Ich zeige dir meine Welt - Autismus bei Kindern und Jugendlichen

Shownotes

Wie fühlt es sich an, die Welt aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen? In dieser Folge Seelenstruggle geht es um Autismus-Spektrum-Störungen. Tom, der selbst autistisch ist, gibt uns einen Einblick in seinen Alltag und erzählt, warum die Diagnose für ihn eigentlich nichts verändert hat. Er spricht darüber, wie er seine Stärken nutzt und welche Herausforderungen er dabei meistern muss. Ida teilt ihre Erfahrungen als Angehörige eines Betroffenen und erklärt, wie die Diagnose ihr geholfen hat, ihren Sohn besser zu verstehen. Sie betont, wie wichtig die richtige Unterstützung für die ganze Familie ist und macht klar: Autismus ist keine einheitliche Erfahrung – jeder Mensch erlebt ihn auf seine eigene Weise. In dieser Folge geht es genau darum: Autismus-Spektrum-Störungen sind individuell und facettenreich. Hör rein, wenn du erfahren möchtest, warum es so wichtig ist, Menschen und ihre Perspektiven ohne Vorurteile zu verstehen.


Wenn du dich gerade nicht gut fühlst, findest du hier wichtige Informationen und Hilfsangebote, die dir weiterhelfen können. Du bist nicht allein.

https://krisenchat.de www.telefonseelsorge.de https://www.bzga.de/service/beratungsstellen/ https://www.psychotherapeutensuche.de/suche/ https://www.lwl-uk-hamm.de/de/


Du möchtest den Förderverein der LWL-Universitätsklinik Hamm e.V unterstützen? Dieser setzt sich seit rund 25 Jahren aktiv für Kinder und Jugendliche während ihrer Behandlungszeit in der Klinik ein. Alle Infos und wie du Mitglied werden kannst, findest du unter https://www.lwl-uk-hamm.de/de/fuer-patienten-angehoerige/die-klinik/foerderverein/

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich habe versucht, bestimmte Eigenschaften die ich nicht habe oder die ich habe zu kompensieren dadurch dass sich sie ins Radikale getrieben haben.

00:00:07: Dass ich versuch zum Beispiel versucht habe sehr viel Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen weil... ...ich sage mal so cool wie andere erscheinen wollte was aber für mich absolut nicht nötig war denn ich war eigentlich in meiner eigenen Welt derjenige der für mich persönlich aus meiner Sicht am coolsten war würde ich mal so sagen

00:00:29: Ich zeig dir meine Welt.

00:00:31: Autismus bei Kindern und Jugendlichen, wir sprechen über psychische Erkrankungen bei Kindern mit Betroffenen, Angehörigen und Experten.

00:00:40: Seelen Struggle, dein Podcast der LWL Uniklinik Ham.

00:00:45: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Seelensdruggle!

00:00:49: Ich heiße Kai Klüting.

00:00:51: ich kenne da vielleicht aus anderen Folgen schon oder wenn ihr dazu jetzt neu dazukommt dann kennt er mich noch nicht, dann lernt er mich jetzt kennen Nicht nur mich, sondern auch Davina Hahn ist wieder

00:01:01: bei mir.

00:01:01: Hi!

00:01:02: Du arbeitest ja hier als Therapeutin in der LWL Uni-Klinik in Hamm?

00:01:06: Ich nicht.

00:01:07: Ich arbeite eigentlich im Radio und darf immer bei euch reinschneiden und wir unterhalten uns immer zu tollen Themen.

00:01:12: Und heute zu...

00:01:13: Thema Autismus.

00:01:15: Find ich mega spannend das Thema.

00:01:18: Das wird eine ganz besondere Folge.

00:01:20: Das kann ich euch schon mal jetzt vor wegschieben.

00:01:23: Ich meine, es heißt ja nicht nur Autismus sondern ich zeige dir meine Welt und genau das werden wir im Laufe der Folgen echt erleben.

00:01:29: Das haben wir heute erlebt in unseren Gesprächen Und ich bin schon hier hingekommen wieder mit einem Rucksack voll Mit Vorurteilen weil ich dachte wirklich Autismus Ja das kenne ich da weiß ich ganz genau Bescheid dass sind Menschen mit Inselbegabungen die soziale Nicht klar kommen und meistens im Blackjack wegen Kartenzählen gewinnen können oder so.

00:01:54: Und ich hab Brainman gesehen, deswegen weiß ich sowieso wie Autismus funktioniert.

00:01:58: aber da Wiener ... Da kann man schon sagen... Nee!

00:02:03: Ne genau haben wir schon auch festgestellt durch die Gespräche, die wir gerade hatten.

00:02:08: Aber grundsätzlich kann man erst mal sagen das Autismus ja was ist was keine Krankheit an sich isst.

00:02:15: Deswegen es ist auch nicht heilbar sondern es ist eher ganz kurz runtergebrochen, dass das Gehirn von autistischen Menschen einfach ein bisschen anders funktioniert als das Gehirn von, man würde sagen Neurotypischen Menschen.

00:02:30: Also von Menschen die nicht an Autismus leiden.

00:02:33: Es ist aber als psychische Erkrankung anerkannt?

00:02:37: Genau tatsächlich ist es das noch und es wird es auch bleiben.

00:02:40: allerdings gibt es da so ein paar Änderungen weil Aktuell ist es so, dass man drei Formen unterscheidet von Autismus.

00:02:47: Nämlich einmal den frühkindlichen Autismus, der beginnt meistens vor dem dritten Lebensjahr schon und äußert sich eben darin, dass diese Kinder Auffälligkeiten zeigen in der sozialen Interaktion.

00:03:01: Viele der Kinder lernen zum Beispiel gar nicht zu sprechen oder haben eben sehr stereotypis Verhalten also zeigen immer wieder sich wiederholende Bewegung zum Beispiel.

00:03:14: Dann gibt es den atypischen Autismus, das heißt einfach dass das im oder nach dem dritten Lebensjahr entsteht aber dass es auch da Schwierigkeiten gibt in der sozialen Kontaktgestaltung zu anderen im Spracherwerb und auch so genau dass die auch sehr besondere Interessen haben.

00:03:32: Und dann gibt es als Dritte Form das Asperger-Syndrom.

00:03:36: Habe ich auch schon mal gehört?

00:03:37: Genau und das ist, finde ich voll wichtig zu sagen, dass sind Kinder die ganz normal sprechen lernen in der Regel, die auch nicht irgendwie Intelligenz gemindert sind oder so.

00:03:47: Das heißt sie fallen erst einmal in ihrer sprachlichen und kognitiven Entwicklung nicht unbedingt auf.

00:03:52: aber auch die zeigen irgendwie Schwierigkeiten in sozialer Kontaktgestaltung Stereotypesverhalten oder sehr besondere Interessen.

00:04:01: Und ich finde, dass es so diese drei Formen gibt zeigt ja schon, dass wir zwar von Autismus sprechen das ist aber sehr unterschiedlich sich äußern kann und das hat eben auch die Wissenschaft erkannt.

00:04:13: und deswegen genau Deswegen wird es da Änderungen geben und man spricht auch heute schon eher von sogenannten Autismus Spektrumsstörung also dass wir einfach ja ein Spektrum haben auf dem sich Menschen bewegen, sodass eben die Art und Weise wie der Autismus sich zeigt sehr verschieden sein kann.

00:04:32: Und ich finde das zeigt sich auch in den Gesprächen, die wir heute so hatten.

00:04:35: Ja, wir haben zwei ganz, ganz tolle Gäste wieder gehabt.

00:04:40: Wir haben immer die Namen verändert – wir haben sie Ida und Tom genannt.

00:04:45: Ida ist eine Mutter von einem autismusbetroffenem Jung, auch Asperger Und Tom ist selbst betroffen, ist sechzehn und nimmt uns mit in seine Welt.

00:04:57: Das ist wirklich auch eine ganz besondere Reise gewesen.

00:05:00: Jetzt hören wir aber erst Ida die uns mal erzählt wie das für das Umfeld ist weil Autismus auch meistens irgendwie das umfeldstaat betrifft.

00:05:09: Auf jeden Fall.

00:05:09: Kommunikation Schule Kindergarten Wir werden es merken Ist ein Thema Aber jetzt springen wir mal direkt rein ins Gespräch weiter.

00:05:20: Ja, Hallihallo.

00:05:21: Danke für die Einladung!

00:05:23: Schön dass du da bist.

