Psyche im Ausnahmezustand - Über Wege aus Krisen und Begleitung auf Akustationen

Shownotes

In dieser Folge „Seelenstruggle“ geht es um Krisen, belastende Situationen und Themen wie Selbstverletzung. Wenn dich diese Inhalte stark belasten oder du sie lieber meiden möchtest, ist es völlig in Ordnung, die Folge zu überspringen. Tina und Maja sprechen sehr persönlich über Krisen – Momente, in denen alles überfordert und man den Halt zu verlieren scheint. Sie berichten von ihren Erfahrungen auf unterschiedlichen Akutstationen und davon, was ihnen geholfen hat, wieder Stabilität zu finden und Verantwortung für sich selbst übernehmen zu können.


Wenn du dich gerade nicht gut fühlst, findest du hier wichtige Informationen und Hilfsangebote, die dir weiterhelfen können. Du bist nicht allein.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Ich muss auch sagen, mein erster richtiger Bezug, wo ich mich dann noch getraut habe.

00:00:04: Mein Mehr rauszukommen war eher zu den Mitpatienten als zu den Betreuerinnen.

00:00:09: aber das war vielleicht auch wichtig um zu verstehen hey ich bin hier nicht alleine und es sind nicht alle chaotisch und es ist nicht so viel Leid sondern man hat halt eine Basis und ich konnte Vertrauen schaffen.

00:00:24: Psyche im Ausnahmezustand über Wege aus Krisen.

00:00:30: Wir sprechen über psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen mit Betroffenen, Angehörigen und Experten.

00:00:42: Hallo zur neuen Folge Seelen Struggle auf die ich mich sehr freue.

00:00:46: Ich bin Kai Klüting, arbeite normalerweise im Radio und darf hier immer reingucken in diesen Podcasts, in der Psychiatrie und das macht mir sehr viel Spaß!

00:00:54: Ich bin nicht alleine hier sondern Davina Hahn ist da.

00:00:57: Hi du bist hier Kinder- und Jugendpsychotherapeutin im Haus heute.

00:01:02: es ja wirklich eine spannende Folge für uns weil wir haben in allen folgen bisher über Therapien gesprochen, die ja meistens langfristig sind.

00:01:10: Wo man Menschen, Kinder und Jugendliche lange begleitet?

00:01:15: Und heute reden wir über Krisen- und Akkutsstationen.

00:01:18: also es geht um diese Extremsituation auch in der Klinik auftreten über diese Peaks, die meistens kurzfristig behandelt werden und auch schnell behandelt wird müssen.

00:01:29: Ich habe mich schon immer gefragt wie sieht so eine Akkursstation eigentlich aus?

00:01:32: was können wir darunter vorstellen.

00:01:34: Im Grunde sieht eine Akkutsstation genauso aus wie in der Therapiestation.

00:01:38: Also es sieht hier nicht aus wie im Krankenhaus, sondern wir haben ein mobiliertes Zimmer.

00:01:42: Es gibt einen Aufenthaltsraum mit einem Sofa und einem Fernseher mitspielen.

00:01:47: Der einzige Unterschied ist, dass auf Akutstationen manchmal die Türen zu der Station abgeschlossen werden müssen.

00:01:54: Wenn zum Beispiel Kinder und Jugendliche sich gerade dort in Behandlung befinden, die eigentlich nicht dort sein wollen.

00:02:01: Und das ist so besonders auch an dieser Folge?

00:02:03: Ich bin ja gerade mit der Zeit jetzt auch eigentlich Fan richtig von Psychiatrie und Therapie geworden.

00:02:09: aber – und das muss man eben auch sagen – Psychiatri ist eben kein Chorort!

00:02:13: Das haben wir in jeder Folge kennengelernt.

00:02:14: hier wird... Hier müssen die Jugendlichen an sich arbeiten.

00:02:18: Das ist ein Riesenberg, hier wird den viel abverlangt.

00:02:21: und gerade in diesen Extremsituationen von Krisen... Ich stelle mir das immer so vor wie so einen Nudeltopf.

00:02:28: Der steht auf dem Herd und da kochen die Nudeln und es kann halt sein dass er irgendwann überkocht.

00:02:33: man weiß nie wann der kocht dann irgendwann über und man muss reagieren.

00:02:35: Keine Ahnung, den Topf vom Herd nehmen oder einen Deckel abnehmen oder was auch immer.

00:02:40: Und so stelle ich mir diese Extremsituationen vor Diese Krisen Weil da reden wir ja schon von ernsten Situationen.

00:02:47: Ja, das finde ich ein total gutes Bild was du da hast.

00:02:50: Genau eine Krise ist letzten Endes so ne Art Zuspitzung wo man in so nem psychischen Ausnahmezustand sich befindet dass man nicht mehr klar denken und handeln kann und dass man dadurch in Situationen gerät in denen man sich selber oder andere gefährden kann.

00:03:07: Das heißt wir sprechen schon auch über Dinge wie Selbstverletzung oder Fremdagression.

00:03:13: Und an der Stelle finde ich ganz wichtig, einmal darauf hinzuweisen, dass auch unsere Gästinnen von solchen Verhaltensweisen erzählen.

00:03:22: und wenn ihr jetzt gerade zuhört und das Gefühl habt, ich fühle mich nicht so wohl damit das zu hören oder ich find' das Thema belastend dann schaltet an dieser Stelle besser

00:03:31: aus.".

00:03:32: Wir haben wieder zwei Gästen heute in der Folge und da freuen wir uns sehr drauf!

00:03:37: Beide hatten schon mit Krisen ... mit Krisen zu tun und waren in dem Kontext auch hier in der Klinik, teilweise in anderen Kliniken.

00:03:46: Wir sprechen zuerst mit Tina.

00:03:47: die ist mittlerweile schon erwachsen... ...und war aber auch hier mal im Haus.

00:03:52: ne?

00:03:52: Genau!

00:03:52: Ist mittlerweile erwachsen hat einige Krisen erlebt und war in verschiedenen Klinicken in Behandlung.

00:03:58: Genau und das finde ich ganz wichtig zu sagen, dass sie von verschiedenen Erfahrungen aus verschiedenen Einrichtungen berichtet.

00:04:05: Und wie immer Tina ist natürlich eigentlich nicht Tina!

00:04:08: Wir haben die Namen wie immer verändert, das haben wir auch hier gemacht.

00:04:11: aber jetzt hören wir erstmal was Tina uns so zu erzählen hat.

00:04:18: Erst mal hallo Tina schön, dass du da bist.

00:04:19: Hallo.

00:04:20: Ich freut mich sehr, dass Du die Zeit genommen hast.

00:04:22: Ich habe dich ja schon ein bisschen vorbereitet, wir starten gerne mit einer Rubrik bei uns.

00:04:30: Eine Krise fühlt sich für mich an wie?

00:04:33: Innerlich ersticken.

00:04:35: Also es ist wirklich... Man weiß ja selber auch eigentlich gar nicht mehr weiter oder oft auch nicht, was gerade hier überhaupt los ist und ist einfach komplett hilflos mit der Situation.

00:04:48: Und ich finde das beschreibt eine Krise für mich persönlich ziemlich gut dass man wirklich einfach komplett helflos ist.

00:04:56: Du hattest in deiner Vergangenheit verschiedene Krisen.

00:05:00: Die liegen zum Glück jetzt ein paar Jahre zurück.

00:05:02: Einerst du dich noch, wie das war sozusagen bei dem ersten Mal wo es für dich so extrem akut wurde?

00:05:09: Ja das war mit vierzehn Jahren.

00:05:12: ich wusste ehrlich gesagt nicht wie akutes eigentlich ist weil ich mich schon sehr lange in einem Zustand befand wo ich ja rückblickend weiß ich jetzt dass es halt schwere Depressionen war.

00:05:25: Aber ich sag mal, mit vierzehn Jahren ist der das eigentlich nicht so bewusst.

00:05:28: Und da hat sich mein Leben schon sehr geändert einfach weil ich mich sehr isoliert habe keine Motivation mehr zu irgendwas hatte extrem Schlafprobleme hatte und auch selbst verletzendes Verhalten dazu gezählt hat.

00:05:42: Ich hab aber gemerkt dass mein Umfeld sich auch verändert hat.

00:05:45: also nicht nur ich sondern auch mein umfeld wurde hilflosa.

00:05:49: Menschen sind auf mich anders zugekommen.

00:05:51: meine Eltern waren natürlich auch total hilflos und haben im Dunkeln getappt.

00:05:56: Und das hat sich alles sehr schwammig angefühlt, also irgendwie wusste ich nicht wohin mit mir, was überhaupt mit mir los ist ... und mein Umfeld auch nicht.

00:06:05: Das hat sich sehr zugespitzt.

00:06:07: Ich glaube, das war der Moment, wo ich dann gemerkt hab, oh Gott!

00:06:10: Wenn jetzt schon meinen Umfeld nicht mehr weiß, was gerade abgeht?

00:06:14: Was ist los mit mir?

00:06:16: Hast du es damals wahrgenommen?

00:06:18: Also... Du gemerkt hast, okay irgendwas verändert sich auch nicht nur in mir sondern wirklich außen rum.

00:06:23: Also war das dir damals schon klar.

00:06:24: oder ist es jetzt gerade für dich die Retro-Spezies?

00:06:26: Also damals war's auf jeden Fall schon klar weil so das merken wir einfach an der Schule ich habe Freunde gehabt und hab mich von denen viel isoliert aus bestimmten Gründen natürlich auch Und Lehrer haben mich auf einmal anders behandelt, so ein bisschen wie in Watter gepackt.

00:06:42: Weshalb auch das den Schülern aufgefallen ist und ich dann eine Sondermarker hatte was wiederum nicht gut war wegen Mobbing und so Sachen.

00:06:51: halt.

00:06:52: Ja es war alles irgendwie... Es hat sich nicht ganz real angefühlt.

00:06:57: Ich finde das so eindrucksvoll wie du das gerade schilderst weil die Hilflosigkeit eigentlich schon viel früher irgendwie gerade anfängt.

00:07:06: Also es klingt so, ist das ja einem ein bisschen entglitten?

