Deep Dive - Selbstoptimierung bei Kindern und Jugendlichen
Shownotes
Im Deep Dive sprechen wir mit Tanja Krabbe, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin an der LWL-Uniklinik Hamm, über ein Thema, das auch in der Therapie immer wieder eine Rolle spielt: Selbstoptimierung. Tanja Krabbe erklärt, wie Therapie als Raum der Weiterentwicklung genutzt wird, um Blockaden zu überwinden, Potenziale zu entfalten und die mentale Gesundheit zu stärken. Sie betont jedoch auch, dass Selbstoptimierung ihre Grenzen hat. Es geht darum, zu erkennen, wann der Wunsch nach Veränderung in einen Druck umschlägt, der mehr schadet als nützt. Wie gelingt es, den Balanceakt zwischen persönlicher Weiterentwicklung und Selbstakzeptanz zu meistern?
Wenn du dich gerade nicht gut fühlst, findest du hier wichtige Informationen und Hilfsangebote, die dir weiterhelfen können. Du bist nicht allein.
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Transkript anzeigen
00:00:02: Selbstoptimierung
00:00:07: bei Kindern und Jugendlichen.
00:00:17: Herzlich willkommen zu unserem Giebdive zum Thema Perfekt, Nicht Gut Genug.
00:00:21: Selbstoptimierung bei Kindern und Jugendlichen.
00:00:24: Mein Name ist Laura Derks ich bin Kinder- und Jugendliche Psychotherapeutin.
00:00:27: Und meine heutige Gästin ist psychotherapeutische Fachleitung bei unserer Klinik in Hamm.
00:00:36: Herzlich Willkommen Tanja Krabbe!
00:00:39: Ja hallo Ich freue mich hier zu sein.
00:00:41: Tanja und ich arbeiten schon seit fast zehn Jahren zusammen und sind deshalb beim Du
00:00:47: Genau.
00:00:47: Wir haben beide schon eine lange Geschichte in der Klinik, weil wir beide gerne hier arbeiten.
00:00:52: Ich fange mal direkt an!
00:00:53: Wir fangen den Deep Dive gerne an mit Einsatz.
00:00:56: ein Gedanke – das ist eine Rubrik, in der wir einen Zitat aus der Folge mit den Jugendlichen nennen und ich würde dich bitten einfach aus dem Bauch heraus zu reagieren.
00:01:07: Unsere Jugendliche Mila hat gesagt dass sich für sie Selbstoptimierung anfühlt wie einerseits die Chance mehr Selbstbewusstsein zu schaffen Andererseits aber auch sich viel Druck zu machen oder sich mehr kaputt zu machen als zu helfen.
00:01:21: Was denkst du dazu?
00:01:23: Ja, ich finde das passt so zu meinem Bild von Selbstoptimierung.
00:01:26: also Ich finde es ist eine heikle Sache wie wenn man versucht einen Luftballon aufzublasen.
00:01:32: Wenn perfekt heißt der muss größt möglich sein dann ist die Gefahr halt groß dass er platzt wenn man's übertreibt.
00:01:37: und So erlebe ich auch Jugendliche Dass wenn sie immer nach Meer streben Ist irgendwann der Motor, funktioniert er nicht mehr.
00:01:46: Andererseits, wenn der Luftballon gar nicht gefüllt wird ... So ein unaufgeblasener Luftballong ist langweilig.
00:01:52: Wenn man nichts investiert in die Selbstoptimierung, hat man keine Herausforderungen und dann funktioniert es auch nicht gut mit dem glücklichen Leben.
00:02:02: Das find ich einen total wichtigen Punkt, weil in der Folge, die bei den Jugendlichen und ich glaube auch ich immer mehr an die Richtung zu voller Luftballons gedacht haben Und gar nicht so sehr was passiert, wenn man ihn auch nicht aufblässt.
00:02:15: Also danke für das tolle Bild!