00:05:24: Es ist unsere Folge, wir thematisieren und reden über Autismus.

00:05:28: Gib uns ein paar Infos zu deinem Sohn.

00:05:32: Mein Sohn hat Aspergerautismus – das ist noch mal eine andere Form.

00:05:36: also kein frühkläntlichen Autismus... Aspergeautismus ist ne riesen Palette.

00:05:42: Also es sind ganz weite Spannbreite von Arten weil jeder Aspergaer ist nicht leicht Und ich habe damals auch, als ich die Diagnose bei meinem Sohn bekommen hab, alle Hameda-Fachbücher in die Hand gedrückt.

00:05:57: Aber ich hatte für mich klar, nee, ich kann jetzt meinen Sohn verstehen worum es geht und ich brauch da keine Fachbüche, die ich wälzen muss sondern ich weiß jetzt warum er so tickt wie er tickt.

00:06:11: Genau dein Sohn hat die Diagnose mit sieben gekriegt das heißt du hast ja auch sieben Jahre deinen Sohn ja schon kennengelernt.

00:06:19: Ich gehe gleich noch, wir gehen gleich noch so ein bisschen auf.

00:06:21: Wie hat sich das... wie war deine Gefühle davor?

00:06:24: Was hat die Diagnose mit dir gemacht?

00:06:26: Aber wir haben bei uns auch immer ein paar Rubriken und eine davon ist Seelen Struggle Feelings.

00:06:30: Bei dir ist es heute ein bisschen besonders.

00:06:32: Ja ich geb dir einen Satz vor Und du versuchst ihn einfach zu beenden.

00:06:36: Mal gucken was er's mit dir macht Seelen struggle feelings.

00:06:40: Das Wort Autismus löst bei mir Folgendes aus

00:06:46: Es ist anstrengend aber auch total vielfältig und bereichernd.

00:06:54: Und faszinierend?

00:06:56: Das ist spannend, weil wir haben schon kurz gequatscht.

00:07:01: ich habe gar keine Ahnung wie wir es schon festgestellt haben von Autismus und ich glaube Wir hätten ganz ähnlich auf die Frage geantwortet Weil mich das genauso faszinernt.

00:07:13: Ich hab vorhin schon erzählt Ein Satz der so wenn mir Leute versucht haben Autismus als Kind zu erklären was immer schwer zu erklären, die leben aber in ihrer eigenen Welt so ein bisschen.

00:07:24: Fühlst du das auch?

00:07:25: Ist das so ein Satz den du schon mal gehört hast was würdest

00:07:28: du sagen?

00:07:28: Ja also ich fand es damals sehr faszinierend.

00:07:32: Mein Sohn hat damals in der Autismusambulanz die Therapeuten ihm gezeigt wie so einen Autismuskopf aussieht und er hat ihn um ihm zu erklären wie sein Kopf Anders funktioniert als den von normalen, weil das hat er ja schon deutlich gemerkt.

00:07:47: Dass er anders funktioniert als andere und hat ihm dann halt ein Weißkohl- und einen Kohlkopf dahingestellt.

00:07:54: Und hat dann jeweils über den Weißkol und über dem Kohlkop Wasser geschüttet und hat sie dann wieder hochgenommen.

00:08:01: Bei dem Kohlkopf ist ganz viel rausgeflossen bei dem Weißkoal ist nur wenig reingeflossen aber das ist drin geblieben!

00:08:08: Das ist der Asperger Kopf.

00:08:12: unglaublich starkes Beispiel.

00:08:14: Es gehen nicht alle Informationen rein, aber das was reingeht bleibt

00:08:18: genau

00:08:18: wird ganz anders verarbeitet.

00:08:20: Ja das bleibt drin.

00:08:21: Das ist so plastisch habe ich noch nie gehört.

00:08:25: Dein Sohn war sie.

00:08:27: geben wir nochmal vor die Diagnose wie war euer Alltag?

00:08:31: Anstrengend weil wenn es ihm zu viel wurde hat er sich freigeboxt dann ist er aggressiv geworden und damit sind wir halt überall angeeckt.

00:08:41: Also, der war vorher erst in einem Kindergarten.

00:08:44: Der hatte ein offenes Konzept und da waren halt für Jakob die Regeln total schwierig weil er ... Er ist einfach von einer Gruppe in die nächste gerannt und hat alle umgekegelt Weil er einfach ... Der hatte keinen Halt Und dann haben wir für uns beschlossen das geht so nicht mehr.

00:09:03: und dann durfte er mitten im Jahr wechseln in eine andere Kita.

00:09:06: Die hatten ganz klare Strukturen.

00:09:09: Ja, Kopf war ein ganz anderer

00:09:10: Mensch.

00:09:12: Was heißt anderer Mensch?

00:09:15: Der Warulga, die jetzt hier haben mitgekriegt dass er halt einfach Schwierigkeiten hat sich zu integrieren in die Gruppe das er zwischendurch Pausen braucht.

00:09:26: und in der anderen Kita ist es dann so abgelaufen wenn In dem Stuhlkreis nicht funktionierte, wurde er auf seinen Platz in eine dunkle Ecke gesetzt.

00:09:36: Er hat einen Garderomenraum und sollte dann da sitzen bleiben.

00:09:39: Und in der anderen Kita war es so... Er ist halt schon raus aber die Tür war offen und er konnte reingucken und selber entscheiden wann er wieder reingehen.

00:09:47: Dadurch hatte er einfach die Möglichkeit sich selbst zu regulieren!

00:09:53: Das war für ihn.

00:09:55: Man merkte richtig, der war ein anderes Kind.

00:09:57: Der kriegte mit, die nehmen mich ernst und wertschätzen mich.

00:10:01: Und die Kita-Zeit war wesentlich entspannter.

00:10:04: Da bin ich dir noch sehr dankbar drum.

00:10:07: Ja, man ist viel besser auf ihn eingegangen.

00:10:11: Also abgesehen vom Asperger würde ich mir das jedem Kind

00:10:15: wünschen

00:10:17: und da war ja auch... Sie hatten die Diagnose gar nicht.

00:10:19: also es war der normale Umgang wie sie mit jedem anderen Kind auch verfahren werden.

00:10:23: Das finde ich spannend!

00:10:26: Dann ist er in die Schule gekommen und das war ein interessanter Einschnitt bei euch.

00:10:31: Oh ja, also er ist in die Schule gekommen war den ersten Tag da und die Klassenlehrerin hat uns damals an den Kopf geknallt.

00:10:41: Er hat Asperger-Syndrom bitte testen!

00:10:44: Und da muss ich selber gestehen habe ich sofort auf Abwehrreaktion geschaltet und hab gesagt ey stop mal du bist keine Ärztin und Sonne Diagnose kannst Du mir nicht am Kopf knallen das geht nicht.

00:10:56: und haben das erstmal ignoriert und haben aber mit unseren Ärzten gesprochen weil wir ihn ergotherapeutisch und so was alles schon getestet haben, aber halt nicht psychosomatisch.

00:11:07: Und dann hat unser Kinderarzt gesagt kommt macht das mal vielleicht hat sie doch nicht ganz unrecht?

00:11:14: Und im Nachhinein also die Diagnose war nicht ganz klar.

00:11:17: der Therapeute hat damals gesagt er hat ADHS und Asperger Aber was davon jetzt überwiegt konnte er nicht festlegen Und daher ist er noch mal in der intensivere Diagnostik Schreife gegangen und dann hat er Diagnose gekriegt, Asperger mit ADAS.

00:11:33: Autistisch.

00:11:34: Ich kann erstmal das Gefühl total verstehen.

00:11:36: ich glaube jeder und jede die Kinder haben oder auch selbst sie keine Kinder haben wenn man in eine Schule kommt.

00:11:42: Also wie gesagt Lehrer haben auch viel mit Kindern zu tun und die haben natürlich auch sehr eng, aber es ist eine Diagnose.

00:11:48: Und die direkt Eltern in den Kopf zu knallen oder welche hätte ich wahrscheinlich genauso reagiert?

00:11:52: Na gut im Nachhinein hatte sie recht, aber das kann man anders rüberbringen.

00:11:56: Man kann sagen Ich habe den Verdacht weil aus meiner Erfahrung heraus da wäre ich ganz anders umgegangen als dieses.

00:12:06: der hat Asperger-Syndrom.

00:12:07: Bums!

00:12:08: Sehen Sie zu wie Sie damit jetzt lakommen.