00:07:09: Ja also ich muss sagen dass waren jetzt meine ersten Symptome rückblickend... Das hat schon begonnen als ich zwölf war.

00:07:16: aber diese richtige Krise auch kurz vor einer Krisenintervention, also eine psychiatrische Aufenthalt, das war halt erst mit vierzehn und in diesen zwei Jahren ist halt unglaublich viel passiert.

00:07:28: Und das hat sich dann aber so zugespitzt, dass dann wirklich im letzten Jahr kurz vor diesem Aufenthalt alle nur noch hilflos waren und ich irgendwie aufgeschmissen war.

00:07:39: Mich natürlich schon auch viele Leute ... Also Freunde die Eltern von meinen Freunden ... Wir waren ja noch Kinder!

00:07:46: Ja, ja!

00:07:47: Und auch meine Eltern versucht haben mich irgendwo anzubinden, dass ich rede, aber ich konnte zu diesem Zeitpunkt ... nicht reden.

00:07:55: Erst mal wusste ich nicht, was wirklich los war in mir und... ...ich hatte auch eine Sache die ich einfach... ...nicht benennen wollte aus Angst und ja das war dann sozusagen... ...meine erste richtige Krise als dann wirklich mit selbstverletzendem Verhalten so losgingen dass... ...ja ich da auch von außen einfach Hilfe

00:08:14: brauchte.".

00:08:15: So im Nachhinein fällt dir jetzt schon sowas ein wo du sagen könntest, da hätte man vielleicht besser oder anders an mich ran treten können hättest du... ...gibt's irgendwas was dir einfällt?

00:08:24: was du dir vielleicht zum Nachhinein jetzt auch gewünscht hättest für dich zu dem Zeitpunkt?

00:08:28: Ich meine, meine Eltern waren aufgrund von Hilflosigkeit haben die nicht so gehandelt wie ich mir das gerne gewünschte.

00:08:35: Deshalb war mein erster Bezugspunkt also meine erste Hilfeleistung woran ich mich erinnere in der Schule dass dann auf einmal Die Vertrauenslehrerin vor mir stand und meinte, Tina wir müssen jetzt mal reden.

00:08:50: Okay das stelle ich mir krass vor.

00:08:52: wie war das für dich?

00:08:52: Das war nicht so cool!

00:08:55: Weil die Vertrauenslehrerin war auch meine Politik-Lehrerin.

00:08:58: Die hatte eh nicht so einen guten Ruf und ich fand es relativ schwierig, weil ich wurde einfach aus einer Klasse rausgerufen ... Boah!

00:09:05: Und alle wussten ja auch das ist die Vertraunslehrerin ist.

00:09:08: Das heißt du hast halt direkt so ein Stempel erst mal gehabt ne?

00:09:11: Ja gut dann öffne dich erstmal.

00:09:13: Also direkt nach diesem Gespräch hatte ich dann noch Politik bei ihr... Nein!

00:09:18: Und also das war so'n ... ... von diesem Schulsystem, weiß ich nicht.

00:09:22: Sollte man vielleicht im Nachhinein nochmal überdenken?

00:09:24: Ja!

00:09:26: Ihr hatt's jetzt nicht so geholfen aber ich verstehe natürlich... Also dass selbst die Schule da schon gemerkt hat hey dann müssen wir jetzt irgendwas machen.

00:09:34: zu Hause läuft es nicht.

00:09:35: Ich hab dann auch im nachhineinen erfahren,... ...dass sie natürlich schon bereits auch Kontakt zu meinen Eltern aufgenommen haben.

00:09:41: Die haben aber mal nicht mit mir darüber geredet und deswegen haben die das dann über die Schiene erstmal versucht.

00:09:46: hey vielleicht hat das Kind ... da eine Möglichkeit mit uns zu reden.

00:09:52: Kann ja auch sein, dass zu Hause was war und...

00:09:54: Ja!

00:09:55: Ich mein ganz rudimentär ist es ja erstmal schon mal gut,... ...dass das so etwas wie eine Vertrauenslehrerin gibt?

00:10:03: Alle anderen Parameter stelle ich mal dahin, weil da zieht sich bei mir alles zusammen schon höher.

00:10:07: Also wenn ich ihn in dich als vierzehnjährige reinversetze und dann wird man so aus der Klasse rausgerufen... Das ist geil, das stellte ich mir wirklich so brutal vor!

00:10:17: Und wie war dein erster Kontakt mit der Klinik?

00:10:21: Ein bisschen abrupt muss ich sagen.

00:10:22: Ich hatte vorher gar keinen Bezug dazu und ich wusste auch nicht geschlossene Psychiatrien oder generell Clean-up laufen, war mir absolut nicht bekannt.

00:10:34: Und dadurch dass die Situation sich am Ende so zugespitzt hat haben tatsächlich Sozialarbeiter also die Sozialpädagogin in der auf der Schule Die dann für mich zuständig waren und die Vertrauenslehrerinnen haben meine Mutter kontaktiert und gesagt ja die Tina ist jetzt eben um vierzehn sage ich mal von der Schule ... wäre gut, wenn sie direkt in die Klinik fahren.

00:10:57: Und ich wusste aber gar nicht davon.

00:10:58: Oh krass!

00:10:59: Also wurde ich ins Auto geparkt und ich wusse auch nicht wohin... ...und dann war ich da.

00:11:04: Und das war meine erste Erfahrung einer Krisenintervention.

00:11:08: Genau also der Übergang war jetzt nicht so schön muss ich sagen.

00:11:14: Und erst da habe ich dann auch begriffen wo ich hier bin?

00:11:18: Warum ich hier Bin?

00:11:20: Wir haben im Vorfeld auch schon mal drüber gesprochen dass gerade bei diesem Thema ... Akkutstationen.

00:11:27: Das ist ein sehr sensibles Thema, weil es so eine extreme Situation für dich gerade in dem Jugendalter ist, weil das Situation sind die einfach meistens ja abrupt auftreten und abrupte Maßnahmen irgendwie erfordern.

00:11:44: wenn ich so dir zuhör dann fühlt sich also dieses also diese Maßnahmen haben sich für dich damals wahrscheinlich relativ brutal angefühlt.

00:11:51: total Ich hab's halt auch erst mal nicht verstanden, ne?

00:11:55: Also ich war schon sehr lang in diesem Zustand und es ... ... war für mich bekannt.

00:12:00: Also mein Leid und das was ich da durchgemacht habe... ... war for mich so ein Trotz.

00:12:07: Damit hab' ich einfach gelebt.

00:12:09: Aber ich verstehe dass meinen Umfeld damit nicht leben konnte!

00:12:13: Es ging auch bei der Vertrauenslehrerin, um jetzt nochmal auszuholen.

00:12:17: Natürlich auch irgendwann um Suizidgedanken aber ich hatte gar keinen Plan sondern ich war einfach hilflos und ich habe einfach berichtet dass sich diese Gedanken habe Aus Effekt das ich nicht mehr weiter wusste Dass ich ständig darüber nachdenke hey wenn's zu viel wird dann hast du ja die Möglichkeit.

00:12:32: Aber es war halt kein plan.

00:12:34: Und ich verstehe natürlich dass da alle an Lahmglocken dann angeging und das waren natürlich auch der Grund weswegen dann dort gelandet bin, auch so abrupt weil sie eben einfach Angst hatten.

00:12:44: hey was macht die wenn ihr jetzt nach Hause fährt?

00:12:48: und das verstehe ich natürlich auch im Nachhinein.

00:12:53: In dem Moment ist es ja wirklich.

00:12:54: also ich glaube dass versteht ja jede vierzehnjährige oder vierzehntjähriger weil es ist ja jeden moment wo man viele Entscheidungen für sich eigentlich treffen will aber noch nicht in der Lage ist uns doch gar nicht darf und viele entscheidung einem mehr abgenommen werden.

00:13:06: in dem fall ... einschneidende Entscheidung, die ja gerade über im krassesten Fall für dich formuliert Freiheit und Unfreiheit entscheidet.

00:13:14: Ja Wie war der?

00:13:15: wie war der Folgen?

00:13:15: Du warst dann erst mal hier... ...und bist auch erstmal stationär geblieben.

00:13:20: Wie lief es?

00:13:22: Also es war nicht hier aber in einer Klinik.

00:13:26: Genau in einer anderen Klinikum.

00:13:29: Da gab's natürlich erstmal so eine Art Aufnahmegespräch beziehungsweise erstmal eine Reflexion was ist hier gerade überhaupt die Sachlage?

00:13:36: Und dann wurde halt entschlossen von den Fliegern vor Ort und meinen Eltern.

00:13:41: Das ist Schlauwert, dass ich erst mal hier bleibe.

00:13:44: Ich wollte das natürlich nicht.

00:13:46: Da hab' ich auch ganz klar geäußert aber da sind die Mitarbeiter schon sehr bedacht auf mich eingegangen.

00:13:52: also wirklich hey schau dir das doch erstmal an es ist wirklich erstmal ne vielleicht bleibst du zwei Tage hier.

00:13:57: wir gucken wie's dir geht Dass du verschiedene Hilfsmöglichkeiten hast Dann redest du bedarf eben abdecken kannst.

00:14:04: Ja, mich so ein bisschen sensibilisiert einfach dafür.

00:14:08: Und dass ich dann am Ende auch gesagt habe, okay, bleib hier eine Nacht.

00:14:14: Dann waren es drei Monate tatsächlich auch insgesamt.

00:14:18: aber ja also die erste Nachbar sehr gruselig muss ich sagen.

00:14:23: Psychiatrien geschlossene Psychiatrien stellen man sich ja doch immer wie... ... diese Horrorfilme vor.

00:14:28: Total, ja!

00:14:29: Also weiß ich nicht... Bin sehen überall an

00:14:31: das Jahr her.

00:14:31: Genau, versuchte Leute schreie dunkel.

00:14:34: also ne?

00:14:35: Das war natürlich nicht so.

00:14:38: Aber es war auch nicht schön.

00:14:39: Also zum Beispiel bei mir war jetzt die Station wo ich hin sollte für jüngere Kinder belebt und dadurch musste ich zu den Jungen erwachsenen.