00:02:17: Was würdest du denn sagen?
00:02:18: Was verstehst du so ganz persönlich unter Selbstoptimierung?
00:02:21: Ja also für mich bedeutet das, mich auf einen bewussten Prozess der Selbstentwicklung und wie ich auch gelernt habe auch der Selbstfürsorge einzulassen.
00:02:29: Ich bin auch eher die, die sich eher viel pusht.
00:02:32: deswegen muss ich auch geht für mich selbst Optimierung auch in Richtung Selbstfür-Sorge eine gesunde Balance finden.
00:02:40: Das finde ich nochmal auch total den guten Punkt.
00:02:43: Dass auch ein optimaler Zustand nicht bedeutet, dass man nur leistet, sondern auch viel sorglich mit sich selber umgeht.
00:02:52: Freut hat ja schon gesagt zur psychischen Gesundheit gehört Arbeitsfähigkeit aber auch Genussfähigkeit und Liebesfähigkeit Und auch da die Balance hinzukriegen alles ist irgendwie wichtig.
00:03:04: so wo muss ich gerade auf mich aufpassen?
00:03:06: was?
00:03:08: Wenn ich eh ein entspannter Mensch bin, muss ich nicht aufpassen mich zu entspannen.
00:03:13: Aber wenn ich einen Mensch bin der mich mehr treibt dann muss ich halt aufpassen dass ich Pausen mache.
00:03:18: Was würdest du denn sagen so im Rahmen von der Therapie?
00:03:22: Welche Rolle spielt da Selbstoptimierung für dich?
00:03:27: Ich habe es ja gerade schon so ein bisschen angedeutet.
00:03:30: also für mich bedeutet Therapy oft die Mitte wiederzufinden entweder weg von zu viel Druck und Selbstoptimiérung aus Angst sonst nicht genug zu sein.
00:03:38: Das haben die beiden gut beschrieben, dieses Streben nach etwas um ein Loch zu füllen.
00:03:43: Und aber auch weg von dem Gefühl eh nichts ändern zu können – von Resignation und Passivität!
00:03:50: Also wir haben genauso Patienten, die einfach aufgehört haben, nach irgendwas zu streben weil sie denken es macht überhaupt keinen Sinn.
00:03:56: Die müssten dann wieder mehr Drive kriegen in Richtung hey du kannst was verändern und du kannst.
00:04:02: Würdest du denn sagen, dass Selbstoptimierung manchmal in der Therapie selber auch eine Rolle spielt im Sinne von das Klienten ihnen auch das Gefühl haben, in der Therapie perfekt sein zu müssen?
00:04:15: Ja und da sind dann ganz dankbare Patienten für Therapeuten.
00:04:19: Ich freue mich immer wenn die Aufgaben so brav erledigt werden Wenn die Patienten aber nur versuchen alles richtigzumachen In der Therapien Und das Verwechseln mit dem Versuch die Erwartung der Therapierenden zu erfüllen Dann laufen die vielleicht mit Vollgas in die falsche Richtung.
00:04:35: Weil wenn, wenn die Patientin dann meine Ziele verfolgt, dann helfe ich eher nicht ihre zu erreichen.
00:04:42: Also ganz klassisch ne?
00:04:43: Wenn jemand kommt mit dem Problem des Perfektionismus und dann ganz perfekt zynistisch danach strebt das Lust zu werden funktioniert es auch wieder nicht!
00:04:52: Das finde ich total wichtig und ich finde dass haben beide Jugendlichen genannt.
00:04:55: also so ein bisschen dieses immer mal wieder reflektieren.
00:04:59: wenn ich das jetzt mache erhöht sich überhaupt meine Lebensqualität.
00:05:02: Also wenn ich jetzt die ganzen Sachen aus der Therapie umsetze, geht es mir denn wirklich besser?
00:05:08: Oder geht's mir nur besser weil ich das Gefühl habe die Therapeuten mag mich und ich pass mich da gut an.