00:12:10: Das ist insofern ja total interessant, weil du jetzt mit der Diagnose zweimal mindestens konfrontiert wurdest.

00:12:15: Einmal ohne dass es eine Diagnese gab und dann wieder als es eine Ddiagnose gab.

00:12:22: War das bei dir vorher schon mal Thema?

00:12:24: Weil ich gesagt habe, die habt ihr auch schon einmal vorher ärgotherapeutisch testen lassen und so wie hattest du den Gedanken vorhin schon Mal oder...

00:12:31: Also mir ist mit ca.

00:12:34: eineinhalb zwei Jahren aufgefallen, mit dem ist irgendetwas anders weil er ist hier über den Kirchplatz gegangen und ich weiß nicht, ob ihr das kennt.

00:12:47: Wenn ihr an einem unter einem Turm herkommt und die Wirken wollten manchmal dahinterherziehen dann hat man diese optische Zeuschung dass dieser Kirchturm auf einen drauf fällt.

00:12:56: Und das hatte er auch und wir konnten wirklich ein Jahr nicht über diesen Platz gehen ohne dass er Panische.

00:13:03: also er fing wirklich an zu zittern der hatte wirklich richtig Panik.

00:13:09: Das ist nicht normal.

00:13:11: Und aber auch vom Gedächtnis her fand ich es damals sehr fasziniert, mein Sohn hat das geliebt mit meinem Mann zusammen die Geozeitschrift anzugucken und da war halt so ein Fossil von einer Schnecke und mein Mann hat ihn damals einfach den lateinischen Namen vorgelesen.

00:13:32: und mein Sohne nimmt sich ein halbes Jahr später oder ein Jahr später und sagt mir den lateinnischen Namen Und da habe ich ihn so, okay.

00:13:42: Der ist einfach anders unterwegs.

00:13:44: aber wir konnten es halt noch nicht... Wir hatten viel früher die Diagnose ADHS weil wir ihm mit der Absprache unseres Kinderarztes, das fand ich damals sehr spannend, er hatte uns gesagt, wir geben ihm jetzt mal eine kleine Dosis von dem Ritalin und ihr sagt im Unfall Umfeld überhaupt nicht Bescheid dass er das hat ... was ihr als Rückblick, also was ihr wieder... ...als Reaktion zurückbekommt.

00:14:14: Und am kreistesten fand ich damals meinen Vater,... ...der ist nämlich mit meinen Kindern immer in die Werkstatt gegangen und der sagte aber,... ..."Was habt ihr mit dem

00:14:22: angestellt?".

00:14:24: Der geht jetzt in diese Werkstatte und hat so viele Ideen,... ...die ich gar nicht umgesetzt kriege.

00:14:30: Okay!

00:14:33: Ich fand das auch damals sehr spannend.

00:14:36: Mein Sohn hat... Ich weiß nicht, kennt ihr den Film?

00:14:43: Es war einmal das Leben.

00:14:45: Ja!

00:14:45: Superfilm.

00:14:46: Genau.

00:14:47: Geht

00:14:47: um... es ist doch der Mensch, wo die so miniaturmäßig in den Körper reingehen und so den Körper erklären.

00:14:55: So kann ich's... Genau.

00:14:56: Und so hat er halt auch seinen Körper erklärt, dass da immer Briefe hin und her, dass diese kleinen Männchen sind, die da die Informationen hin- und her flitzen.

00:15:04: Dann hab' ich ihm halt erklärt wenn du Informationen bekommst Dann musst du um Wege gehen, weil die Brücken nicht alle vorhanden sind.

00:15:14: Und das war dann für ihn völlig klar okay?

00:15:17: Dann brauche ich halt für alles etwas länger aber ich schaff es trotzdem.

00:15:21: Also er hatte dann nach diesem Umschung in einem Kindergarten in der Kita Schulzeit.

00:15:29: Dann ja wahrscheinlich auch war das ein schwerer Einstieg erstmal, weil wenn diese Diagnose noch im Raum steht und gar nicht abgeklärt ist.

00:15:36: Und ich glaube dass es dann schwierig ist aufeinandertreffen gerade Wenn er eh so viel Umstellung ist.

00:15:40: also grad das erste Schuljahr ist für viele sehr sehr anstrengend

00:15:43: Ja.

00:15:43: Aber wie verlief denn so Die Zeit als ihr die Diagnosis hattet?

00:15:49: Wie hat das was verändert bei euch im Zusammensein?

00:15:52: oder

00:15:53: Also das hat alleine bei mir schon etwas geändert Weil ich dann klar hatte Ich habe keine Schuld Weil auch wenn mein Mann ist Lehrer, ich bin Erzieherin.

00:16:04: Ich habe es mir nicht erklären können warum dieser Kerl so anders tickt wie die anderen.

00:16:10: Ich kriege das.

00:16:10: Ich hab echt gedacht, dass ich falsch bin.

00:16:14: Und da hatte ich es dann schwarz auf weiß.

00:16:16: Nein!

00:16:17: Ich bin nicht falsch weil wenn Jakob sich auf eine Sache konzentriert kann er nicht gleichzeitig hören.

00:16:24: Das können Asperger-Autisten nicht.

00:16:26: Die können sich entweder aufs Sehen konzentrieren oder aufs Hören konzentrieren, oder ausschmecken aber beides auf einmal klappt im jungen Alter nicht.

00:16:34: mittlerweile kann er das.

00:16:35: es ist kein Problem.

00:16:36: aber das musste ich erst lernen und dann war für mich klar ja da brauche ich ihn auch nicht zu rufen weil das hat mich oft wahnsinnig gemacht dass ich ihn nach hinten gerufen habe und er einfach nicht reagiert hat.

00:16:48: und dann bin ich zu ihm hin und war schon völlig am kochen Und er saß da und war völlig perplex.

00:16:54: Also, der konnte ich dann erst mal verstehen wie missverstanden ich ihn da

00:16:58: habe.

00:16:59: Das ist ein ganz interessanter Perspektivwechsel, ne?

00:17:01: Wie für euch beide diese Situation die alltäglich ist glaube jeder ist Elternteilkinder sehr wenn man das Kind hundertmal rufen reagiert nicht und man ist dann natürlich irgendwann.

00:17:10: man denkt ja immer jeder kennt den Satz Ja ich glaub du willst grad nicht hören in dem Fall Contest nicht und hat bei dir auch Stress abgebaut, scheinbar.

00:17:19: Weil das war für dich ja vorher auch eine schwierige Situation.

00:17:22: Genau

00:17:23: und dann war es halt für mich klar okay erst berühren damit er mich sieht und dann können wir miteinander reden und damit haben sich ganz ganz viele Probleme bei uns gelöst.

00:17:32: Spannend!

00:17:33: Wie hat so das Umfeld reagiert?

00:17:35: Du hast deinen Vater angesprochen.

00:17:37: ich glaube dass das weil Autismus ist ein Thema das bei glaube ich vielen so ist wie bei mir.

00:17:42: man hat viele Gedanken dazu die wenigsten sind richtig oder nur in Teilen.

00:17:48: Und jeder hatte sofort Assoziation, wie war dein Umfeld?

00:17:51: Wie ist die mit umgegangen?

00:17:53: Also an sich hatten wir ein sehr gutes Umfeld.

00:17:56: Wir haben also eine total starke Familie habe ich und auch auf der Seite von meinem Mann, die das einfach alles mitgetragen haben.

00:18:05: Da sind wir super vernetzt und haben auch einfach gute soziale Kontakte.

00:18:10: ohne die hätte ich das glaube ich auch nicht so durchgestanden.

00:18:16: Was eher schwieriger war, war das Außen.

00:18:19: Weil die es einfach nicht verstanden haben.

00:18:21: Da kamen halt dann wirklich so was Ach ja, Pädagogenkinder oder so ne?

00:18:26: Oder ähm... Boah, die haben ihr Kind zu wirklich überhaupt nicht im Griff.

00:18:31: und weil Jakob ist nun mal ausgetickt Und ähm.. und es war für Jakob einfach total schwierig.

00:18:39: er hat Ich fand dass immer sehr faszinierend, weil es ging ihm damit total mies wenn der ausgerastet ist Weil er das nie wollte.

00:18:48: Der ist dann wieder wach geworden sozusagen und stand vor diesem Scherbenhaufen und stand da vor mir, was jetzt passiert?