00:14:49: Und ich sag mal so dass waren dann schon auch Fälle Da habe ich mich sehr klein gefühlt da waren meine Probleme auf einmal so pfff Verzeihe ich ja eigentlich.

00:14:58: Guckt euch mal um so!

00:14:59: Ach

00:14:59: krass, okay du hast schon

00:15:00: ... Und das hat mich sehr überfordert muss ich sagen weil ich auch schon in der ersten Nacht einfach viel Leid von anderen Menschen mitbekommen habe wo ich mich dann gefragt hab wie soll ich hier heilen?

00:15:10: Wie soll ich jetzt zur Ruhr kommen?

00:15:12: und ich habe lange gebraucht.

00:15:13: also ich glaube die ersten drei Tage war ich nur an meinem Zimmer Ich habe nicht gedacht rauszugehen.

00:15:19: Ich hatte auch Heimweh aber Die Mitarbeiter haben dann schon natürlich geguckt, dass ich mal in den Gruppenraum komme.

00:15:26: Dass ich am ersten Teil nehme und es war so die ersten zwei Wochen ja tanzen auf Eierschalen oder das war schon schwierig überhaupt einen Bezug zu finden zu irgendjemanden.

00:15:39: Ja weil natürlich man sucht ja auch irgendwie.

00:15:42: also ist es denn der Punkt, dass man denkt wer soll mich hier verstehen?

00:15:46: Mein Leid spielt dir keine Rolle, wie war deine...

00:15:50: Das war eher so wer soll mich aufstehen.

00:15:52: Auf jeden Fall also wie gesagt erst mal habe ich ja vorher noch nie vorab über irgendwie meine Emotionen geredet oder was der Grund ist.

00:16:00: und der eigentliche Grund den habe ich auch zwei Jahre trotz dieser Klinik weiter verschwiegen und das war dann natürlich jetzt im Nachhinein betrachte mein Fehler an Anführungszeichen.

00:16:12: Ich hatte meine Gründe, aber wenn man nicht darüber redet, dann macht man sich dem Weg da schon noch sehr schwer.

00:16:17: Ja klar!

00:16:17: Genau und es war nicht so leicht...

00:16:20: Es ist ja für dich eine unglaublich paradoxe Situation also ganz widersprüchlich.

00:16:25: du bist einerseits krass isoliert durch deine Situation, wie die Leute mit dir umgehen Und in der Situation wirst Du ja an sich maximal gesehen Also dein Leid wird gesehen, aber gleichzeitig wirst du dadurch ja noch mehr isoliert.

00:16:40: Also in deinem Gefühl so stell ich es mir vor.

00:16:43: Ich muss auch sagen also mein erster richtiger Bezug wo ich mich dann auch getraut habe mal mehr rauszukommen war auch eher zu den Mitpatienten als zu dem Betreuerinnen.

00:16:53: Aber das war vielleicht auch wichtig um zu verstehen hey ich bin hier nicht alleine und es sind nicht alle chaotisch Und ist es nicht so viel leid sondern man hat halt eine Basis und ich konnte Vertrauen schaffen.

00:17:06: Also das Leben mit den Mitpatienten hat mir dann letztendlich doch auch geholfen.

00:17:10: Und dann hatte ich natürlich auch, das ist ja in der ersten Woche wie gesagt gucken alle irgendwie hey wir kommen miteinander klar wo es der Hilfe bedarf.

00:17:18: und dann fing es auch an dass ich regelmäßig Gesprächstherapien hatte und ich habe gemerkt hey das ist hier ein Setting wo ich mich öffnen kann Und wo jetzt nicht einer sofort zu meinen Eltern rennt und sagt, hey, die Tina hat das und das gesagt.

00:17:32: Und dass es jetzt die Konsequenz daraus, sondern das ist ein geschützter Raum.

00:17:36: Das hat aber schon auch ein bisschen gedauert, bis sich das für mich klärt.

00:17:40: Und du warst dann erst mal hier?

00:17:42: War das dann einen Punkt der dir Vertrauen geschaffen hat zur Institution oder war das dann schon so, eigentlich waren er nachts ausgemacht?

00:17:48: ich bin drei Monate hier was soll's?

00:17:50: Ich habe relativ schnell gecheckt sinnvoll ist und dass ich nicht ohne Grund hier bin.

00:17:55: Wie gesagt, ich habe ein Verständnis dafür entwickelt warum das alles so ist wie es ist und wie krank ich letztendlich doch auch war.

00:18:03: also das hab' ich nicht wahrgenommen weil ich das kannte Das war mein Alltag.

00:18:09: Ist dein Leben?

00:18:09: Genau das war mein Leben.

00:18:11: Und als ich dann gemerkt habe hey es gibt aber auch andere die so leben was das für Auswirkungen hat und was mein Leben auch schon für Auswirkung genommen hat wurde mir da erst mal bewusst und dass es auch Namen dafür gibt, hat ja auch viel geholfen.

00:18:24: So nach dem Motto ey krass okay das ist jetzt... Das spinn ich mir hier nicht zusammen so ne?

00:18:29: Das hat auch viel ausgemacht.

00:18:31: deswegen waren die drei Monate okay aber es hätte auch nicht länger... Ich hätte nicht länger da bleiben dürfen so weil ich habe auch gemerkt irgendwann hast du dieses Klinik Setting zudeutrin also mir war der Sprung nach Hause viel mehr unglaublich schwer.

00:18:47: Es gab dann nach anderthalb Monaten Belastungserprobung, wo ich mal im Wochenende zu Hause war und das hat sich auf einmal so fremd angefühlt.

00:18:56: also auf einmal drehte sich die Welt weil du kennst dann den Klinikaufenthalt und dass es irgendwie kann helfen und ist ein geschützter Rahmen.

00:19:07: und zuhause ist dieser geschützte Rahmen mir immer wieder weg.

00:19:10: Ich glaube da ist ganz wichtig auch einen guten Übergang zu schaffen hat bei mir irgendwie nicht so geklappt, weil mein Zuhause konnte ich... ...nicht mehr gut annehmen muss ich sagen.

00:19:22: Du hattest diesen dreimonitigen Aufenthalt kommst nach Hause alleine.

00:19:25: das ist ja schon eine schwierige Situation und du bist nicht das letzte mal vor einer Krise gestellt worden für dich selbst?

00:19:32: Ja Und als sich das für dich... ...selbst wenn es kurzfristig angebahnt hat dass es jetzt wieder ne extremen Situation ist war's für dich in deinem Kopf klar okay dann hab' ich diesen Ort der mir letztes Mal geholfen hat oder war´s eher Das kann bedeuten, dass dieser Ort wieder meine Realität wird.

00:19:50: Am Anfang war es tatsächlich so okay ist es bekanntes Gebiet das heißt die Schwelle dort hin wenn du Hilfe brauchst ist nicht mehr groß was aber auch irgendwann nicht gesund war weil ich schon auch ein Drehtürpatient war.

00:20:06: das heißt ich glaube ich hatte insgesamt sechzehn Aufenthalte in zwei Jahren dort und das war am Anfang.

00:20:12: also ich war nie der Mensch der gesagt hat juhu Ich stecke in der Krise oder ich will da jetzt hin.

00:20:18: Im Gegenteil, ich hab da auch Sachen erlebt die nicht gut waren wo vieles nicht gut gelaufen ist, die mich auf meinem Weg noch mal zurückgeworfen haben und das waren Sachen die in der Psychiatrie passiert sind.

00:20:32: Aber mein Umfeld, damals gesundenes Umfeld draußen war noch schlimmer.

00:20:38: Und deswegen war das ein Kompromiss, der okay war weil ich aufgefangen wurde dann aber auch Krisen, wo ich aufgefangen werden musste.

00:20:47: Also es ging dann auch irgendwie kein Weg mehr dran vorbei.

00:20:53: Was ich jetzt heute schon über den Umgang mit Krisen gelernt habe – so wie es jetzt aktuell gehandhabt wird jedenfalls über die Gespräche, die wir jetzt schon geführt haben ist dass gerade in Akutkrisen Aufenthalte bewusst zum Beispiel kurz angesetzt werden um jetzt gar nicht.

00:21:08: vielleicht begründlich falsch, aber du wirst mir dann im Zweifel das schon richtig rücken.

00:21:12: Okay?

00:21:13: Man macht mir nachsehen dass es natürlich alles nicht fachlich begründet ist was ich sage Aber Dass man auch schon mal guckt dass man die Krise bewältigt.

00:21:22: also man nimmt sozusagen diese Nudeln die kochen vom Topf Vom Herd Um diese krise abzuwenden.

00:21:27: aber das eigentliche Kochen setzt man erst später wieder an und erstmal Es geht nur um diese Krise zu behältigen.

00:21:32: war das bei dir so?

00:21:32: hat sich das für dich angefühlt?

00:21:33: ja

00:21:34: es war definitiv brandlöschen.

00:21:36: Das eigentliche Problem war natürlich da.

00:21:39: Und das war auch einer der größten Probleme ... Ich hatte ja mein Wohnort,

00:21:43: d.h.,

00:21:44: krisenmäßig war ich an diese Klinik gebunden.

00:21:46: Ich konnte ja gar nicht irgendwo anders hin zur Krisenintervention.

00:21:50: Geplant war aber ganz lange eine Traumotherapie und wir haben sehr viel versucht um mich da reinzukriegen.

00:21:56: Aber für eine Trauma Therapie musst du stabil sein.

00:21:59: Ach krass!

00:22:00: Okay... Und das waren mein größtes Problem.

00:22:02: Und dass war mit dem Problem in diesen zwei Jahren.

00:22:06: Der Brand wurde gelöscht, ich bin nach Hause gegangen.

00:22:09: Und da ist das Feuer wieder aufgelodert und dann bin ich wieder in die Klinik.

00:22:14: Aber eigentlich war ich so lange auf einer Warteliste und hatte immer wieder die Chance... ...und ich konnte nicht weil ich zu instabil war.

00:22:21: Ich kam aus diesem System, für mich nicht raus.

00:22:25: War dir das damals bewusst?

00:22:28: Das finde ich nämlich so wahnsinnig.