00:05:15: Ich hab zum Beispiel selber erlebt also ich arbeite ganz viel mit Achtsamkeit in der Therapien Und dann habe ich als ich das gelernt habe sollte ich mal achtsam duschen Und das sollte mir helfen, mich zu entspannen.
00:05:25: Mich hat es super gestresst!
00:05:26: Ich konnte nicht einfach mehr duschen sondern ich musste dann auch noch wahrnehmen wie das Wasser die Temperatur des Wassers und hören und ich wollte das alles gar nicht.
00:05:33: Ich wollte einfach nur duschen.
00:05:34: also es hat mich gestreszt und mir nicht geholfen.
00:05:37: Das ist zum Beispiel so ein Beispiel ja wo's nicht so hilft.
00:05:42: Ich würde aber gerne auch nochmal auf die Patienten hinweisen weil... Also ich wills auch nicht nur verteufeln ne?
00:05:47: Ich habe ganz viele Patienten auch die gar keine Hoffnung mehr haben und die deswegen auch in der Therapie gar nicht mehr danach streben, sich selber zu verbessern.
00:05:57: Aber auch das Fehlen von Selbstoptimierung kann auch schaden?
00:06:01: Da finde ich sind wir auch ganz schnell beim Thema Fehlerkultur.
00:06:04: Du hast jetzt gerade auch gesagt wenn jetzt Patientinnen einfach dem Therapeuten stumpf hinterherrennen, der ja vielleicht auch mal ein Fehler macht oder was vorschlägt, was nicht passt dann ist es auch nicht hilfreich.
00:06:15: Und ich kann mir vorstellen dass selbst Optimierung auch viel mit unserer Fehlerkultur zu tun hat, die auf der einen Seite Kinder und Jugendliche überfordert.
00:06:25: Die das dann kompensieren mit ganz viel machen machen machen und auf der anderen Seite Jugendliche so befordert dass sie komplett sich zurückziehen und nichts mehr machen wie du auch angedeutet hast.
00:06:36: was würdest du sagen?
00:06:37: Wie kann man in der Therapie dieser Haltung entgegenwirken?
00:06:41: also wie kann man so eine gute Fehlerhaltung vielleicht fördern um es positiv auszudrücken
00:06:47: Fehlerkultur ist glaube ich etwas womit sich ganz viele gerade aktuell beschäftigen, weil es ja genau wegen der beiden extremen Reaktionsweisen die du gerade beschrieben hast.
00:06:56: Ich glaube dass das wirklich eine ganz individuelle Sache ist.
00:06:59: deswegen würde ich vielleicht an den Beispiel von den beiden jungen Frauen machen.
00:07:02: also es hängt ganz vom Gegenüber ab und vom Ursprung des Problems.
00:07:06: Und wenn das wie bei Mila an einer inneren Lehre liegt, würde ich mit ihr vermutlich selbst mit Gefühl üben und gleichzeitig wertebasiert gucken was ihr eigentlich wichtig ist in ihrem Leben damit sie ihre Energie darauf verwenden kann und nicht einfach nur irgendwem folgt um irgendwen zufriedenzustellen.
00:07:23: Und mit Stella, der es ja um positive Aufmerksamkeit ging, würde ich genau das versuchen zu erarbeiten, was sie auch gelernt hat.
00:07:32: Da fand ich den Weg, den Sie gegangen ist total nachvollziehbar.
00:07:35: Nämlich sich fragen, dient es mir oder kontrolliert es mich und tue ich das, was ich tue aus Selbstliebe, Neugier- und Wunschzuwachsen?
00:07:42: Oder aus Angst nicht genug zu sein?
00:07:44: Das gelingt zum Beispiel durch regelmäßige Feedback schleifen eine abendliche Reflexion kurze Achtsamkeitsübungen.
00:07:51: Okay also weg!