00:18:57: Und dann hat er wirklich mit drei Jahren angefangen mit mir Reflektionsgespräche zu führen weil er das klären wollte!

00:19:03: Das ist ja auch ein Perspektivwechsel den man erstmal vornehmen muss.

00:19:07: also wenn man das gerade wahrnimmt... Auch für Jakob immer wiederkehrende, extreme Situationen oder ein extremer mentaler Stress.

00:19:18: Horror!

00:19:19: Ja weil du hast die Schuldfrage bei dir angesprochen.

00:19:22: also die Schuldgefühl kann ich glaube ich... Also den Gedanken kann ich nachvollziehen und denen wird er ja auch gehabt haben.

00:19:29: Er hat ja auch immer wieder Schuld an seinem Verhalten jedenfalls das Gefühl von Schuld.

00:19:34: Als er älter war, hat er mir mal gesagt Mama wir sind die besten Spionageagenten, die es gibt die Lage genau checken, wie wir jetzt funktionieren müssen.

00:19:44: Wir beobachten genauestens, wie die Menschen um uns herum sind und so reagieren wir dann.

00:19:50: Da hört man schon extrem raus, wie speziell ihr miteinander umgeht?

00:19:57: Also ihr kommuniziert viel über oder wahrscheinlich im Alltag immer weniger über die Zeit aber das klingt schon so als hättet ihr eine sehr offene Beziehung ... des Asperger betreffend zum Beispiel.

00:20:10: Also ihr redet da viel drüber, wie ihr damit umgeht oder wenn ihr Situation habt, wo du denkst, die habe ich vielleicht missverstanden?

00:20:16: Wie funktioniert das bei euch im Alltag?

00:20:19: Wir besprechen eigentlich alles auch immer noch.

00:20:23: mittlerweile ist er ja erwachsen und... Ich bin immer noch die wichtigste Person für ihn, um Sachen zu regeln.

00:20:29: Jetzt ist es wirklich so dass Jakob zu mir hinkommt Und klar na frag Mama!

00:20:35: Ich hab das und das Problem bitte Helfen wir so ungefähr.

00:20:38: Also klar, dieses helf mir sagt er nicht aber das ist dann steht der wirklich vor mir und dann tigert er hin und her weil wenn er angespannt ist guckt er einen nicht an sondern rennt einfach immer hin und Her was.

00:20:51: deshalb macht er schon immer was halt auch für Kindergartenkinder und auch in der Grundschule und so immer für Verwirrung gesorgt hat, weil die Kinder einfach nicht verstanden haben.

00:21:03: Der spricht mit mir aber er guckt mich doch gar nicht an und er rennt doch auch weg.

00:21:07: also das war für Jakob glaube ich immer eine große Herausforderung.

00:21:14: Ja gerade, ich glaube das ist spannend weil Kommunikation läuft ja immer in zwei Richtungen ab.

00:21:20: Man hat ja immer mindestens zwei Parteien die dazugehören und man lernt ja gewisse Muster.

00:21:25: wenn wir uns begrüßen geben und sie handgucken uns in die Augen sagen unser Name Tach wie gehts dir Smalltalk?

00:21:32: Diese normal also diese für uns normalen Geflogenheiten kannst du oder kann Jakob dann ja in Teilen gar nicht anwenden weil es ihm nicht sein naturell ist, oder?

00:21:39: Genau!

00:21:40: Also man kann es mit ihm trainieren.

00:21:45: Manche Lehrer, die er hat, haben es auch versucht ist ihm aufzuzwingen.

00:21:50: Das hat natürlich nicht funktioniert.

00:21:52: Er hatte später eine Lehrerin, die war ein Geschenk und die war einfach total gut weil sie sich auch mit Asperiotismus auskannte und einfach wusste wie er was ich von ihnen erwarten konnte und was nicht.

00:22:07: Er war aber auch auf einer normalen Schule.

00:22:11: Er war bis zur siebten Klasse, auf einer ganz normalen Regelschule und dann wurde es schwierig.

00:22:17: Du hast in dem was du jetzt gerade erzählt hast so ein paar Sachen angesprochen.

00:22:21: da würde ich gerne nochmal darauf eingehen weil wir haben viel erfahren von Jakob dass das Auffälligkeiten im Verhalten gab.

00:22:30: Ich habe ein großes Stigma vor mir, was ich ja im Kopf hab.

00:22:34: Ist so etwas wie Inselbegabung... ...was man damals schon gehört hat.

00:22:38: Manche Sachen kann er besonders gut, manche Sachen bekommten besonders oder nicht so gut.

00:22:45: Das sind ja auch Herausforderungen die sich in eurem Alltag, die man erst mal rausfiltern muss.

00:22:50: Kannst du das so benennen?

00:22:52: Paar haste jetzt schon gesagt.

00:22:55: Er kann sich Supergutsachen merken, solange sie irgendwie geschüchlich wel... also sein.

00:23:02: was er am liebsten mag war irgendwas technisches.

00:23:04: Weltallraketen aber auch Sternkonstellation und so.

00:23:12: Aber sobald es um Zahlen ging hatte er mega Schwierigkeiten.

00:23:16: Also die kann er nicht gut auswendig lernen.

00:23:19: Aber der Rest, solang ihn das interessiert hat, war das wie ein fotografisches Gedächtnis.

00:23:24: Das war im Kopf Bums

00:23:26: Wahnsinn

00:23:27: Ja.

00:23:28: Und gibt es was, was du dir... Du hast gesagt das war ja in deinem Umfeld war's.

00:23:32: eigentlich hat alles sehr gut funktioniert.

00:23:36: von außen war schwierig.

00:23:37: wir haben gerade ein bisschen was gehört über die Schule zum Beispiel dass da in dem System einfach sehr schwierig ist für jemanden der besonders ist.

00:23:45: Was würdest du dir von Fachleuten oder auch von der Gesellschaft vielleicht erwünschen?

00:23:49: wie könnte man da vielleicht ein bisschen?

00:23:52: Was ist jetzt eine sehr weitreichende Frage?

00:23:53: Aber vielleicht fällt dir so ein Punkt ein, wo du sagst ja da hätte ich was.

00:23:56: Wo man...was sich mir wünschen würde, was sich verbessern würde.

00:24:00: Mir kommt gerade einfach Fragen.

00:24:02: Fragt doch einfach nach!

00:24:05: Weil dann kann ich es erklären und ich fand das immer so fürchterlich dass ich keine Möglichkeit hatte es zu erklären sondern dass halt einfach Ich voll vor Ende Tatsachen gestellt worden bin.

00:24:20: Ja Der ist jetzt in einer Schublade drin und fertig.

00:24:24: Nimmt, habt den Mut und fragt!

00:24:27: Da wird also eine betroffene Mutter, wird der selten ein Problem mit haben?

00:24:33: Ich kann mir das eigentlich nicht vorstellen dass sie nicht darüber erzählen will weil sie endlich... Weil da endlich jemand ist, der zuhört.

00:24:39: Das ist ein ziemlich guter Rath.

00:24:43: Wenn ich frag bleibt dumm, den Satz kommen wir

00:24:45: an.

00:24:46: Was mich interessiert ist Das ist ja im Gegensatz zu anderen psychologischen Auffälligkeiten an sich ja kein, also ist Asperger jetzt durch eine Therapie nicht heilbar.

00:24:57: Aber inwieweit hat euch das geholfen?

00:25:00: Also wahrscheinlich vielleicht auch im Familienkonstrukt.

00:25:03: Du hast ja Therapie angesprochen und habt in der LWL-Klinik Hilfe gefunden.

00:25:07: Inwieweit war da euer Weg zur Hilfe?

00:25:08: Was hat euch da besonders geholft?

00:25:10: wie was könnte anderen vielleicht helfen?

00:25:12: Also was mir ganz viel geholften hat ist dass ganz viele Fachleute mir auch einfach Respekt gezollt haben mit dem, was wir leisten und mir halt einfach gespielt haben hey du machst da eine super Arbeit.

00:25:27: Das war für mich total hilfreich weil ich wirklich oft einfach nur noch am Schwimmen war.

00:25:34: und was auch für mich hilfreich war das die Autismus-Angulanz.

00:25:42: an der waren wir sehr gut angeknüpft und die hatten viele Adressen wo wir uns, an die wir uns wenden konnten.

00:25:49: Und wir hatten einen super guten Kinderarzt der halt einfach mit uns immer geguckt hat und auch nach einem uns als Eltern geguckt habt, gehabt ihr noch Energie.

