die Visiten gehen und Absprache machen.
00:04:29: Aber auch im Jugendbereich ganz viel mit den Jugendlichen noch mal abstimmen was sie sich vorstellen, was in der Fit passieren darf und soll und kann.
00:04:37: Fachworterlarmen
00:04:38: Bei der Visite treffen sich einmal pro Woche alle Behandlerinnen und Behandlern im Team
00:04:44: um
00:04:45: über den
00:04:45: weiteren Therapieplan
00:04:46: einer Patientin oder eines Patienten zu überlegen.
00:04:49: Das wird meistens auch in Zusammenarbeit mit dem Patientinnen und Patienten gemacht.
00:04:55: Das ist schon diese ganzen Verben, die treffend sind.
00:04:58: Es kann wirklich alles passieren?
00:05:00: Wir sind durch ganz viele Räume durchgelaufen bei dir zum Beispiel.
00:05:03: Hast du ... Wenn wir in deinem Raum gegangen sind... es war auch kunterbund also von einer Jokapolme mit Teebeuteln zu
00:05:10: ganz
00:05:10: vielen Bädern, zu Holz, zu Instrumenten.
00:05:13: Alles ist in deinem Büro zu finden, was irgendwie ganz spannend ist.
00:05:18: Wie läuft das ab?
00:05:20: Die Patientinnen kommen bei dir zum Erstgespräch?
00:05:24: Ihr lernet euch kennen?
00:05:25: Genau wir machen ein Erstgesprech.
00:05:27: also das machen die Kollegen alle sehr ähnlich.
00:05:29: man nimmt sich eine Stunde Zeit und lernt den Jugendlichen erst mal kennen.
00:05:32: Wir stellen das Konzept der Fit vor, wir stellen dann ein Stück uns vor erklären was in der fit passieren kann besprechen Rahmenbedingungen also zeitlichen Ablauf mögliche Medien.
00:05:42: Wir gehen durch die Räume, dass die Jugendlichen erst mal wissen wo sie sich aufhalten, wissen mehr Ansprechpartner sind und je nachdem was dann für ein Auftrag von der Station gekommen ist und von den Therapeuten entscheiden wir dann gemeinsam mit den Jugendlichen mit welchem Medium.
00:05:59: wir anfangen in aller Regel es so das die ersten Stunden im Einzelkontakt stattfinden um sich gut kennenzulernen und daraus später wenn man sich kennt machen wir auch kleine Gruppen Also stationsübergreifend oder mit den Jugendlichen von der gleichen Station.
00:06:15: Und Medium heißt in dem Fall Holz, oder Malen, oder Werkeln... ...oder Töpfern?
00:06:23: Also Medium ist sozusagen die Art und Weise wie man sich dann betätigt.
00:06:28: Weil es hat was mit Tun zu tun, eure Therapie, oder?
00:06:32: Viel auf der Handlungsebene auf jeden Fall!
00:06:35: Und wenn es dem Jugendlichen Sicherheit gibt, hier in der Klinik zu sein erstmal etwas zu tun was ihm vertraut ist das sagen wir ihn auch.
00:06:41: so können die erst mal etwas tun was den Sicherheit gibt also zumalen oder Gitarre zu spielen.
00:06:49: Es gibt auch welche die haben erstmal keine Idee keine Vorstellung und wir machen Vorschläge.
00:06:53: also die können sich aus einem ganz großen Pool etwas aussuchen und entweder mit oder ohne Vorgabe als dass immer sehr individuell entschieden.
00:07:02: Und das klingt jetzt erstmal, also das sind dann auch meine Gedanken die ich hatte bevor ich heute hier hingefahren bin.
00:07:07: Das klingt erst mal nach, ohne dass es nicht böse gemeint Beschäftigungstherapie.
00:07:12: Man kann da einfach irgendwas machen, sollen die einfach nur Zeit verbringen.
00:07:15: und dann bin ich bei euch in die Räume gekommen.