00:07:53: von diesem Denken, okay etwas ist es richtig oder falsch hin zu einem Denken.
00:07:58: Naja irgendwie... ...ist das gar nicht so wichtig und das gehört halt einfach zum Leben dazu.
00:08:03: Und wichtiger ist wie ich mich fühle ob ich nach meinen Werten handele, ob ich aus etwas wachsen kann also auch sich selber mit so einer Neugierde begegnen.
00:08:10: Genau so ja!
00:08:12: Und dann sind viele nämlich Entwicklungsanreize und nicht selbst wertschädigende Ereignisse.
00:08:17: Das schließt eigentlich perfekt an der nächsten Frage an.
00:08:20: Also wie wichtig findest du es auch, in der Therapie Misserfolge aufzugreifen als was Positives?
00:08:28: Ja genau das schließ wirklich direkt an.
00:08:30: also theoretisch wissen wir ja alle dass man ohne Fehler und Scheitern im Leben nicht weiter kommt Und ich habe dann oft, und ich glaube viele Kinder hören auch oft das Fehler nicht schlimm sind.
00:08:40: Trotzdem sind ja Kinder genau wie wir alle enttäuscht wenn wir unsere Ziele nicht erreichen.
00:08:45: Das heißt in der Therapie geht es also eher darum den Menschen zu helfen mit der Enttäuschung, der Angst, der Schuld, dem Frust, der Wut – also mit allem was die Fehler so mit sich bringen umzugehen, um sie in die Lage zu versetzen, sich mit den Fehlern auseinanderzusetzen, Darum geht's, glaube ich.
00:09:04: Und wir tun das auch mit den Patienten die Fehler einfach nur hinnehmen weil sie sie eh von sich erwarten.
00:09:10: Wir versuchen denen dann zu zeigen dass es Sinn macht frustriert über Fehler zu sein um Motivationen zu bekommen Sie zu beheben um dann stolz auf sich sein zu können.
00:09:18: Das macht total Sinn auch da wieder beide Seiten zu beleuchten.
00:09:21: ein gesunder Mittelweg.
00:09:23: Mila hat das total schön beschrieben wie sie das beim Fotografieren erlebt.
00:09:26: wenn sie da was neues lernt Dann fühlt sie sich gut Und wenn sie da Fehler macht, ist es einfach nur eine Gelegenheit zu wachsen.
00:09:34: So hab ich's zumindest rausgehört!
00:09:36: Ja das fand' ich auch ein tolles Beispiel.
00:09:38: Wie definiert man eigentlich Erfolg dann in der Therapie?
00:09:41: Also kann man jemanden optimieren und einen perfekten Zustand bringen.
00:09:46: oder wo hört ne Therapie eigentlich auch mal auf?
00:09:50: Da krieg ich Gänsehaut bei der Frage also perfekter Zustand funktioniert ja nicht.
00:09:56: Ich glaub', dass wissen wir alle.
00:09:58: Ich würde sagen, Therapie ist dann erfolgreich wenn die Patienten wieder gelernt haben ihrem inneren Kompass zu folgen und sich weiterentwickeln wollen aus dem Wunsch heraus ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen gerecht zu werden.
00:10:11: Und gleichzeitig auch gelernt haben sie sich so zu akzeptieren wie Sie sind.
00:10:15: das Paradoxe Dass, wenn Patienten gelernt haben, dass sie im wahrsten Sinne liebenswert sind.
00:10:20: Also der Liebe wert sind wie Sie sind Dann können sie anfangen sich zu erlauben ihr Potenzial zu entwickeln und ihre eigenen Ziele zu verfolgen.
00:10:28: Und das können sie dann eigentlich auch immer ohne therapeutische Unterstützung.
00:10:33: also auch da gilt perfekt ist gar keine relevante kategorie Sondern es geht viel mehr darum seinen eigenen individuellen Weg zu finden oder wie Stella gesagt hat dem Prozess, seinem eigenen Prozess zu vertrauen.