00:25:59: Weil das haben viele nämlich nicht draufgeguckt.

00:26:02: Die haben nur auf das Kind geguckt aber nicht auf die Eltern.

00:26:05: Das ist ein ganz spannender Punkt.

00:26:06: Wir haben im Vorfeld uns darüber überlegt warum reden wir eigentlich jetzt gerade?

00:26:10: Mit einer Mutter oder also dem Erziehungsberechtigten und nicht mit einem betroffenen Kind oder nur mit Betroffenen?

00:26:16: weil das eben auch eine Erkrankung ist, die häufig mehr als das Kind noch betreffend.

00:26:21: Klar, die Erkankungen selbst als Kind aber hast du ja gerade so ein bisschen uns einen Einblick gegeben in wie weit es auch dein Leben betrifft?

00:26:28: Jetzt sind bestimmt viele in einer Situation, die entweder vielleicht auch überlegen kommt so eine Diagnose für mein Kind infrage oder hat das Kind die Diagnosis?

00:26:38: gibt's irgendwas wo du gedacht hättest ja dass hätte mir damals geholfen hätte ich gehört

00:26:45: Also auf jeden Fall dieses drauf achten, hätte mir das jemand früher gesagt dass ein Asperger Autist sich nur auf sehen oder nur aufs hören konzentrieren kann.

00:26:56: Das wäre für mich dann wäre ich vielleicht schon früher darauf gekommen und wir hätten wesentlich weniger Stress gehabt.

00:27:04: aber ja die andere Sache bleibt wertschätzt euer Kind Und versucht es nicht passend zu machen weil das funktioniert nämlich nicht.

00:27:15: nehmt es so an, wie's ist.

00:27:18: Da hab ich lange für gebraucht weil ich eigentlich immer ... Ja wobei nee, ich habe da nicht lange fürgebraucht, ich hab ihn immer so geliebt wie er is'.

00:27:24: Das ist das jetzt nicht aber ähm... Ich hab trotzdem oft versucht ihm passend zu machen.

00:27:29: Weil das System das so wollte die Schule wollte dass die Kindergarten wollte das und irgendwann hatte ich für mich klar nein du willst das nicht mehr der darf so sein wie er iss' Und das System drum herum muss für ihn passend gemacht werden.

00:27:45: Das ist stark.

00:27:46: Du hast so extreme Sachen angesprochen und du bist so offen, ich fand das so, da hast du vorher schon gesagt dein Gefühl der Schuld was du hattest, was habe ich falsch gemacht?

00:27:59: Ich glaube es sind sehr viele Sachen die haben viele in der Erziehung sowieso also auch bei Kindern die keine Asperger haben gibt's das auch immer wieder.

00:28:09: aber ich glaub du sprichst damit so vielen Leuten aus der Seele wenn du sowas sagst.

00:28:13: das festzustellen, wo man welche Stellschrauben man drehen kann.

00:28:18: Und meistens sind die gar nicht unbedingt nur beim Kind sondern drumherum zielt auf die Frage ab, die ich eigentlich immer ganz gerne so am Schluss stelle und ist auch meine Lieblingsfrage.

00:28:29: Das heißt nicht dass wir nachher nichts noch einschieben können aber mein Lieblungsfrage worauf bist du stolz?

00:28:34: Dass er jetzt ein zwanzig Jahre alt ist selbstständig sein Weg geht und genau weiß wo sein Platz ist.

00:28:40: Und worauf bis du bei dir stolz

00:28:42: Dass ich das geschafft habe, ihn zu begleiten und ihm immer zu sagen dass er wertvoll ist.

00:28:47: Vielen vielen Dank!

00:28:48: Sehr sehr gerne.

00:28:52: Ich finde man merkt sofort bei Ida diese wie sie das mittlerweile die Expertin für jedenfalls diesen Ausschnitt des Spektrums des Autismus geworden ist Und wie sehr sie damit umzugehen gelernt hat.

00:29:09: Ja

00:29:10: Aber ich finde auch und das kommt eben auch aus.

00:29:12: Und deswegen war es auch die Entscheidung, auch mal wieder ein Elternteil zu Wort kommen zu lassen.

00:29:17: Autismus ist eine Erkrankung, die häufig auch andere betrifft.

00:29:21: Jetzt habe ich schon wieder Erkränkung gesagt aber so wird's ja bewertet.

00:29:25: Betrifft halt auch häufig das soziale Umfeld.

00:29:27: Aber eben auch jetzt gesagt Die Schule ist ja immer so ein Problemfall weil einfach das System Schule für besondere Kinder manchmal gar nicht so sehr ausgelegt ist.

00:29:39: Das hat sie ja echt geschildert und du hast sowieso bei so ein paar Sachen aufgeheucht, die Ida uns erzählt hat.

00:29:45: Ja also ich fand es zum Beispiel total eindrücklich wie sie beschrieben hat das Jakob ja manchmal wenn ihm alles zu viel wurde so sehr... Sie hat ja gesagt so ausgetickt ist ne?

00:29:55: Also so fremdaggressiv geworden ist und ich finde es nochmal ganz wichtig dass auch fachlich einzuordnen, weil das machen die Kinder nicht.

00:30:02: Weil sie irgendwie böse sind oder anderen Schaden wollen.

00:30:05: Im Gegenteil, sie hat ja auch erzählt dass Jakob dann häufig Schuldgefühle hinterher hatte, sondern das ist was?

00:30:11: Das nennen wir Meltdown, das heißt das sozusagen wenn Autistisch veranlagte Kinder, wenn die zu vielen Reizen gleichzeitig ausgesetzt sind.

00:30:23: Zum Beispiel Lärm im Klassenzimmer dann werden sie vielleicht noch geärgert, dann will parallel der Lehrer was von ihnen oder so.

00:30:31: das ist ja dann super viele Anforderungen und dann wird denen das manchmal zu viel.

00:30:34: Das nennt man dann so Überstimulation.

00:30:37: Also ein Overload sagt man, dass irgendwie zuviel auf einmal im Kopf ist können die manchmal so unter Stress geraten, dass es zu einem Meltdown also zum Gehirn fährt sich sozusagen einfach runter.

00:30:52: Weil das ist zu vieles muss dich schützen und dann passiert sowas.

00:30:55: Dass die Kinder sich dann eben fremdegressiv verhalten und das finde ich voll wichtig.

00:30:59: nochmal zu sagen, dass das nichts ist was man macht um anderen absichtlich zu Schaden z.B..

00:31:04: Man hat ja auch gehört, dass Jakob echt Schuldgefühle teilweise

00:31:06: danach hatte oder... ...

00:31:08: gar nicht her seiner Sinne war.

00:31:10: Übrigens auch zu Jakob, den haben wir natürlich auch verändert... ... dass ihr da denkt, wir sind da schlampe ich

00:31:14: unterwegs.".

00:31:15: Genau!

00:31:16: Ja und dann hat sie ja auch erzählt wie er zum Beispiel im Kindergarten aber ja auch später immer hin-undher gelaufen ist wenn er irgendwie gestresst war.

00:31:26: ne?

00:31:26: Auch das ist was was gar nicht untypisch ist bei autistischen Kindern Das nennt man Stimming also die versuchen sich zu beruhigen wenn das Gehirn so gefordert ist und so gestresst ist.

00:31:38: Das ist manchmal auch so, dass die ihren Oberkörper hin- und her wippen zum Beispiel oder mit den Händen ein bisschen flattern.

00:31:46: Die versuchen sich wieder selbst zu beruhigen und das ist eigentlich gar nichts Schlechtes.

00:31:50: Ist das was sie erzählt hat?

00:31:52: Auch so ein typisches Symptom, dass Jakob dieses nicht gleichzeitig hören und sehen konnte... immer sehr fokussiert auf eine Sache war.

00:32:03: Ist das auch so, würde ich sagen, so typisch?

00:32:05: Ja!

00:32:06: Das ist auf jeden Fall auch etwas was viele Eltern berichten also dass die Kinder dann schnell fokustiert sind auf so ein Detail zum Beispiel und nicht so viele Reize gleichzeitig verarbeiten können.

00:32:19: Also man sagt so sie haben nicht die Fähigkeit zur zentralen Kohärenz.

00:32:25: Fachtding, ne?

00:32:27: Dass das Gehirn sozusagen nicht so gut viele Sachen gleichzeitig verarbeiten kann und sich entscheiden muss auf welchen Reiz achte ich denn jetzt.