00:07:17: Dann sind wir zum Beispiel in einen Raum gegangen... Da ist ein Farbenlager explodiert, kann man sagen.
00:07:25: Also es ist ein Raum, da ist Folie als wie ein Duschvorhang und die Wände sind so bunt... Ich bin farmenblind und kann sagen, sie sind so bund!
00:07:35: Das ist also ganz besonderer Raum Und der hat mich irgendwie total gefesselt.
00:07:42: dieser Raum.
00:07:42: und jetzt um mal konkret in eine Art der Therapie einzusteigen Was passiert da?
00:07:49: Ihr malt ja nicht Jugendlichen an
00:07:52: Nein, ich würde sagen dieses künstlerische Kreative oder auch handwerkliche Tätigwerden ist ja häufig auch ein Mittel zum Zweck vielleicht auch in den Kontakt zu treten Beziehungen aufzubauen und und und aber auch vielleicht einen besseren Zugang für sich selber zu finden.
00:08:07: Zu seinen Gefühlen Dinge zu verarbeiten oder einfach mal Gefühle wirklich rauszulassen also natürlich in dem Farbraum mit Farbe irgendwie klexen und sich da mal austoben, aber auch mit jedem anderen Medium was wir so da haben.
00:08:24: Das heißt wirklich wenn ich mir das nämlich konkret vorstelle.
00:08:27: also ihr habt Patientin zum Beispiel und die kommen in den Raum ihr zieht den Vorhang zu und dann was passiert?
00:08:36: habt ihr da wie habt ihr konkrete Erfahrungen gemacht?
00:08:39: Was ist da das Magische?
00:08:41: Also ich glaube dass Es ist erstmal sehr herausfordernd für die Jugendlichen, weil das ist ein sehr ergebnisoffenes.
00:08:46: Also sie bekommen von uns keinen konkreten Auftrag was in diesem Raum passiert.
00:08:50: Die kriegen eher Möglichkeiten aufgezeigt und dass es erst mal vor dieser Farbwand zu stehen vielleicht auch ein Stück erschlagend oder auch sehr herausfordert.
00:09:03: Dann halten wir das sehr niederschwellig mit den Regeln, also die dürfen da wirklich mit Farben auch gegen Spritzen und Kleckern.
00:09:09: Teilweise malen sie sich auch selber an wenn diese Papieranzüge an haben Und es ist immer wieder zu beobachten dass es erstmal sehr still ist in dem Raum.
00:09:18: Also wenn die anfangen Wir sind meist nicht dabei, also auf der anderen Seite des Vorhangs Wir bekommen die Situation mit aber wir stehen nicht hinterm Rücken ist glaube ich sehr unangenehm, das kann man sich vorstellen beim Malen so beobachtet zu werden.
00:09:34: Das mag glaube ich keiner gern und im Prozess merkt man dann es wird immer lebendiger.
00:09:40: in aller Regel also wir haben schon Jugendliche gehabt die sind zu zwei drei und es war ganz still und es wurde lauter und lauter.
00:09:45: es wurden gelacht gekreischt sie haben sich mit Farbe angemalt.
00:09:49: das ist dann auch bis zum gewissen Punkt auch in Ordnung.
00:09:53: sind abwaschbare Farben Es wird sehr lebendig in dem Raum auf jeden Fall.
00:09:59: Was mit dem Bild hinterher passiert, da geht es gar nicht darum dass das ein schönes Bild wird sondern es geht eher um das Erlebnis und um diese Handlung an sich.
00:10:07: also es ist gar nicht so ergebnisorientiert wie malen sonst vielleicht vermittelt wird oder was man denkt, was es sein könnte.
00:10:15: Es ist auch nicht bei euch der Ansatz... Ich finde das ganz spannend, dass du das sagst, was du nicht sagst.
00:10:18: Ist nicht der Ansat bitte drückt mal aus, was dein Trauma ist?