00:22:29: Im Nachhinein ist es natürlich so... Keine Ahnung, ich hab so viel Therapie gemacht und mein Leben tausendmal reflektiert.

00:22:35: Dass mir das jetzt klar ist aber als vierzehn bis sechzehn war mir das nicht klar.

00:22:40: es hat sich nur schlimm angefühlt Und wie gesagt mein eigentliches Leben hat sich abgekapselt.

00:22:47: Ich hatte auch in der Schule, ich war ja kaum in der schule So ich hatte kaum noch Freunden und wenn ich dann wieder da war Dann wurde ich gemobbt, hey das ist die aus der Psychiatrie.

00:22:56: Ich bin in einem kleineren Dorf groß geworden und da war das ein Riesensing!

00:23:01: Das war noch keiner vorher einer Psychiatri.

00:23:05: Und das war dann natürlich auch ganz schwer und ich glaube es hat einfach dieses Hin- und Her auch krass bewirkt.

00:23:12: Meine Eltern wohnen ja immer noch hilflosa.

00:23:14: Ich hatte zwar schon Hilfe und ich hatte dann auch in diesem ambulanten betreute Wohnen eben Damals von denen auch, das heißt meine Bezugsbetreuerinnen die für mich bei diesen Aufenthalten zuständig waren.

00:23:27: Die haben mich danach immer einmal an der Woche zu Hause besucht.

00:23:30: Das war eine super Hilfe und das muss ich ganz ehrlich sagen weil es hat diesen Übergang noch mal ein bisschen erleichtert.

00:23:38: Zu Hause Kriseninterventionpläne, erstellt Notfallplänen.

00:23:42: Dass es halt nicht immer sein muss dass ich sofort zurück gehe und das war mir auch ganz wichtig weil manchmal hatte schon noch Angst zu sagen mir gehts gerade so Aber eigentlich will ich jetzt nicht nochmal zurück.

00:23:55: Und das war ja auch mit die größte Angst, okay dann schicken wir Dina wieder dorthin.

00:24:01: und das wollte ich halt auch nicht weil ich wusste, ich komme aus diesem System nicht

00:24:05: raus.".

00:24:05: Das stelle ich mir so vor bei Sechzehn Aufenthalten wie du gesagt hast.

00:24:08: Aus diesen...das ist was ganz Neues und ich lerne gerade erst mal Psychiatrie, denn es ist ja eine Normalität geworden.

00:24:13: Genau, das war meine Normalität.

00:24:15: Es hat ja einen Rhythmus gekriegt und dass in der Phase die wir alle durchlebt haben so eine gerade vierzehn bis sechzehn wo eigentlich die Normalität eine ganz andere ist man hat mich ganz anderen Sachen zu dienen und du hattest diese on-off Beziehung mit der Klinik.

00:24:29: Die hatte ihr akut geholfen In dem Moment weil diese Krise abgewendet wurde.

00:24:35: hast Du es als Hilfe empfunden?

00:24:38: Nicht immer.

00:24:39: Also es gab Schamomente, da hab ich mich sehr entmenschlich gefühlt und zu Unrecht behandelt.

00:24:45: Im Nachhinein betrachtet klar verstehe ich weil ich war auch kein leichter Fall Und wenn jemand sehr selbstgefährdend ist dann muss man eben auch drastische Maßnahmen ergreifen.

00:24:56: Aber als Kind fühlt sich das sehr schlimm an.

00:24:58: Ja und deswegen gab's da Schammomente die mich eher auch gebrochen haben als dass sie mir geholfen haben.

00:25:05: aber natürlich Hätte ich diese Klinik nicht gehabt, weiß ich nicht.

00:25:10: Also wirklich!

00:25:12: Und das ist halt... Es gibt so viele Komponenten und alle schwimmen.

00:25:18: Das Nudewasser kocht hoch und keiner weiß hey was machen wir jetzt hier eigentlich damit?

00:25:23: So es gibt dieses Standardverfahren und das klappt vielleicht auch bei überwiegend vielen Patienten aber es ist nicht immer die Lösung und vor allen Dingen kann noch viel dabei auf der Strecke bleiben.

00:25:35: Ob es da jemals eine Glanzlösung geben wird, weiß

00:25:37: ich nicht.

00:25:38: Ich finde das so ein... Wir haben's gerade als Drahtseilakt beschrieben auch.

00:25:42: Genauso stelle ich es mir vor!

00:25:44: Es ist ja wirklich eine Situation die jetzt auftritt, da ist und es muss reagiert werden und dann ist natürlich noch jeder Mensch komplett individuell.

00:25:54: Deine Probleme sind so individuell wie nichts anderes mit dem was du jeden Tag dielen musst und gleichzeitig gibt es aber eine Maschinerie, ein System ... ein Ablauf festlegen muss, damit alle wissen was zu tun ist.

00:26:07: Das clascht sich ja schon wenn man es hört!

00:26:10: Also das ist wirklich die Totalparadoxe an dem ganzen System.

00:26:17: Würde dir in etwas einfallen... aber vielleicht auch einen Wunsch den du eigentlich jetzt im Nachhinein formulieren könntest wie es hätte für dich vielleicht besser laufen können?

00:26:31: Ich glaube am Ende war ich so ... hilflos, obwohl ich dort Hilfe bekommen habe.

00:26:36: Dass selbst die ... Die Mitarbeiter vor Ort und auch meine Bezugsbetreuer angesagt haben.

00:26:41: Wir sind hier also seit zwei Jahren mit dir am Arbeiten, wir wissen auch nicht mehr weiter... Und das war glaube ich so ein ... Boah!

00:26:49: So ein Statement wenn die Leute in der Klinik das sagen War mir ja auch erst mal bewusst.

00:26:55: Es muss sich jetzt was ändern.

00:26:57: Das kann doch jetzt nicht sein.

00:26:59: Da bin ich nach Bayern Und da hab' ich dann gelernt zum ersten Mal über mein Traumata, was ich in der Psychiatrie nicht besprochen habe.

00:27:11: Zum erst mal angesprochen und ich glaube das war der Moment wo ich gecheckt hab.

00:27:15: hey du kannst es äußern Und Du hast den Druck aber Du wirst jetzt nicht sofort ins Isolierzimmer gesteckt oder fixiert oder sonstwas.

00:27:25: Aber hier ist jemand, der hört dich zu und es ist schrecklich und es fühlt sich schlimm an darüber zu reden.

00:27:32: Und ich glaube, ich bin da nochmal durch die Hölle gegangen.

00:27:36: Aber es musste sein und eine Therapiestation ist was ganz anderes.

00:27:40: Eine Krisenintervention ist behandelt.

00:27:41: Die Krise löscht dem Brand aber das eigentliche Problem muss bearbeitet werden.

00:27:46: Das wurde dann erst nach zwei Jahren bearbeitet und das war mein Ausweg.

00:27:50: Da war ich dann auch neun Monate, war nicht geplant, aber war eine sehr lange Zeit wo ich letztendlich sehr froh drüber war.

00:28:01: Ich find's Wahnsinn, dass du so ein... für dich so einen Call to Action in deinem Kopf also jetzt formuliert.

00:28:05: Ich weiß nicht wie es damals war.

00:28:06: aber das du sagst, nee hier muss ich was ändern und dass du das aus dir so generierst finde ich der Wahnsinn.

00:28:14: Also kriege ich sofort Gänsehaut und war nicht nur ... also du hast das Bayern gerade so vorgehoben.

00:28:21: Das fand ich so spannend weil du vorher auch gesagt hast Du warst an dem Ort so fest

00:28:25: Ja Ich musste raus.

00:28:26: Also wir haben auch, ich hatte ja Mitsprache recht und ich habe bewusst gesagt eine Klinik so weit weg

00:28:32: wie möglich.

00:28:33: Krass!

00:28:34: Ich wollte nicht mehr, ich wollte mal in einer alten Schule nicht mehr sehen.

00:28:37: Ich wollte auch raus aus diesem Elternhaushalt, diese Klinikum.

00:28:41: Ich konnte das nicht mehr sehnen.

00:28:43: Auch meine Bezugsbetreuung haben mir super geholfen.

00:28:46: Nicht die Frage aber... Das war zu lang.

00:28:49: Das war einfach zu lang und das musste alles abgebrochen werden.

00:28:54: Und nach Bayern bin ich dann ja hierhin gezogen, und deswegen ist es ein anderer Übergang.

00:29:01: Also ein wichtiger Schritt für dich war... also wie gesagt was individuelles ist.

00:29:05: Das heißt ja, das ist jetzt kein Patentrezept von wegen Ja schickt die Kinder einfach weit weg, da wird

00:29:09: er schon!

00:29:10: Sondern

00:29:10: das ist etwas, was dir geholfen hat?

00:29:12: Genau War dir das in dem Moment scheinbar ja auch sofort klar?

00:29:15: Also du konntest es ja selbst formulieren, dass diese örtliche Trennung für dich ein super wichtiger Punkt

00:29:19: war.

00:29:22: Dann noch mal krasser bewusst geworden, wo der Unterschied ist zwischen der Therapiestation und der Krisenintervention.

00:29:27: Bis dahin hattest du noch nicht... Hattest Du an sich ja noch keine andere Therapie von Kängeland?

00:29:32: Ich hatte in einer Krisen-Intervention, ich weiß nicht das war etwas anders aufgebaut als hier.

00:29:38: Das war eine krisen Intervention also eine geschlossene Psychiatrie mit auch einer Peraterapiestation.

00:29:45: Also das war gemischt was ich sehr schlimm fand, weil du hast halt Menschen die wie ich drei Monate da sein sollen und nebenbei halt auch ein DBT-Kurs machen.

00:29:55: Und was weiß ich?

00:29:56: Und dann hast du aber auch Menschen, die hier gerade um ihr Leben kämpfen und du ja dann auch getwigert wirst oder mitgerissen.

00:30:05: Ich fand dieses Konzept nicht gut muss ich sagen.

00:30:09: Habe ich so auch nicht kennengelernt, nicht weiter kennengelernet eben nur dort Ja, und das war dann eben diese Therapiestation was ganz anderes.