00:32:34: Und dass das aber für Eltern schwierig ist die irgendwie aus der Küche rufen jetzt komm doch mal zum Essen und das Kind reagiert nicht es ja auch nachvollziehbar.

00:32:41: Absolut!

00:32:42: Aber es ist ja schön das irgendwie nachvollziehen und einordnen zu können.

00:32:45: wir werden jetzt merken wenn wir mit Tom sprechen wie außergewöhnlich jede Art von Asperge, jeder Art von Autismus ist auf diesem Spektrum.

00:32:54: Wir bewegen uns jetzt... ...auf Tom's Spektrom sozusagen und sind da mal ein bisschen unterwegs.

00:32:59: Und das hat uns wirklich ganz besonders.

00:33:02: aber eindruckt heute das Gespräch.

00:33:04: Ja!

00:33:04: Weil dass wirklich Namens geben für die Folge war.

00:33:07: ich zeig dir meine Welt und das hat der Tom wirklich super gemacht.

00:33:15: Ich bin richtig froh, dass Tom heute da ist.

00:33:18: Hi schön, dass du da bist.

00:33:19: Hallo!

00:33:22: Sag mal ganz kurz, was zu deiner Diagnose?

00:33:25: Ja ich habe die Diagnosautismus.

00:33:28: Die hab' ich hier in der Klinik bekommen.

00:33:31: Wie gesagt hier als Verdachtsdiagnose und nach weiter Nach-der-Klinik in meinem weiteren... Als ich Therapie bekomme, habe ich mich bei meinem Therapeuten behalten Und der hat mir empfohlen diese Diagnosse durchzulaufen.

00:33:45: Die hat sich dann bestätigt.

00:33:48: Wir haben am Anfang immer so eine Eingangsfrage, eine Rubrik.

00:33:52: Und du kannst einmal versuchen was die Frage mit dir macht.

00:33:55: Seelen-Struggle-Feelings Autismus fühlt sich für mich an wie?

00:34:00: Ein bisschen von allem und vom großen ein kleineres Stück.

00:34:09: Das ist spannend.

00:34:10: das muss wir gleich noch um.

00:34:11: da gehen wir gleich ein bisschen drauf.

00:34:12: ein ja ein bisschen von allen.

00:34:14: ich musste sogar mal kurz ein guter Satz ein bisschen vor allem und von dem Großen ein kleinere Stück.

00:34:21: Und das kleinere Stück, dass... Ich muss da noch mal ein bisschen darauf nachdenken.

00:34:26: Das finde ich gut!

00:34:27: Lass uns erstmal dazu sprechen.

00:34:29: wie wann hast du die Diagnose bekommen?

00:34:31: Wann ich die Diagnose bekommen habe?

00:34:33: so offiziell in den Dokumenten habe ich die finde ich mich richtig erinnere im Januar bekommen.

00:34:39: aber das Ganze war ehrlich gesagt auch nicht so primär wichtig für mich also ob ich diese Diagnose dort bekommen habe oder nicht.

00:34:47: Das war immer so eine nebensächliche Sache, ich hab mich nie wirklich darauf konzentriert dass ich ja diese Diagnose bekommen wollte.

00:34:55: Die wurde einfach gemacht weil es diesen Verdacht gab und der wurde hier in der Klinik festgestellt.

00:35:01: Ja und irgendwann habe ich halt diese Tests unterlaufen.

00:35:05: das Papierchen hab' ich im Januar bekommen.

00:35:06: klar für mich wurde es... Ich auch des muss habe ist sich mich selbst mit einem ... Spezialist für Autismus von dem Jugendamt unterhalten habe.

00:35:16: Das war August, ... ... und der hat mich mir absolut versichert, dass ich unbedingt dieser Diagnose untergehen sollte... ... und das er sich mit neunneinzig Prozentiger Sicherheit, dass er sich sicher ist,... ...dass ich die Diagnosautismus

00:35:29: habe.".

00:35:30: Und was hat das mit dir gemacht?

00:35:31: Der Gedanke?

00:35:34: Ich war da ganz ruhig darüber weil in erster Linie diese Diagnosa hat nichts außen an mir verändert!

00:35:41: Das ist einfach nur eine Bezeichnung für... ...eine bestimmte Menge, eine bestimmte Gruppe an Symptomen.

00:35:49: Und ich lebe mit diesen Symptom mein ganzes Leben lang.

00:35:53: Ja und deswegen war es für mich nicht unbedingt etwas so aufregen das dieser Diagnose zu bekommen.

00:35:59: Du bist sechzehn?

00:36:00: Was fünfzehn also die Diagnese dann bekommen hast.

00:36:03: und wie hat dein Umfeld reagiert?

00:36:06: Je nach Umfeld!

00:36:08: Okay, dein familiäres Umfeld

00:36:11: Mein familiäres Umfeld war ein Teil am Anfang, war ein bisschen geschockt.

00:36:16: Aber... Besonders mein väterlicher Teil, meine väterliche Familie hat da sehr ruhig drauf reagiert und hat mich ehrlich gesagt auch teilweise dazu angespornt diese Diagnose durchzulaufen diesen... ...Diagnoseprozess.

00:36:30: weil halt dort die Frage war vielleicht hast du ja wirklich Autismus?

00:36:34: Vielleicht brauchst du eine Therapie dafür.

00:36:37: Das war halt die Frage die dort im Raum stand.

00:36:41: Wie war das noch in der Schule?

00:36:43: In der Schule, ähm... Das gab's von Grundaufproblemen.

00:36:48: Also seit der fünften, dein seid sogar früher, seit der dritten vierten Kölaster hatte ich Probleme und ehrlich gesagt hat das sogar in der schule.

00:36:57: Ich glaube einigen Mitschülerinnen vieles erklärt warum ich so bin wie ich bin.

00:37:03: weil ja mittlerweile hat man auch heutzutage durch ich sag mal Nicht nur durch Medien, aber auch durch einfache Recherche.

00:37:11: Immer mehr Möglichkeiten sich über bestimmte Erkrankungen zu informieren und meine Schüler hatten also meine Mitschüler hatten die Möglichkeit dazu und haben sich da auch hatten auch schon irgendwelches vorwissen dazu und für die war es so ein geschlossener Kreis dass was sie gesehen haben das was sie gelesen haben hat zusammengepasst dass ich gesagt habe ja Ich habe jetzt die Diagnose der Autismus Ja war's für die dann auch da klar höchstwahrscheinlich war ist.

00:37:43: Hat das irgendwas in deinem Alltag verändert dann?

00:37:47: Du sagst bei dir im Gefühl ja nicht, weil du kanntest dich natürlich dein Leben lang schon aber in deinm Alltag.

00:37:52: In meinem Alltag konnte ich klarer verstehen und klarer akzeptieren warum ich bestimmte Sachen anders mache als andere.

00:38:01: Ich konnte beobachten, ich konnte identifizieren mit was es im Zusammenhang steht dass ich bestimmten Zum Beispiel Tatmuster habe, dass ich bestimmte... ...bestimmte Sachen mache.

00:38:13: Die meine Mitschüler die mein soziales Umfeld eigentlich so nicht machen.

00:38:17: Hast du dazu ein Beispiel?

00:38:19: Eigentlich so viele Beispiele aber in meinem Kopf fällt mir jetzt das nicht so sofort.

00:38:24: was ein denn für anderes ist ja etwas außergewöhnliches aber für mich ist es hier ein Alltag.

00:38:28: aber ich glaube ich komme gleich auch noch auf etwas

00:38:30: Ja ist immer so wie Sag mal dein Lieblingssong, da fällt einem nie der Richtige ein.

00:38:36: Genau!

00:38:37: Man hat einen Lieblungssong aber das fällt einem nicht ein... Was würdest du anderen Jugendlichen sagen die vielleicht ähnlich fühlen wie du oder auch in deiner Situation stecken?

00:38:48: Auf jeden Fall erstmal das akzeptieren was aktuell ist sehr viele wenn sie es erfahren dass sie eine Verdachtstiagnose oder vielleicht überhaupt Autismus haben könnten.

00:38:59: viele verfallen in so einer Art.

00:39:02: Ich weiß nicht, ob das lange anhält.

00:39:03: Aber so eine kurze Panik weil was ist wenn ich wirklich Autismus habe und vielleicht einfach mal in sich zu gehen?

00:39:10: Zu sagen okay und wenn ich autismus habe was verändert es an mir?