00:10:22: Oder mal mal deine größten Ängste, sondern einfach eine im wahrsten Sinne des Wortes weiße Leinwand und Zeit und sagt dann macht was ihr wollt damit!
00:10:31: Und wenn die Leinwand weiß bleibt, ist es auch okay.
00:10:34: also so stelle ich's mir vor.
00:10:37: Was ich mir aber auch vorstelle ist, durch diese Möglichkeit wirklich einen geschützten Raum zu haben, dass so wild und bunt wie der Raum ist.
00:10:45: Ist er ja geschützt?
00:10:47: Ganz neues entsteht von dem man vielleicht gar nicht geplant oder das geplant hat es zu machen.
00:10:53: Genau da gehen viele Jugendliche rein ohne erst mal eine Vorstellung zu haben was was tue ich jetzt hier eigentlich.
00:10:59: Und das ist wie du schon gesagt hast ein sehr geschützte Raum durch diese Folie in der man da kann man sich wie so eine große Ja, wir haben so ein Folienraum vorstellen.
00:11:09: Der flattert auch irgendwie so ein bisschen.
00:11:11: die Vorhänge bewegen sich selbst wenn man da drin steht.
00:11:13: Die machen so ein bischen die Bewegung mit und erst mal viele gehen ohne Plan rein.
00:11:21: Erfahrungsgemäß ist das ein Prozess der stattfindet und ich mache das immer ganz gerne so dass ich die Stunde danach immer noch freilasse ohne dass die das wissen.
00:11:31: also sie sind für sechzig Minuten eingeplant.
00:11:33: und ganz oft ist es so Wenn man nach fünfzig Minuten reinkommt und kommt mit dem Signal so, du müsstest jetzt eigentlich einpacken.
00:11:39: Dann kommt es so wie schon.
00:11:42: ich bin aber gerade irgendwie dabei und ich würde noch weil dieser Prozess davor einfach dauert und dann haben wir die Option noch einfach weitere sechzig Minuten mal dran zu hängen.
00:11:53: Es hat sich erfahrungsgemäß bewahrheitet dass das länger dauert als sechszig Minuten da drin.
00:11:59: Und jetzt ist mal, es geht ja nicht darum irgendwie eine Therapieform zu bewerten oder zu ranken.
00:12:03: Es ist ja alles ergänzend irgendwie ne?
00:12:05: Also im besten Fall gibt sich das die Hand.
00:12:07: aber was glaubt ihr warum ist das wichtig?
00:12:10: Warum ist der Ansatz gerade bei Jugendlichen.
00:12:12: gut
00:12:15: also meinst du dieses...
00:12:17: Ja ähm eine andere Therapie Form als in Anführungsstrichen nur miteinander zu sprechen oder mal alleine eine weiße Leinwand vollzukritzeln oder auf ein Musikinstrument Einzudreschen.
00:12:29: Nein, also jetzt muss ich nicht alles... Ich bin jetzt hier zugeweist.
00:12:31: Aber bei mir klingt jedes Instrument als würde ich darauf eindreschen und ich meine aber in irgendeiner Art und Weise aktiv zu werden.
00:12:39: was glaubt ihr?
00:12:40: Was ist daran wichtig für Jugendliche?
00:12:42: Also ich habe das so beobachten können dass das einfach häufig Hemmungen nimmt.
00:12:48: wir machen Also Olli und ich beide auch viel über Gespräche, Gesprächsführungen.
00:12:54: Und sind einfach auf diesem Kanal da für die Jugendlichen.
00:12:59: Da kann dieses Werken- und Kreativsein eine gute Brücke bauen oder schlagen.
00:13:07: Ich denke auch das Setting was wir bieten ist bei uns in der Fit einzigartig kann für jeden das darstellen, was er gerade irgendwie braucht und wozu er es dann auch macht.
00:13:18: Sie haben's selber in der Hand.