00:30:17: Und da war es halt auch ... wenn man Krisen hatte, wurde da anders gearbeitet.

00:30:23: Das war mehr auf okay, wenn du dich jetzt selbst verletzt, dann schauen wir, was hat dich dazu gebracht?

00:30:31: Was können wir demnächst anders machen?

00:30:32: Also die Hilferleistung anders.

00:30:34: Und dort war's okay!

00:30:36: Sie hat sich selbst verleistet.

00:30:37: Oh mein Gott, wir müssen irgendwas tun.

00:30:39: Am besten stecken wir sie erst mal weg damit sie es nicht weitermacht.

00:30:43: ein anderes Konzept.

00:30:44: Ich finde das unglaublich eindrucksvoll mit dir zu sprechen, weil du so eine krasse Perspektive darauf hast und man merkt wie sehr du dich auch im Nachhinein damit beschäftigst und dass du analytisch aber gleichzeitig emotional beschreiben kannst.

00:30:58: Das finde ich wirklich... Ja, weil der System ist super komplex!

00:31:03: Du hast es selbst gesagt, es ist schwer zu fassen, schwer irgendwie einzuordnen.

00:31:09: Das fällt mir selbst schwer, meine Fragen richtig zu formulieren.

00:31:12: Weil man sich Angst hat oder die Sorge etwas falsch zu formuliert oder die Zunge zu verbrennen oder etwas auszulösen.

00:31:18: aber ich finde deswegen das so wichtig wie du das Schild hast weil ich glaube die Wege die du gegangen bist... Ich glaube dass es für viele auch schön zu hören, dass da Wege sind.

00:31:28: Man steht häufig von dem Wald.

00:31:29: Definitiv!

00:31:31: Also das ist sehr toll.

00:31:33: Du hast so ein bisschen sowas erzählt, dass der Übergang nach Hause super schwer war.

00:31:39: Ich war jetzt hier lange auf dieser Station und dann musste ich das wieder zuhause hinkriegen und das ist ja das was oft auch für die Helfer super schwierig ist.

00:31:48: also einerseits zu vermitteln wir sind für dich da und wir wollen dich unterstützen und gleichzeitig zu vermitteln.

00:31:56: Und trotzdem musst du laufen lernen und wir können es nicht für dich machen ... ausreichend halten, aber nicht zu schön es machen in der Psychiatrie sage ich jetzt mal.

00:32:08: Ich weiß nicht ob du das auch für dich erlebt hast und wenn ja was du dir gewünscht hättest damit der Absprung irgendwie leichter ist.

00:32:15: weißt du wie ich das meine?

00:32:17: Ja,

00:32:18: das sind eine ganz schöne Frage.

00:32:19: also vor allen Dingen was ich mir gewünschte, weil natürlich ist es halt so... Du kennst ja dieses krankhafte System für dich selber.

00:32:28: Und es ist auch irgendwo der einfache Weg, da einfach hinzugehen und wieder aufzugeben weil du aufgefangen bist.

00:32:35: Das ist gefährlich auf jeden Fall.

00:32:38: Und vor allem weil sich deine Normalität ja auch zu Hause komplett geändert hat, kennst du das?

00:32:44: Bekanntes ist immer einfacher.

00:32:46: Manchmal habe ich dann nicht verstanden dass... auf einmal jetzt schon entlassen wurde, weil ich wollte doch gar nicht nach Hause Hilfe.

00:32:54: Und andererseits gab es aber auch die Momente wo ich mich gefragt habe hey warum darf ich nicht gehen?

00:32:59: Ja

00:33:00: und das ist so...

00:33:02: Ich

00:33:02: hab da keine Lösungsklausel und ich glaub die gibt's auch nicht.

00:33:06: Ich glaube die Thematik zuhause ist wichtig vorzubereiten.

00:33:12: also abrupte Entlassungen ... haben mir persönlich nicht geholfen.

00:33:17: Also dieses Hey, wir löschen jetzt im Brand und okay... Supi du gehst jetzt?

00:33:24: Sondern was ist denn zu Hause?

00:33:27: Was kannst du dir vorstellen?

00:33:28: wie können wir daran arbeiten dich vorzubereiten?

00:33:31: Das habe ich dann mit den Bezugsbetreuerinnen gemacht die es schon zuhause waren als ich ihn lassen war.

00:33:36: das hat mir sehr geholpen auf jeden Fall weil's einen Übergang gab.

00:33:39: aber ich glaube dass hätte ich mehr in der Klinik gewünscht vorzubereiten und für eine Belastungserprobung waren bei mir eher kritisch, weil ich kam jedes mal mit neuen Wunden zur Klinik zurück.

00:33:50: Und da war dann wieder ein neuer Brand.

00:33:54: Das ist dann natürlich gut... das war mein persönlicher Fall, das wird nicht jedem so gehen aber ich glaube dass sollte man schon vorbereiten.

00:34:04: Ja voll.

00:34:05: Und vielleicht auch mit Eltern zusammen, einen runden Tisch oder sowas.

00:34:10: Das hätte mir auch sehr geholfen.

00:34:12: das

00:34:13: war da nicht.

00:34:14: Ich würde trotzdem dich noch eine Frage fragen.

00:34:16: und dass meine Lieblingsfrage da frage ich immer worauf bist du zurückblickend stolz?

00:34:22: Dass ich durchgehalten habe.

00:34:24: Ich hatte niemals gedacht, da sehe ich so ganz banale Sachen wie ich sitze in meinem Garten gucke in die Sonne und denke mir heute ist ein guter Tag, ich läche und ich hab Bock kannte ich zehn Jahre lang nicht.

00:34:39: Es war utopisch, das zu fühlen und daher zu sein ist wunderschön und da bin ich richtig stolz drauf und ich glaube dass ich so viel mitgenommen habe.

00:34:49: also Ich wäre nicht der Mensch der ich heute bin Und ich glaube auch nicht so lebensfroh.

00:34:55: Also selbst wenn mir das nicht wieder fahren wär, wäre ich nicht so dankbar für das was ich jetzt habe.

00:35:01: Darauf bin ich stolz.

00:35:02: Kannst du auch echt sein?

00:35:04: Vielen vielen Dank.

00:35:06: Unglaublich, vielen Dank dass du da warst.

00:35:13: Wahnsinn irgendwie gerade zu spüren auch immer noch.

00:35:16: ich habe auch noch echt Gänsehaut nach so wieviel Jahren was das auch noch mit einem auslöst und dass Tina so eine Connection zu dieser Zeit von damals hat.

00:35:26: also da sieht man wie extrem diese Zeiten sind was ich ganz spannend fand.

00:35:30: ich weiß nicht wie du das einschätzt.

00:35:31: sie hat auch von extremen Situationen gesprochen von Maßnahmen die auch die sie auch als Teenager manchmal drastisch fand.

00:35:38: Also wir haben auch gesagt, es geht in dieser Folge auch um Extremsituationen und auch auf Verstationen.

00:35:44: Jetzt geht's aber wirklich um gefährliche Situation für einen selbst oder andere.

00:35:49: Wie geht man damit auf einer Station?

00:35:51: Was gibt es wenn wir zu einem drastischen Maßnahmen auf einer Station, die man dann auch machen kann?

00:35:57: Genau!

00:35:57: Es gibt ganz unterschiedliche Maßnahmen.

00:36:00: eine ist zum Beispiel, dass wir so einen Kriseninterventionsraum haben.

00:36:04: Ich weiß nicht ob du dich erinnert?

00:36:06: Ja!

00:36:06: Du warst mal in einem oder?

00:36:08: Wir waren uns ja auch hier schon eine Station angeguckt und da habe ich den auch gesehen weil man... Da hab' ich auch direkt danach gefragt, weil man immer an die... Man hat diesen Begriff Gummicelle im Kopf, ne?

00:36:18: Aber wenn das jetzt so ein Raum eigentlich gewesen wäre, wenn ich mir das noch erinnere es war so ein reizarmer Raum also ich glaube der stand keine Möbel drin oder so,

00:36:25: ne?!

00:36:27: Das ist so ein Krisen- und Definitionsraum.

00:36:29: Ja, genau es ist im Prinzip ein normales Zimmer aber ohne Möbel oder Steckdosen in der Wand also ohne Gefährdungspotenzial sozusagen.

00:36:38: Und eine Maßnahme kann sein dass man erst mal eine Zeit in diesem Raum verbringen muss damit man eben nicht sich selber oder andere verletzt zum Beispiel, wenn man in einer akuten Krise steckt und hochemotional angespannt ist.

00:36:52: Aber

00:36:52: es ist eben nicht so.

00:36:53: das wird ja nicht einfach so entschieden?

00:36:55: Genau da sagst du was total wichtiges um vielleicht auch ein bisschen die... die Angst zu nehmen.

00:37:01: Also sowas wird ja nicht willkürlich entschieden und einfach gemacht, sondern so was wird als letztes Mittel genutzt wenn sozusagen die Alternative nur wäre das wirklich eine Verletzung entsteht.

00:37:13: Und es ist auch so dass Fachärzte das begutachten müssen, dass Richter das genehmigen müssen.

00:37:19: also es gibt ganz klare rechtliche Vorgaben auch wann man Genau, zum Beispiel so was wie Freiheitsentziehende-Maßnahmen oder sowas anwenden darf.

00:37:28: Also das ist natürlich für alle schwer.

00:37:31: Sowohl für die Patientinnen und Patienten, aber auch für die Helfenden weil es überhaupt nicht leicht ist abzuwägen... Schutz brauchen Kinder und Jugendliche in der Situation.

00:37:46: Wie gefährdet sind die gerade?

00:37:48: Ab welchem Punkt ist es aber auch drüber und zu krass, die persönlichen Rechte der Kinder- und Jugendlichen beschneiden?

00:37:56: Das ist eine super schwierige Frage unten extremes Spannungsfeld, indem wir uns da bewegen, dass wir Schaden verhindern wollen, Rechte und Grenzen eingreifen wollen.

00:38:09: Und da gibt es halt auch nicht den einrichtigen Fahrplan, ich finde aber ganz wichtig dass man immer wieder im Austausch bleibt mit ehemals Betroffenen um zu überlegen wie kann das gehen?