00:39:15: Grundsätzlich kommt man dann meistens zum Schluss Es ist nicht wirklich was verändert.

00:39:19: Das finde ich bei dir so wahnsinn wenn man mit dir spricht weil sehr wirklich Man merkt eigentlich ist es einfach nur ne Erklärung für andere mehr als für dich

00:39:28: Genau.

00:39:30: Also es hilft dir in der Kommunikation mit den anderen, weil du erklären kannst... ...was sie vielleicht bei dir wahrgenommen haben.

00:39:37: Ja genau!

00:39:38: Jetzt komme ich auch glaube ich wieder zu deinem Satz denn du ganz am Anfang gesagt hast, den ich da noch nicht verstanden habe.

00:39:43: Autismus fühlt sich für mich an wie ein bisschen von Alm und von dem...

00:39:48: Großen ein kleines Stück.

00:39:49: Von dem großen ein kleinen Stück?

00:39:51: Ja, ein bisschen vom Alm ist für mich besonders so eine Sache, weil Ich mich mit allem also mit sehr, sehr vielen Sachen die mich interessieren.

00:40:02: Mit sehr viel Kleinigkeiten, die für andere so klein auffallen, mich sehr interessiere.

00:40:08: Im großen ergibt es aber ich würde mal sagen ein großes stück davon was ich mache Was anderen nicht interessiert was für andere klein ist hingegen die großen sachen zum beispiel soziales soziales umfeld ist Für mich ganz klein ist viel kleiner als die kleinen stücke die ich von für andere Menschen keine Sachen mache.

00:40:30: Das ist so ein komplizierter Gedanke, aber wenn man ihn einfacher ausdrückt... ...ist mit kleinen Sachen für andere beschäftige ich mich viel und mit Sachen die andere sehr viele interessieren zum Beispiel auf eine Party zu gehen, viele gute Freunde zu haben.

00:40:46: damit interessiere ich mich weniger.

00:40:50: Das finde ich so spannend weil ich habe den Satz am Anfang nicht verstanden und wir haben uns unterhalten und ein paar Minuten später ... war der ganz einleuchtend.

00:41:00: Das manchmal, ich finde das so spannend wenn man dich kennenlernt... Wie schnell du einem das transparent machst wie du deine... Deine Umwelt wahrnimmst?

00:41:11: Wie gerade soziale Kontakte, Partys, Hobbys... Würdest du sagen welche Hobbies hast Du?

00:41:19: Ich habe viele Hobbis.

00:41:21: Oh da bin ich gespannt.

00:41:22: erzähl

00:41:22: mal!

00:41:22: Ja zum Beispiel interessiere ich mich sehr viel für Journalismus und Presse sehr viel über TV, also genau gesagt nicht Fernsehen schauen sondern wie wird das produziert.

00:41:35: Ich interessiere mich aber parallel dazu weil es halt auch im Zusammenhang stehen, Klinge mit dem Mund zu erzeugen für Gesang und dadurch auch für Gitarren spielen weil es auch im zusammenhang steht.

00:41:44: Also solche Sachen die ich persönlich absolut interessant finde.

00:41:50: Die mir sehr viel Spaß machen was aber anderen nicht so wirklich verstehen.

00:41:55: In manchen Orten auch viele Jugendliche in meinem Alter verstehen ich, was ist denn jetzt daran so interessant irgendwas in der Presse zu machen lange Beiträge zu schreiben über etwas Filmproduktionsabläufe zu schreiben oder überhaupt solche Ideen zu formulieren?

00:42:14: vielmehr ist für andere sehr häufig so dass sie Sag mal kleinere Sachen haben, die für mich kleiner scheinen wie zum Beispiel so wie ich das schon gesagt habe.

00:42:25: Partys soziale Kontakte, die sie sehr interessieren und auch sehr gerne nachgehen.

00:42:31: hingegen bei mir ist es so... Ich verinnere lieber das was mir Spaß macht und dass wo ich wirklich viel Zeit lieber reininvestiere anstelle in diesem einen Moment zu leben und vielleicht irgendwie ein Adrenalinschub zu bekommen dadurch dass sich irgendwas mit meinen Freunden unternehmen.

00:42:47: Aber das Gefühl der Leidenschaft, die ist ja bei dir ganz krass.

00:42:51: Wir haben ja jeder so seine Leidenschaft und man merkt sofort wie du für was brennst... ...und das ist ja das Spannende irgendwie.

00:42:57: Ja, stimmt!

00:42:59: Jetzt hast du gesagt, du hattest im Bezug auf die Diagnose ein Umfeld wo du auch im therapeutischen Umfeld warst.

00:43:06: Gab's irgendwas was dir da geholfen hat?

00:43:09: Ich hab gar nicht das Gefühl dass du Hilfe brauchst beim Autismus umzugehen.

00:43:17: Das ist nicht ganz so.

00:43:21: Besonders gab es da ein Problem, dass ich mir schwer viel mit dem Autismus umzugehen, sondern eher der Reaktion von anderen auf mein Autismus zu gehen.

00:43:33: Viele andere Menschen, insbesondere Mitschülerinnen und Mitschülern haben ... Hauptsächlich in der fünften, sechsten Klasse einen ... ... primäres Mobbing-Problem bei mir verursacht, weil ich anders war.

00:43:46: Ich mich anders verhalten habe... ...ich habe versucht bestimmte Eigenschaften die ich nicht habe oder die ich habe zu kompensieren dadurch dass ich sie ins Radikale getrieben habe das ich... ähm... versuch zum Beispiel versucht habe sehr viel Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen weil.. ich sage mal so cool wie andere erscheinen wollte was aber für mich absolut nicht nötig war denn eigentlich in meiner eigenen Welt ... derjenige, der für mich persönlich aus meiner Sicht am coolsten war, würde ich mal so

00:44:16: sagen.

00:44:18: Auf jeden Fall richtig.

00:44:19: Ich habe diese soziale Anerkennung eigentlich nicht gebraucht... ...dass trotz habe ich versucht mich immer irgendwie einzuspielen dieses soziale Umfeld sich da... ...giebig anzupassen Was für mich aber mir eher weh getan hat als mir wirklich geholfen hat und das ist da, wo ich Hilfe gebraucht habe.

00:44:37: Die Ereignisse in diesen Klassen haben mich stark geformt.

00:44:41: Mich hat es geformen in dem Sinne dass auch heutzutage manche Verhaltensmuster noch immer durch diese Verhalten von meinen Mitschülern geprägt sind.

00:44:52: Sich bestimmte Sachen machen oder nicht machen sich auf bestimmte... Sachen die wir auch meine Mitschüler machen reagieren und zwar stärker als andere.

00:45:01: Und das ist da, wo mir sowohl die Klinik hier sowie der Klinikauffenhalt sowohl auch die therapeutische Anbindung sehr geholfen haben.

00:45:10: Nicht nur diese therapeutischer Anbindung weil wenn man über eine therapeutische anbindung spricht dann denkt man darüber wie man geht einmal pro Woche zum Therapeuten sondern auch vielleicht sich mit irgendeinem Experten erhalten der sich damit gut auskennt.

00:45:22: ich bin zum Beispiel ... einem Experten vom Jugendamt bin ich in Kontakt getreten, durch ein weiteres Ereignis.

00:45:30: Was er mit einer Familienbezug hat.

00:45:32: aber der hat damals erkannt im Dialog mit mir in den sagen wir ersten fünfzehn Minuten vom Dialog dass ich höchstwahrscheinlich anhand meiner Verhaltensweisen Autismus habe und das ist da wo es mir auch geholfen hat zu verstehen, dass ich das akzeptieren kann.

00:45:49: Das ist auch sein kann das für die ganzen Probleme die es gab eine Erklärung gibt.

00:45:55: Dass es nicht nur so einfach Zufall ist, dass ich irgendwelche Mobbingprobleme hatte sondern das auch vielleicht auch irgendeine grundlegendes Fundament hat worauf das aufgebaut hat was geschehen ist.

00:46:09: Ja wie würdest du dir vielleicht erwünschen?

00:46:12: Das Menschen in deinem Umfeld nicht nur in der Schule Sondern auch so Menschen wie ich die keine Ahnung von Autismus haben.

00:46:19: Ich rede mit ihr und ich lerne aber ich habe keine Ahnungen von Autismus.

00:46:23: Wie würdest dir wünschen, dass Menschen mit dir umgehen die dich nicht kennen?