00:13:19: Und man kann Jugendlichen da noch mal einen ganz anderen Licht sehen.
00:13:25: Es ermöglicht einfach nochmal ganz viel, wo sonst einfach durch das Stationsleben oder so vielleicht nicht die Kapazitäten sind oder einfach auch nicht der Raum darf auch sein.
00:13:38: Das hat ja jeder hier seine Aufgaben.
00:13:41: Ich glaube, dass ist so das Besondere.
00:13:43: ... bei uns in unserer Arbeit?
00:13:47: Genau, es gibt einfach auch dann noch eine andere Ausdrucksform als nur das Gespräch.
00:13:50: Ich kann ja auch Dinge die ich vielleicht vorher im Gespräch besprochen habe... ... wenn's vielleicht auch um Zwangsstörungen geht oder um Perfektionismus,... ...das einfach mal ganz praktisch ausprobieren,... ...dem ich mir irgendwas baue und dann feststelle okay wie sehr blockiert mich mein Perfekcionismus oder meinen Zwang,... ...wenn ich ins Handeln kommen möchte und ich merke ich stehe an der Stelle und komme eigentlich gar nicht weiter,... können wir das gut vernetzen, auch mit den Therapeuten eine Rückkopplung bilden.
00:14:17: Das besprechen, dass in besondere Aufgaben nochmal einbetten.
00:14:22: Grundsätzlich haben wir die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche über die Handlungsebene einfach an den Kontakt treten können.
00:14:29: Ich hatte neunig noch einen Mädchen von der Station, die wollte einfach nur Spaziergänge machen.
00:14:36: Er war eigentlich sehr still und sagte wenig Und auf dem Spaziergang fing die nach vierhundert Metern an, ganz viel zu erzählen.
00:14:46: Bis sie dann schlussendlich selbst auf die Idee kam ihre Therapeutin anzusprechen und zu sagen Mensch das wäre für mich viel einfacher wenn ich mit meiner Therapeuten spazieren gehen könnte.
00:14:55: Ich glaube ich könnte der mehr erzählen.
00:14:56: daraus haben wir dann so einen kleinen Plan entwickelt auch als Mutaufgabe das selbst ansprechen dieses Bedürfnis wahrzunehmen und Sie hat sich dann schluß endlich getraut dass auch selbst zu sagen und hat danach mit ihrer Therapeuten die Gespräche nach draußen verlagert.
00:15:13: Also ganz einfache Dinge manchmal, die man entdecken muss.
00:15:19: Das mit dem Entdecken finde ich wirklich gut weil es ist bei euch nicht so dass ihr habt Schema F also die Patientinnen kommen von der Station dann gehen wir sofort erst in den Mahlraum, danach macht sie einmal Musik, danach wird Klötzchen gebaut und da gehen wir spazieren.
00:15:30: jetzt ganz blöd ausgedrückt,
00:15:31: sondern
00:15:32: bei euch guckt ihr geht ins Gespräch mit den Jugendlichen Dann wird das gesucht, was am besten für jeden funktioniert.
00:15:40: Total.
00:15:41: Klingt ja viel zu perfekt bei euch!
00:15:44: Das klingt ja wirklich so...wünscht man sich ja also dass ist ja irgendwie.
00:15:50: ich meine das Gefühl habe ich bei euch direkt gehabt als man reinkam das meinte mit willa kunterbund nicht dass es unaufräumt ist sondern dass man das gefühl hat hier darf man sein.
00:15:58: Wir
00:15:58: haben das Schnurz-Kompliment verstanden.
00:15:59: Total, ja!
00:16:00: Das ist
00:16:00: absolut... Also viel größeres habe ich auch gerade nicht, aber dass war... Ich hab selten so Räumlichkeiten erlebt die mir so schnell so ein Wohlfühlatmosphäre mir vermittelt haben.
00:16:10: Erlebt ihr das auch?
00:16:11: Oder erlebt ihr auch Ablehnung?