00:38:20: Das passiert auch also Immer wieder Fachausschüsse, Menschen die sich zusammensetzen und überlegen wie kann man das verbessern?

00:38:28: Und verändern so dass es irgendwie allen gerecht wird.

00:38:31: Darüber sprechen wir unter anderem auch im deep dive.

00:38:34: Das hat Tina ja auch an ein Stück erwähnt.

00:38:36: also das finde ich auch ganz spannend.

00:38:38: Ich bin gespannt wie du das einschätzt.

00:38:40: Ich kann mir vorstellen Wir haben wir müssen ja eigentlich unterscheiden zwischen akut Patienten und Therapieplätzen.

00:38:45: Also Leute die langfristig da sind.

00:38:49: Jetzt hat sie auch mal erzählt dass bei ihr schon vorkam ob es hier war oder in einer anderen Klinik, aber dass sie zusammen auch mit als Akut-Patientin mit Therapieplätzen irgendwie ... Dass das so ein bisschen vermischt wurde.

00:39:00: Ich sag's jetzt einfach mal so... Wie schätzt du das ein?

00:39:03: Ist das ein Vorgehen was normal ist?

00:39:05: Soll man das machen?

00:39:06: hat das einen Sinn?

00:39:07: wie ist deine Meinung dazu?

00:39:08: Mhm

00:39:09: ich glaube das wird sehr unterschiedlich gehandhabt.

00:39:11: meine persönliche Meinung ist, dass sich das nicht so sinnvoll finde das zu vermischen Weil ich glaube, wenn du in einer akuten Krise bist dann geht es ja darum schnell wieder Sicherheit herzustellen.

00:39:23: Für dich als Betroffene aber auch für das Umfeld.

00:39:26: so und in der Krise wird nicht daran gearbeitet die Kernproblematiken anzugehen.

00:39:32: da wird vielleicht noch auf den Auslöser geschaut und es wird zusammen geguckt was brauchst du damit?

00:39:37: ist das nächste mal nicht so extrem eskaliert?

00:39:40: Aber dann wird bestenfalls jemand auch schnell wieder entlassen Weil die Krise dann vorbei ist.

00:39:45: Du willst den Topf vom Herd nehmen?

00:39:47: Ganz genau, ja.

00:39:48: Und Therapie ist ja noch mal was anderes.

00:39:51: Therapie is ja dass du dich ganz bewusst dafür entscheidest an schwierigen Situationen in deinem Leben etwas verändern zu wollen und auch an eigenen Denk-und Verhaltensweisen was verändern anzuwollen.

00:40:02: das braucht eine bewusste Entscheidung das braucht deinen Commitment auch mitarbeiten zu wollen um langfristig neues Verhalten lernen zu wollen.

00:40:11: sehr anstrengend, da muss man viel arbeiten.

00:40:14: Und das ist was, finde ich, wo man eine bewusste Entscheidung für treffen muss und das zu vermischen.

00:40:19: also Ich arbeite gerade hart an mir um langfristig etwas in meinem Leben zu verändern oder ich bin grade in einer akuten Notsituation aus der ich schnell wieder rauskommen möchte.

00:40:31: Das sind ja zwei sehr unterschiedliche Sachen.

00:40:34: Und wenn du langfristig eine Therapie machst und vielleicht schwierige Sachen aufarbeitest, dann ist es auch total schwer, glaube ich, wenn es immer wieder Unruhen und Krisen auf der Station gibt – und das hat Tina ja auch beschrieben!

00:40:50: Ist das ein... Ich fahr' mal ganz flapsisch, ne?

00:40:52: So einfach mal da... Ich finde so diese ... Also so verstehe ich das Diese Extremsituation, Akkutsituation sollte nie der Initialzünder für eine Therapie sein.

00:41:05: Oder es kann man das so sagen?

00:41:07: Im besten Fall diese Verbindung.

00:41:08: Kann ich mir vorstellen, für Patienten sollte im besten Fall nicht sein weil das würde ja im Umkehrschluss bedeuten... Das ist mein Weg in die Therapie.

00:41:16: Ja, da sagst du was total Wichtiges.

00:41:19: Weil das ist es nicht?

00:41:20: Nein!

00:41:21: In der Krise geht es darum schnell Sicherheit wieder herzustellen und Jugendliche schnell wieder in die Eigenverantwortung zu kriegen.

00:41:29: Dass sie schnell wieder dazu in der Lage sind... Ja, sich nicht zu gefährden oder anderen nicht zu gefährd.

00:41:34: Und das hat Tina ja auch ein Stück weit gesagt wenn es um den Schritt nach Hause geht ne?

00:41:38: Also ich bin jetzt ganz... Wir haben ja noch eine Gästein heute.

00:41:41: da ist das Thema auch glaube ich sehr präsent.

00:41:44: Es geht darum nach so einer Krise wieder den Weg dahin zu finden oder?

00:41:49: Genau also genau nach der Krise wird man halt bestenfalls schnell wieder entlassen und ist erstmal wieder in seinem gewohnten Umfeld.

00:41:57: und was Tina ja beschrieben hat dass das aber mit der Zeit schwerer werden kann, wenn man die Erfahrung macht, dass Psychiatrie auch ein Ort des Schutzes ist und ein schöner Ort ist.

00:42:11: Weil man dann natürlich Sorge hat, wenn ich jetzt wieder nach Hause gehe, ist dieser Schutzrahmen für mich weg!

00:42:17: Und das ist, glaube ich was vieler Betroffene beschäftigt und auch Helfer beschäftigt.

00:42:22: Weil wir wollen ja Jugendliche dazu kriegen schnell wieder in ihr altes Leben zurückzugehen und loslassen zu können von der Psychiatrie sozusagen und gleichzeitig wollen wir ihnen ja auch ausreichend Hilfsmittel an die Hand geben.

00:42:38: Und ich glaube, um nochmal so auf diese Therapie, also den Unterschied zwischen Krisenintervention und Therapie zurückzukommen.

00:42:46: Also bei einer Therapie habe ich ein ganz anderes Ziel.

00:42:49: Bei einer Therapien habe ich das Ziel langfristig in meinem Leben was zu verändern.

00:42:53: Ich glaube, das Problem ist wenn ich aus einer Krise heraus ... eine lange Therapie mache, dann lerne ich ja.

00:43:01: Dass sich immer noch einen draufsetzen muss um endlich Therapie zu bekommen.

00:43:04: und das finde ich darf nicht sein weil jeder sollte Therapie bekommen können ohne dass er da vorne große Krise braucht.

00:43:11: Absolut!

00:43:12: Ich bin mal ganz gespannt was Maja unsere zweite Gästin dafür Erfahrung gemacht hat weil ich glaube bei ihr war diese Thematik also hat sie auch irgendwie begleitet und ihr Umgang damit interessiert uns her.

00:43:26: Hallo Maja schön dass du da bist.

00:43:30: Krisen fühlen sich für mich an wie?

00:43:33: Starker Kontrollverlust, hauptsächlich.

00:43:36: Und Ohnmacht auch ganz viel.

00:43:39: Ist irgendwie total klar.

00:43:41: Ich finde das krass, dass du es direkt so sagst.

00:43:43: Das find ich eine ganz klare Assoziation damit irgendwie und wenn ich jetzt über Kontroll Verlust nachdenke und so war ... Bezieht sich das auf die... auf dein Gefühl oder auch damit, was zum Beispiel wieder mit umgegangen wird?

00:43:59: Beides.

00:44:00: Also sowohl als auch Kontrollverlust, dass ich die Kontrolle über mich verliere also dann auch den Zugang verlieren zu mir aber auch das ich die kontrolle dann manchmal abgeben muss.

00:44:15: Das ist ja gerade... Ich finde es so wenn du bei Kinder und Jugendlichen halt auch extrem, jeder der sich an seine Jugend sucht wie erinnert denkt ja man ... ist ja eigentlich an dem Punkt, wo man selbst Entscheidungen treffen will.

00:44:28: Das kennt wirklich jeder Jugendliche und jede Jugendliche... ...und dann in so einer Situation ist es ja so,... ...dir wird ja nicht nur die Entscheidung abgenommen sondern auch,... ...du wirst eingeschränkt auch in deinem Handeln in den Moment ne?

00:44:39: Also zum Beispiel im Bezug auf die Klinik, da wird dir der Entscheidung sozusagen... ...schön formuliert abgenommen ob du hier bleibst oder nicht.

00:44:48: Wie lief das für dich ab in dem Moment?

00:44:50: Im ersten Moment.... Also es war überhaupt schwierig mich darauf einzulassen, dann hierhin zu kommen für ein Gespräch.

00:44:59: Und wenn dann entschieden wurde am Ende ja Hier bleiben und dann für eins zwei Tage War immer schon so der Gedanke Ja bleibt zwar ein zwei Tagen oder wird's vielleicht doch länger also manchmal erleichtern aber oft auch Herr Schwierig

00:45:18: kann ich mir zur Zahl vorstellen War das für dich?

00:45:21: Ich finde das total gut, dass du gerade gesagt hast.

00:45:23: Manchmal erleichtern manchmal auch nicht und die Frage bleibt bei ein zwei Tagen.

00:45:26: Das finde ich total einleuchten weil Du weißt ja nicht was passiert?

00:45:30: Das ist ja wie als hätte es so einen One-Way Ticket gebucht.

00:45:33: So stellst du mir gerade so ein bisschen vor ne?

00:45:34: Du weiss gar nicht wann komme ich wieder zurück.

00:45:36: Das wird für mich entschieden.

00:45:39: der Umgang so wie ich das gehört habe ist auch manchmal das gesagt wird Sehen wir eine Krise als ein Brand der ausbricht.

00:45:47: Wir wollen den brand löschen.

00:45:48: Wir gehen noch gar nicht auf Ursachenforschung, wo der Brand herkam.

00:45:51: Sondern wir wollen erst mal den Brand löschen, dass alle in Sicherheit kommen so ein bisschen das Bild und danach geht man erstmal wieder entweder nach Hause oder bleibt nicht in der Klinik.