00:46:27: Genau so wie mit normalen Menschen.

00:46:31: Sehr häufig wenn man sofort am Anfang von einem Dialog oder vom Anfang von dem Kennen lernen mit den Menschen sagt ich hab Autismus es wird sofort ein Stempel auf eingesetzt sofort eine Maske.

00:46:41: du bist jetzt das.

00:46:43: Wenn man aber sich Autismus genau anschaut ist es sehr facettenreich.

00:46:47: kein Mensch der einen Autismus hat ... einem anderen Menschen gleich, der auch Autismus hat.

00:46:51: Sondern das ist halt.

00:46:52: deswegen heißt es ja auch... ... Autismus-Spektrum-Störung weil es ein Spektrum ist.

00:46:56: Es gibt sehr vieles da drauf!

00:46:59: Es gibt Autisten die können zum Beispiel nicht sprechen aber es gibt auch Autisten wie ich, die sprechen sehr viel und sehr gerne.

00:47:04: Und sehr gerne!

00:47:05: Danke!

00:47:08: Genau deswegen ist das so etwas was ich mir wünschen würde dass Menschen auch wenn man erfährt, dass diese Person Autismus hat bevor man diese Person kennenlernt.

00:47:19: Dass sie sich erst mal die Ruhe nehmen und sich diese mit dieser Person unterhalten in Kontakt treten... Und nicht nur sagen ach der hat Autismus der kann bestimmt das oder das und das nicht und bestimmt sollte ich mich so und so verhalten sondern einfach... ...einfach genauso wie immer!

00:47:35: Das ist so schön gesagt da kann ich gar nichts hinzuzufügen.

00:47:38: es ist so gut.

00:47:40: Ich habe immer eine Abschlussfrage und das ist immer meine Lieblingsfrage Worauf bist du stolz?

00:47:46: Ich bin stolz darauf, dass ich mir rechtzeitig Hilfe gesucht habe.

00:47:51: Und... ...ich bin stolzt darauf das auch andere Menschen die Verdacht haben zumindestens oder sie bestimmte Symptome aufweisen, dass sie Autismus haben, dass die an meinem Beispiel vielleicht auch manchmal lernen, dass man einfach es wagen soll zu seinen Eltern, jemanden der nahe steht oder sogar zum Therapeuten zu gehen und zu sagen hey ich hab einen Verdacht.

00:48:19: Können wir es vielleicht klären?

00:48:20: Wow.

00:48:21: Lieber Tom, ich danke dir dass du da warst.

00:48:23: Danke dir für deine Eindrücke!

00:48:24: Vielen

00:48:25: Dank.

00:48:29: Ja das ist die Welt von Tom eine ganz besondere total beeindruckende Welt.

00:48:36: Ich weiß noch ganz also als er den ersten Satz gesagt hat Da bin ich jetzt mal ehrlich.

00:48:40: Ich habe kein Wort verstanden.

00:48:42: Ich hab's nicht verstanden aber ich wusste wer hat jetzt nicht irgendein Quatsch gesagt sondern irgendwas steckt dahinter und ich werde erst verstehen wenn ich ihn kurz kennenlerne.

00:48:50: Und dann war es auch so, wir haben uns eingeguckt und nach einer gewissen Zeit wussten wir erst was er meinte mit diesem Satz.

00:48:55: Dann konnte das ja auch perfekt erklären.

00:48:58: aber das war genau der Erkenntnisprozess den ich brauchte.

00:49:01: Ich musste wirklich einmal kurz in seine Welt eintauchen um diesen Satz zu verstehen.

00:49:05: Der ist so eindeutig also dass für ihn Dinge groß sind die für uns klein sind und umgekehrt In seiner Welt ist er der coolste.

00:49:13: Ja!

00:49:14: Das war der schönste Satz überhaupt, also man lernt diesen Mann kennen und das... Also das ist ein junger, ne?

00:49:20: Aber jungermann was weiß ich, der ist ja wirklich einfach unglaublich beeindruckend positiv und hat uns so richtig auf seine Reise mitgenommen.

00:49:29: Voll finde ich auch und ich fand es so schön wie er geschafft hat sich selber auch mit so einem ressourcenvollen blick irgendwie zu sehen und zu sagen naja die sachen die, die bei mir anders sind.

00:49:43: Die sind aber eben auch besonders?

00:49:45: Und so eine Diagnose ja meine Güte das brauchen vielleicht andere um zu verstehen warum ich mich an mancher stelle anders verhalte.

00:49:53: Aber dass ändert überhaupt nichts an meinem wert als mensch oder an meinem charakter und das fand Ich so schön und ich glaube das ist auch was was er ausstrahlt dass er eben nicht ... krank ist oder irgendwie besonders behandelt werden muss im Gegenteil.

00:50:08: Er hat ja auch noch mal gesagt, mir ist es total wichtig... ... dass ihr mich behandelt wie jeden anderen Menschen auch?

00:50:13: Ja, total und er hat einfach seine besonderen Interessen,... ... wo er sehr vertieft drin ist und die andere vielleicht nicht nachvollziehen können umgekehrt.

00:50:23: Ich weiß nicht, red ich mit Keim über ein Fußballtalk oder so weil's mich dann nicht interessiert.

00:50:29: Also das ist ja einfach unfassbar eindrucksvoll dass er einfach nur ein individueller, sehr aufgeschlossener Typ ist und das man ihn ganz in Anführungsstrichen normal behandeln kann wie jeden anderen auch.

00:50:40: Und es ist einzig was er sich wünscht und im Prinzip ja auch das was ich Ida für ihren Sohn immer gewünscht hat, dass man sie einfach so akzeptiert wie Sie sind also wie jeden nicht autistischen Menschen der ja auch seine eigenen Eigenheiten hat und darauf extrem oder nicht extremen reagiert

00:50:59: voll.

00:50:59: Und ich glaube, das ist wahrscheinlich auch das was man so als das Seelenpflaster mitgeben kann und auch mitnehmen kann aus dieser Folge.

00:51:09: Das bei aller Besonderheit es total wichtig ist die Ressourcen der Betroffenen zu sehen, zu schätzen diese Besonderheiten ja zu akzeptieren und vielleicht ein Stück weit zu bewundern dafür dass sie eben Da sind.

00:51:25: und ich fand so schön wie jeder erzählt hat, dass die Jakob jedes Jahr einen Brief schreibt wo sie einfach aufschreibt was ihr alles an ihm schätzt.

00:51:35: Und wo er eben ja besonders und toll ist so wie er ist und sich eben nicht ändern muss und an das System anpassen muss.

00:51:42: Eigentlich ein Seelenflaster, was man auch mitnehmen kann wenn man kein autistisches Kind hat oder auch einen Partner.

00:51:48: also ich glaube selbst... Also dass ich finde es so eine tolle Gist und so ein einfaches Ding eigentlich.

00:51:52: aber man macht's so selten.

00:51:55: Und das kann glaube ich viel bewegen.

00:51:58: Wenn wir jetzt noch mal darauf hinweisen wollen Wir haben natürlich wieder ein Deep Dive zu dieser Folge.

00:52:06: Das ist im Prinzip ganz spannend.

00:52:07: Es wird im Prinzip gar kein großer Fachvortrag nochmal über Autismus in allen Einzelheiten, sondern Ida hat ja von vielen Problemen gesprochen die es auch mit sich bringt im Umfeld von autistischen Kindern zum Beispiel zu leben.

00:52:20: Zum Beispiel eine Schulfindung oder einfach einen respektamen Umgang mit Therapeuten zu haben.

00:52:25: da hast du eine ganz tolle Gesprächspartnerin.

00:52:28: Ja, genau.

00:52:28: Da werde ich mit einer Frau aus Münster sprechen die da in einem besonderen Projekt arbeitet und mal so ein bisschen erzählt wie eigentlich auch so Unterstützung für Familien aussehen kann in den autistischen Kindern leben.

00:52:41: Also auf jeden Fall einen fetter fetter höher.

00:52:44: Hinweis zum Deep Dive Mal wieder solltet ihr euch reinziehen.

00:52:47: Und wie immer auch der Hinweis wenn es euch nicht gut geht und auch nach dem Hörner spricht mit jemanden wendet euch an jemandem und alle Infos und Kontakte ... knallen wir euch natürlich auch wieder in die Show-Notes.

00:53:00: Genau.

00:53:01: Davina hat richtig Spaß gemacht!

00:53:02: Ja, fand ich auch.

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