00:16:14: Schon auch.
00:16:15: Es gibt doch immer Patienten, die.
00:16:17: also jeder hat ja seine Geschichte hier und es kann natürlich aus Vorkommen, dass nicht jeder unbedingt freiwillig hier ist Erhält ja jeder Fachtherapie.
00:16:26: Aber auch da erlebe ich das, dass gerade durch diese Medien und Mittel die wir so zur Verfügung haben doch irgendwann die meisten greifbarer werden oder das auch zulassen können.
00:16:39: aber es ist auch vollkommen in Ordnung, dass es eine Zeit dauert und dafür haben wir bei uns den Rahmen um auch das zuzulassen und jedem da die Zeit zu geben, die er so
00:16:47: braucht.
00:16:47: Aber das kommt auf jeden Fall vor.
00:16:50: Ja Ich glaube du hast ja grade noch Olli irgendwie auch in deinem Büro eine Geschichte erzählt wo du Sitzungen hat es, also mehrere wo ihr gar nicht miteinander gesprochen habt und irgendwann ein gewisses Moment dafür noch gebraucht hat um das wieder aufzubrechen.
00:17:05: Und dann hat's ja doch geklappt.
00:17:06: was sind die Herausforderung für euch so auch wenn ihr das auf die Zukunft seht?
00:17:11: Was versteht ihr als Herausforderung in eurem Beruf für die FIT?
00:17:14: Also die Jugendlichen fähig zu machen erst mal ein Stück ihre Bedürfnisse wahrzunehmen ihre Fähigkeiten Ressourcen und Kompetenzen richtig einzusetzen Das Beispiel mit diesem Spaziergang und dem Mädchen dann wirklich loszugehen, der Therapeutin zu gehen.
00:17:31: Und zu sagen ich möchte gerne mit ihnen rausgehen.
00:17:34: Das sind für mich genau diese Schritte auf die es ankommt.
00:17:37: Also das mag nach außen erst mal sehr klein und wenig sein aber für die Jugendliche war das in dem Moment total viel.
00:17:44: Es war auch glaube ich herausfordernd Aber die war auch hinter stolz auf sich also die war zufrieden so ein Schritt geschafft zu haben.
00:17:52: Das sind, glaube ich so die Momente für die wir das hier tun und die wir einleiten können.
00:17:58: dann über die Fit.
00:18:00: Und kann mir das schon ganz gut vorstellen?
00:18:03: Aber gibt es bei euch die Momentes wo ihr denkt jetzt lerne ich gerade wieder dazu weil irgendwie scheint das so eine dynamische Sache bei euch zu sein.
00:18:11: also wie zum Beispiel dass mit dem Spazieren gehen ist.
00:18:13: jetzt stand wahrscheinlich vorher nicht in deinem normalen Therapieplan vielleicht oder?
00:18:18: Nee, stand da nicht das.
00:18:19: aber das ist genau das was Was das hier herausfordernd macht und aber auch interessant macht, dass wir eben nicht nach Schema F arbeiten.
00:18:28: Sondern irgendwie jeder Tag ist anders.
00:18:31: Wir wissen nie so genau was passiert.
00:18:34: Jede Fitstunde mit jedem Jugendlichen ist individuell.
00:18:37: Und das macht es so herausforderend, aber auch interessant und schön.
00:18:40: also ich bin jetzt schon recht lange hier im Haus über dreißig Jahre und
00:18:44: krass
00:18:45: ja!
00:18:45: Das ist der Teil, der mir daran gefällt.
00:18:49: Olli ist ja streng genommen ein bisschen länger da als Katta.
00:18:52: In den letzten dreißig Jahren hat sich natürlich in gesellschaftlich aber auch in der Therapie viel getan, woran ich zuerst denken muss es natürlich vor dreißzig Jahren war Thema Social Media und so noch gar nicht so'n Ding.
00:19:03: Ist so medial für dich?