00:46:03: ist das etwas, wo du gedacht hast es gut, dass jetzt erstmal der brand gelöscht wird?

00:46:06: Oder würdest du eigentlich eher auf Ursachenforschung gehen wollen?

00:46:09: Mal so, mal so aber oft habe ich in der Situation dem Brand selber gar nicht gesehen.

00:46:13: Ach krass!

00:46:14: So was anderes gesehen haben von außen, also durch Dritte dann vorstellig wurde.

00:46:23: Ich finde das ... wow!

00:46:25: Krasses Bild.

00:46:26: weil jetzt nehm ich mir das Brändehaus es brennt auf dem Flur und du sitzt noch im Wohnzimmer und denkst dir ja, wird grad warm aber warum drehen alle gerade so durch?

00:46:35: Warum ist hier grad so viel krass?

00:46:37: ein krasses Bild.

00:46:38: Und wie war das denn für dich als sozusagen erstmal die Leute mit den Feuerlöschern anrücken?

00:46:44: Ja wollte ich sie nicht bei mir haben.

00:46:48: Warum wollt ihr was löschen und was nicht da ist, sag ich mal?

00:46:53: Oder war es noch nicht so extrem als in meinen Augen.

00:46:56: Ja.

00:46:56: Was ich nicht hätte selber in die Hand nehmen können.

00:46:59: Was war etwas, was dir in dieser Situation geholfen hat?

00:47:02: Weil ich kann mir vorstellen wenn das jetzt erstmal so ist dass du das Problem was andere sehen gerade gar nicht für dich so wahrgenommen hast... ...dann ist es ja also wenn ich mich da reinversetzen würde gar nicht so hilfreich, dass ich irgendwie was wollte hier.

00:47:13: Also er ist eher so Hallo!

00:47:15: Ist mein Haus geht man grad nicht hier rein?

00:47:17: Was war etwas, was dir in dem Moment geholfen hat oder hätte helfen können?

00:47:22: Oder war das einfach nur unangenehm.

00:47:24: Ja es war unangenergenehm eher weil die Leute mehr mitbekommen haben als ich dann vielleicht doch nach außen hin zeigen wollte also dass ihr mitbekommt, dass mir schlechter geht und es Richtung Krise geht oder schon in der Krise ist.

00:47:40: Und du hast vorhin gesagt, das fand ich auch total stark Weil du gesagt hast manchmal war's erleichternd Manchmal nicht.

00:47:48: Wann war's für dich erleichtern?

00:47:49: Wenn ich gemerkt habe, ja.

00:47:52: Da sind Leute ... passen auf, dass ich jetzt nicht unbedingt Blütze mache oder mich irgendwie gefährde und meistens kam diese Erleichterung gar nicht mal in der Krise sondern erst später nachdem die Krise vorbei war so das mir dann klar wurde oh Das hat vielleicht geholfen und hat mich erleichtert.

00:48:19: In der Krise hat man, glaub ich gar nicht ... Also, ich hab den Kopf gar nicht dafür darüber Gedanken zu machen.

00:48:25: Ist das jetzt hilfreich oder nicht?

00:48:27: Für mich ist in der Situation eh alles kacke.

00:48:29: Ja, das kann ich mir super vorstellen.

00:48:32: Weil klar, es ist ja dann in dem Moment gerade Alarm so, ne?

00:48:36: Es ist ja in so einer Situation, wie will man da einen klaren Gedan- Da sitzt man ja nicht hin und sagt, mh!

00:48:43: Hier geht grade alles drunter und drüber.

00:48:44: Warum eigentlich?

00:48:45: Und wenn ihr zu einem auf ein ... Also sagen wir mal, du hast gesagt ja in der Regel sind es jetzt ein zwei Tage.

00:48:52: War das dann normalerweise so dass gesagt wurde ja man ist erst einmal ein-zwei Tage wird dieser Brand gelöscht und wie ist man damit umgegangen?

00:49:00: Also wie wurde mit dir um gegangen?

00:49:02: Ja

00:49:02: letztendlich waren's dann doch ein zwei Wochen länger kam halt auf Klinik an und Stationen und so weiter.

00:49:11: also Kinder- und Jugendpsychiatrie unterscheidet sich schon bisschen von der Erwachsenungpsych.

00:49:15: psychiatrie

00:49:16: Ja, wie ist es denn ... Also wenn dann so ein Brand war.

00:49:21: Was hat dir denn konkret geholfen?

00:49:24: Wie konnte man den Brand löschen?

00:49:25: für dich?

00:49:26: Puh also schwierig.

00:49:29: Manchmal hilft wirklich einfach stumpfes Aussitzen bis das Schlimmste vorbei ist.

00:49:35: aber was wichtig war im Nachhinein betrachtet ist halt ein stabiles Umfeld für später zu haben Personen, denen man vertraut und die da sind.

00:49:49: Und dann einen für nach dem Aufenthalt zum Beispiel oder nach der Krise noch mal bisschen auffangen aber auch nicht allzu sehr.

00:49:57: Wenn man so daran denkt du hast ja gesagt so auch Ohnmacht ist so etwas was eine Krise für dich bedeutet oder Kontrollverlust.

00:50:05: Wir hatten auch häufig schon einmal gehört dass generell so ne Krise auch krass isoliert also generell weil du die Krise durchlebst ja nur in den Moment Du bist ja die Einzige die gerade im Brennenhaus sitzt und alle anderen Räumen kommen da nur an mit Mit dem Feuerlöscher oder so.

00:50:18: Hast du das auch so empfunden?

00:50:19: Hat dich das rausgenommen aus allem, oder sagst du, das hatt ich gar nicht so wahrgenommen?

00:50:25: Ich hab viel die Verantwortung abgegeben also weil ich halt die Verantwortung für mich nicht mehr übernehmen konnte und ich ... ich konnte nie wirklich klar sagen bin ich jetzt gefährdet oder nicht und deswegen habe ich dann auch öfter vorher gesagt ja keine Ahnung ob was passiert.

00:50:42: wenn was passiert ist es so Also da... eher isoliert, aber trotzdem hat man noch was von mir bekommen.

00:50:51: Also ja gerade so betreuer zum Beispiel oder sowas...

00:50:55: Und gibt es irgendwie Punkte wo du sagen würdest in so einer Krise konnte man oder hätte ich mir gewünscht dass so an mich rangetreten wird?

00:51:02: Oder eben nicht?

00:51:04: Gibt's irgendwie einen Punkt wo du sagst das hätt ich mir vielleicht mehr gewünschte oder das ist gut gelaufen und schlecht gelaufen für mich?

00:51:11: Von Krisen zu Krisen unterschiedlich bei mir also Krisen.

00:51:17: Bei mir fällt ein individuell aus.

00:51:18: Das ist nicht immer der gleiche Fahrplan, den man da läuft sondern... ...mal brauche ich das mal schädigt das aber vielleicht auch.

00:51:28: Ja okay.

00:51:31: Wie es mit extremen Situationen ist, dafür gibt's keinen Patentrezept.

00:51:35: Das habe ich heute auch schon mehrfach gelernt und gehört dass es... Ich glaube es geht auch beiden Seiten so.

00:51:41: wenn man dich als Patientin nimmt die gerade in eine Krise steckt Ist das individuell, weil du auch noch nicht weißt was die gerade hilft.

00:51:48: und so geht es den Leuten.

00:51:49: Die versuchen dem Brand zu löschen wahrscheinlich auch dass sie noch gar nicht wissen okay?

00:51:53: Was ist das überhaupt für ein brand?

00:51:55: Das ist sehr vielleicht auch ganz spannend bei den Krisen die du durchlaufen hast.

00:52:01: ist da irgendwas wo du sagst dass Es gibt so eine so eine mechanik die an sich für mich schon gut funktioniert hat.

00:52:08: also es ist gut zu wissen gewesen.

00:52:10: Jetzt kommt es ist es gibt krisen beim leben aber ich weiß Es wird damit auch irgendwie umgegangen.

00:52:16: Also es gibt eine Möglichkeit, oder muss man das immer wieder neu bewerten?

00:52:21: Weil jedes Mal ... war's immer wieder ein erstes Mal.

00:52:24: Nee ich wusste irgendwann was so gut war für mich.

00:52:29: Ein Umfeld, was ich kenne also ne Station die ich kende und nicht immer ne neue Station zum Beispiel weil da kennt man dann die Leute Und die kennen einen auch Auch wenns dann nicht die gleiche Art von Krisen oder der gleiche Auslöser.

00:52:43: Trotzdem sind da Menschen, die man irgendwie schon mal gesehen hat und das ist nicht alles neu.

00:52:48: Weil Veränderungen und neue Sachen können auch nochmal etwas verstärken in

00:52:55: mir.".

00:52:55: Und

00:52:56: würdest du sagen dass es für dich eher gut war?

00:52:59: Dass immer noch irgendwann ... weil ich glaube das Wichtigste bei so Krisen ist.

00:53:03: Du hast gerade auch schon so gut gesagt du brauchst einen Umfeld, dass sich eventuell aufhängt oder was ungefähr vielleicht eine Ahnung hätte was man vielleicht braucht diese Eigenständigkeit ... wieder zurück zu gewinnen.

00:53:14: Das ist ja, glaube ich das... ... das Entscheidende.

00:53:17: also du hast von Anfang an gesagt eine Krise fühlt sich an wie Kontrollverlust ohne Macht.

00:53:22: Was hat dir geholfen?

00:53:23: oder was glaubst du ist das Beste für dich gewesen?

00:53:27: Wieder Selbstkontrolle zu kriegen!

00:53:28: Ist es die Betreuung eher in der Klinik?

00:53:30: oder ist es eher vielleicht dass man doch früher wieder auf die Eigenständigkeit irgendwie wieder gebracht wird?

00:53:37: So den Übergang also dass man auch Leute die Privat in meinem Umfeld dabei sind, seien es Betreuer oder sowas.

00:53:47: Auch mal mit zu Gesprächen... ...in die Klinik holt und einen Plan macht und guckt wie der Stand ist also dass alle Parteien irgendwie mit drin sind unabhängig auch von der Klinique.