00:19:06: merkst du das?
00:19:06: Hat sich da was für dich getan positiv oder negativ?
00:19:09: Hat das einen Einfluss auf deine Arbeit?
00:19:12: Also insofern für die Planung der Stunden.
00:19:15: Die Jugendlichen dürfen in Teilen ihr Handy mitbringen, um zu recherchieren.
00:19:21: Was mir auffällt ist dass sie sich sehr an dem was Sie in dieser Welt dort sehen orientieren.
00:19:27: also haben sie eine Bauvorlage oder irgendeine Kreativ-Vollage besteht ganz oft der Wunsch die eins zu eins zu kopieren und diesen Teil zu registrieren wahrzunehmen, dass es jetzt gar nicht nötig ist.
00:19:41: Das ist dann wieder Teil auch meiner Arbeit mit den Jugendlichen darüber ins Gespräch zu kommen, sagen mensch wohl dir den Impuls, schau mal was gefällt ihr da dran?
00:19:50: Aber jetzt macht das Ding nicht genauso wie's davor, der auf dem Handy liegt sondern packt es weg und mach ab jetzt dein eigenes Ding!
00:19:57: Das is für viele Jugendliche ein Erkenntnis.
00:19:59: und ja, da arbeiten wir ... mit diesem Teil, die Medien so eins zu setzen.
00:20:06: Um auch einen Lerneffekt zu haben.
00:20:08: für was ist ein Handy gut?
00:20:10: Man kann nicht so'n TikTok-Video...so'n Lernvideo nutzen.
00:20:14: aber wann ist es auch gut, das wieder wegzupacken?
00:20:17: So, man trage ein bisschen macht dein eigenes Ding finde ich jetzt schon gut.
00:20:19: also dass es...das kann helfen aber genauso gut bist du so gut, dass du besser bist als die Vorlage finde ich irgendwie.
00:20:26: Total oder findest deinen eigenen Weg dafür, das umzusetzen.
00:20:30: Mach's dein eigeniges draus.
00:20:32: In eurer Arbeit kann ich mir vorstellen, habt ihr viele Momente wo die so auch Arbeit irgendwie erfüllend machen weil sie halt auch immer wieder so dynamisch ist und sich immer weiterentwickelt.
00:20:40: Gibt es euch so Projekte die euch ja irgendwie besonders... Wo ihr euch besonders drüber gefreut habt?
00:20:48: Ja, unser Musikprojekt.
00:20:50: Olli und ich hatten die Möglichkeit Anfang des Jahres in den Osterferien ein Musikprojkt auf die Beine zu stellen.
00:20:56: Das ging für eine Woche.
00:20:58: Da haben wir einen externen Musiker noch mit ins Boot geholt, der das dann mit den Jugendlichen gemacht hat.
00:21:03: Wir waren zur Begleitung und Betreuung quasi auch dabei.
00:21:07: Wir haben das mit vier Jugendstationen gemacht.
00:21:11: Hat dann so um die zwanzig Jugendlichen dabei.
00:21:14: Und das war schon echt ... Eine tolle Sache muss man sagen, also ob es jetzt das Singen war oder auch das Musikieren.
00:21:21: Auch da haben wir nach einem recht freien Konzept gearbeitet so jeder so wie er kann und möchte.
00:21:26: der wirklich absolute Großteil konnte sich super darauf einlassen auch in dieser fremden Gruppe zu sein.
00:21:31: Das muss man sicher auch erst mal trauen
00:21:33: als Jugendlicher.
00:21:34: dann singen vor jemand anderem wenn man nicht gerade gesegnet ist ne?
00:21:38: Dann ist das Wahnsinn!
00:21:40: Doch.
00:21:41: Und ein paar haben dann auch Instrumente da sich so'n bisschen angelernt, mithilfe von der Musiker hat er dabei war und hatten wir sogar so'nen kleines Band-Ausformen und haben zwei drei Stücke dann auch so einstudiert und konnten noch eins aufnehmen.
00:21:55: Das war eine rundum richtig tolle Sache und werden wir hoffentlich dann auch im nächsten Jahr wiederholen dürfen?
00:22:02: Ja das genau!
00:22:03: Wir wollen das nächstes Jahr eine Woche wieder wiederholend.
00:22:08: Es basierte auch auf Freiwilligkeit.
00:22:09: Also wir haben die Jugendlichen vorher in den Fittstunden angesprochen, haben ihnen das kurz da das Konzept wieder vorgestellt und sie konnten sich dann frei entscheiden.
00:22:18: Das ging von morgens neun bis bis dreizehn Uhr also dass man mal solideiert für den zeitlichen Rahmen fünf Tage lang Und war auf jeden Fall aus unserer Sicht insofern erfolgreich als dass viele Jugendliche auch über auch da wieder so Expositionsübungen machen konnten also sich wirklich Trauern hinzustellen, zu singen.
00:22:36: Gabs viele Berührungsängste die eigene Stimme vielleicht zu hören aber der Christian hat das sehr gut gemacht, der externe Musiker.
00:22:43: Der hat also wirklich auch mit einem guten Gespür und vielleicht auch manchmal mit viel weniger therapeutischem Fingerspitzen gefühlt.
00:22:52: So dem eine oder andere gesagt, jetzt mach das mal hier!
00:22:55: Und auf einmal fluchtet das irgendwie... Das war für uns ganz spannend zu sehen.
00:23:01: Es war auf jeden Fall ne gute Ergänzung zwischen Christian und uns.
00:23:04: Also es lief sehr gut.
00:23:08: Ich weiß dass Stolz ein ziemlich überladender Begriff ist, aber wir fragen das eigentlich immer ganz gerne in den Folgen bei eurer Arbeit.
00:23:15: Jetzt kann man nicht sagen Rückblinken übt eure Arbeit noch aus, und das passt hier.
00:23:19: Aber worauf seid ihr bei eurer Arbeit stolz?
00:23:21: Katta!
00:23:24: Ich glaube ... Das sind so die großen aber auch kleinen Momente im alltäglichen Geschäft.
00:23:31: So was ich so beobachten kann in der Arbeit mit den Patienten wenn mich hier und da mal einen Erfolg gefeiert wird sich jemand vielleicht öffnen kann, Ziele erreicht werden ... was ja auch für jeden irgendwie unterschiedlich aussieht.
00:23:47: So pauschal, kann ich das glaube ich sonst irgendwie gar nicht sagen... ... aber ich denke es ist so die alltägliche Arbeit einfach und das ist ja auch schön.
00:23:56: Das ist sehr erfüllend!
00:23:58: Dir geht's wahrscheinlich eh nicht hier.
00:23:59: Olli strahlt eh die ganze Zeit, weil sie schon durch eure Räume gegangen sind.
00:24:02: Da hat so ein Dauergrinsen drauf.
00:24:04: also das ist so angenehm und schön.
00:24:06: man merkt euch auch an dass ihr Spaß in eurer Arbeit habt.
00:24:10: Also bei mir ist es ähnlich wie bei Katta.
00:24:11: Ich freue mich, wenn die Jugendlichen Entwicklung machen können und wir sind vielleicht ein Teil davon oder wir konnten einen Impuls dazu geben dann ist das der Moment, der uns am Tagesende mit Stück mit Stolz auch erfüllt einen Zufrieden nach Hause fahren lässt.
00:24:30: Das passt schon!
00:24:32: Richtig schön dass ihr beide mir das mal gezeigt habt, dass ich mal sehen durfte weil das hat mir sehr viel Freude gemacht.
00:24:39: Danke, dass ihr mitgemacht habt und uns mal so ein bisschen eure Arbeit gezeigt hat erzählt.
00:24:43: Sehr gerne!
00:24:44: Wir danken auch.
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