00:54:03: so im Nachhinein

00:54:04: Was fühlt sich eigentlich für dich besser an?

00:54:07: Wenn du die Kontrolle abgeben kannst oder wenn du die kontrolle hast?

00:54:10: Mal so, malso!

00:54:11: Also Das kann ich gar nicht genau sagen.

00:54:15: Es ist beides manchmal gut und beides mal extrem schlecht, und ... Ich kann es gar nicht so beantworten.

00:54:24: Also, kann ich mir vorstellen?

00:54:25: Weil das was ich bei dir so eindrückselig finde, ne... Ist dass du beschreibst wie individuell jede einzelne Krise ist.

00:54:33: Nicht nur bei jedem einzelnen Menschen sondern auch bei dir selbst!

00:54:35: Das ist ja jedes Mal eine neue Situation.

00:54:37: Und ich glaube das können so viele nachvollziehen, dass man nicht sagen kann Ja jetzt ist gerade eine extreme Situation dann müssen wir Fahrplan A machen und dann funktioniert das.

00:54:47: Das ist gar nicht so, sondern jedes Mal muss man es neu bewerten und irgendwie gucken wie dient man damit?

00:54:52: Ja also oft ist es einfacher die Kontrolle abzugeben aber es fühlt sich trotzdem nicht richtig an und es fühlte sich schlimmer die Kontrollen so zu verlieren.

00:55:03: aber es ist halt irgendwie einfacher weil man dann eine Last sage ich mal weniger hat auch wenn das Gefühl von Ich habe keine Kontrolle.

00:55:13: Trotzdem dabei ist aber es weniger als Sachen, die mit Kontrolle überhaupt einhergehen.

00:55:19: Mir ist doch noch eine Frage eingefallen, Maja und zwar so aus helferinnen Perspektive frag ich mich oft sind wir ausschließlich hilfreich?

00:55:31: Wenn wir versuchen Betroffene zu unterstützen über Dasein- und Zuwendung geben?

00:55:38: oder gibt es auch Momente wo wir euch vielleicht eine Veränderung erschweren oder den Schritt auf den neuen Weg sozusagen schwerer machen, weil wir sozusagen zu viel Verantwortung für euch übernehmen.

00:55:51: Ich weiß nicht ob du dazu was sagen kannst?

00:55:53: Also ich habe bisher so erlebt dass es das schon erschwerend kann gerade wenn es sich für mich richtig angefühlt hat jetzt die komplette Verantwortung abzugeben und den Helferpersonen die Verantwortung die Verantwortung von mir zu geben.

00:56:13: Weil ich dann dadurch halt ... ein Problem in Anführungszeichen weniger habe, auf was ich mich konzentrieren muss weil das andere für mich übernehmen und dann war es oft schwer da wieder so rauszukommen Und die Verantwortung für mich selbst zu übernehmen.

00:56:32: Das heißt langfristig gesehen würdest du als Betroffene auch sagen dass es schon wichtig ist dass es nicht zu nett in Anführungsstrichen ist, also das man auch als Betroffene schafft wieder Verantwortung für sich zu übernehmen und dass das schwer werden kann.

00:56:47: Wenn man zu enge Bindungen hat an die Helfer auf Akkutstation zum Beispiel oder die zu viel Verantwortung übernehmen in Situationen wo du eigentlich lernen müsstest Verantwortung für dich zu über nehmen?

00:56:58: Ja.

00:57:00: Okay

00:57:01: Und auch so, dass ich auch schon ein paar Maßprobleme hatte, sicher auf Akkutstation gefühlt habe und mich dann nicht mehr getraut habe, rauszugehen weil ich Angst hatte.

00:57:13: Draußen passiert irgendwas.

00:57:15: Und hier wird aber auch auf mich aufgepasst.

00:57:19: die Angst noch mal zu überwinden

00:57:21: ist noch schwerer wahrscheinlich.

00:57:23: dann ja finde ich mega spannend was du sagst und ich glaube dass das was ganz wichtiges ist wo man immer wieder darüber nachdenken

00:57:32: muss

00:57:33: für die Betroffenen und auch für die Helferinnen und Helfer.

00:57:36: Ja, danke dir!

00:57:38: Und ich meine jetzt sitzt du hier und kannst darüber so gut sprechen was ja mega schön ist.

00:57:42: Wir haben eine Frage, die stellen wir meistens als Abschlussfrage.

00:57:48: Heißt nicht dass wir da nachher darüber irgendwas reden können aber ich würde gerne dich mal fragen wie du das einschätzt Wenn du von Stand Jetzt zurückblickst Worauf bist Du stolz?

00:57:58: Vielleicht dass ich bis hierhin gekommen bin?

00:58:04: Ja, aus dem was ich erlebt habe auch eventuell bald ein Beruf wert.

00:58:15: Ah

00:58:15: cool!

00:58:16: Ich bin halt angehende Genesungs-Begleiterin und...

00:58:21: Wow ja darauf kannst du auf jeden Fall stolz sein finde ich super.

00:58:25: Also dass ich aus meiner Erfahrung irgendwie anderen meine Erfahrungen irgendwie mit auf den Weg geben kann.

00:58:31: Also ich muss dir sagen, alleine dass du hier sitzt und die Erfahrung gerade teilst.

00:58:34: Und ich glaube so viele damit abholst ist etwas, worauf aus meinen Augen du super stolz sein kannst finde ich mega.

00:58:41: vielen Dank einfach, dass du das mit uns geteilt hast.

00:58:43: Ich finde es total stark und ganz viel Erfolg für deinen neuen Job!

00:58:48: Danke!

00:58:53: Ganz spannend wie so oft in den Folgen ein Thema, ganz anderes Gespräch.

00:58:58: was sich so spannend bei Maya fand... Das war ihr erster Satz.

00:59:02: Wie fühlt sich für mich eine Krise an?

00:59:03: Das ist Ohnmacht, das Kontrollverlust.

00:59:06: Hat bei ihr mehrere Farben.

00:59:07: manchmal findet sie den Kontroll-Verlust war das was ihr gut tat.

00:59:11: Schlecht für ihre Entwicklung aber gut in dem Moment was es sich angefühlt hat.

00:59:15: jetzt ist für mich die Frage also Ist das Ziel bei so Krisenintervention wenn so ne Krise kommt dass die Jugendlichen selbst wieder die Kontrolle kriegen?

00:59:23: ja ich glaube so kann man das Gutprägnant zusammenfassen raus aus der Ohn macht rein in die Selbstwirksamkeit, Selbstkontrolle.

00:59:32: Wir wollen ja, dass die Jugendlichen wieder selbst Verantwortung für sich und ihr Leben übernehmen

00:59:37: können.".

00:59:37: Und das ist ehrlich gesagt oft ein ganz schöner Eiertanz.

00:59:40: also ich finde ... Für euch

00:59:41: als Helfende dann?

00:59:42: Voll!

00:59:42: Das hat sie total gut beschrieben, ne?

00:59:44: Also, dass wir ganz viel helfen und unterstützen wollen und das es aber ab einem gewissen Punkt ja auch zuviel sein kann weil wir erschweren, dass man damit auch selber wieder Verantwortung für dich übernehmen will.

00:59:57: Also diese Frage Wie weit helfen wir und ab wann wird unsere Hilfe aber auch zu viel?

01:00:03: Das ist total schwer, zu beantworten.

01:00:05: Vor allem weil... Und das ist das was wir ganz am Anfang sogar schon für uns festgestellt haben.

01:00:09: So eine extreme Situation ist individuell bei jedem Menschen und jetzt haben wir zum Beispiel in Meier auch gehört jede einzelne Krise war individuell.

01:00:19: Sie hat nie immer das Gleiche gebraucht und das finde ich so spannend.

01:00:22: wie geht er also in der Nachbetrachtung mit zum Beispiel Maßnahmen um die Ergriffen?

01:00:26: Mit jeder Krise, was macht ihr?

01:00:28: Was ich super wichtig finde ist dass jede Krise und das was dann gemacht wurde von unserer Seite mit den Jugendlichen und auch den Kindern und deren Eltern nachbesprochen werden muss.

01:00:40: Also ich find es total wichtig Man sich noch mal zusammensetzt und überlegt, was war da los?

01:00:46: Was hat das ausgelöst.

01:00:47: Was war hilfreich?

01:00:48: Was nicht?

01:00:48: Was hättest du gebraucht?

01:00:49: Und vor allem dass man erklärt warum man so gehandelt hat wie man gehandlt hat damit es dich eben nicht willkürlich anfühlt für die Betroffenen und diese zumindest ein Stück weit wieder raus diesem maximalen Kontrollverlust erleben kommen, dass sie zumindest nachvollziehen können.

01:01:07: Warum wollten wir in der Situation durch unsere Methoden schützen und das wir nicht bestrafen wollten oder so?

01:01:14: Und das ist das glaube ich was das sehr gut zusammenfasst.

01:01:17: Wir haben uns in dieser Folge rangepürscht an Situationen die extrem sind An einem Ort wie hier wo ich ja sagen kann Ich bin ja richtig Fan von dem ort geworden.

01:01:27: Es ist trotzdem so dass es eben diese extremen situationen gibt.

01:01:30: die sind Nicht die Regel gehören aber leider für euch zum Alltag dazu und es wird versucht damit umzugehen von beiden Seiten.

01:01:38: Für Jugendliche, Kinder und genauso für euch.

01:01:42: Ja auf jeden Fall!

01:01:43: Und wenn ihr die Folge jetzt gehört habt genau und wenn ihr das Gefühl habt dass geht euch nicht gut Ihr seid belastet ihr braucht Unterstützung dann findet ihr wie immer Anlaufstellen und Hilfen in den Show Notes

01:01:55: Und natürlich gibt es auch diesmal einen Deep Dive zu der Folge.

01:01:58: Wir haben schon ein bisschen drauf getießt, da geht ihr nochmal ein bisschen ausdrücklicher darauf ein wie es auch für euch helfende ist mit diesen Situationen umzugehen welche Maßnahmen wann ergriffen werden welche Vorgaben es gibt.

01:02:10: also wenn euch das interessiert hört noch mal ein deep dive rein.

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