00:10:45: Trust the process hat sie mich auch sehr mit abgeholt!
00:10:50: Jetzt ist es ja so wenn man jetzt mal nach den Jugendlichen guckt die vielleicht gar nicht bei uns sind sondern auch einfach allgemein Jugendliche dann sieht man ja schon auch viel so Erfolgscoaches in sozialen Medien oder Accounts zum Thema Selbstoptimierung.
00:11:06: Da fällt mir auf, dass die oft Strategien nutzen, die du und ich auch in der Psychotherapie benutzen würden.
00:11:11: Manche Strategien kommen tatsächlich sogar aus der Therapie.
00:11:15: Wo zieht man denn da so ein bisschen die Grenze zwischen Sachen?
00:11:20: Die vielleicht auch viele Leute anwenden können weil sie hilfreich sind?
00:11:24: Oder dem wo es kippt, wo das eben dann wieder zu Perfektion- und Selbstoptimerung zu sehr geht?
00:11:33: Ich fand da den Satz von Stella ganz, ja die hat es total gut auf dem Punkt gebracht.
00:11:38: Also wenn selbst Entwicklung stattfindet aus Liebe zu sich selbst, Aus Neugier und aus Wunsch zu wachsen Und nicht aus Angst nicht genug zu sein Dann ist das was Gutes.
00:11:49: und ob man dann therapeutische Strategien einsetzt oder untherapeutische?
00:11:53: Das ist glaube ich relativ egal.
00:11:57: Aber es geht darum was ist die Motivation dahinter?
00:12:01: Strebe ich nach etwas was mir wichtig ist, dann ist das was Gutes.
00:12:06: Strebe ich nach etwas, um etwas anderes nicht zu fühlen?
00:12:10: Dann funktioniert es
00:12:10: nicht.".
00:12:11: Danke für diesen spannenden Punkt!
00:12:13: Ich komme auch zur letzten Frage, die mich oft beschäftigt.
00:12:18: Ich beobachte, dass Jugendliche sich wahnsinnig viel Druck machen und sich verbessern.
00:12:27: Dabei gehört zum Leben ja eben nicht nur das Schöne das Optimale und das Wachsen, sondern das Leben ist ja sehr bunt.
00:12:36: Was wird so sagen wie viel nicht optimales gehört zum Leben dazu ohne dass eine Psychotherapie oder eine Anwendung von allen möglichen Selbstoptimierungsstrategien eigentlich von Jugendlichen begonnen werden sollte?
00:12:50: Das ist eine spannende Frage.
00:12:52: Ich beobachte zunehmend, dass junge Kolleginnen keine Fotos ohne Filter mehr kennen und so ... Dass dieser Optimierungszwang auch durch die sozialen Medien, wo man alles erst mal retuschieren kann?
00:13:06: Wir haben gerade eine Frage aufgenommen, die wir wiederholen, weil es noch nicht gut genug ist.
00:13:10: So was kann man im echten Leben nicht!
00:13:13: Und ich glaube, dass die Jugendlichen da schon unter Druck stehen.
00:13:18: Ja... perfekt sein zu müssen und deswegen glaube ich auch so viel Therapiebedarf ist, wo man früher gar kein Therapie bedarf gehabt hätte.
00:13:25: Weil es normal ist dass Hans Otto Dinge besser kann als Louise Und Luise dafür andere Sachen besser kann.
00:13:32: Jetzt ist es aber ein Problem und ich glaube, dass dieser Optimierungszwang dazu führt, dass Leute mit dem nicht mehr zufrieden sind, womit wir früher zufriedenzufrieden waren und deswegen viele auch in die Therapie kommen und dann ganz erleichtert sind wenn ich sage ne das ist ganz normal man darf einfach traurig sein wenn das haustier verstorben ist das keine depression das ist trauer das gehört zum leben dazu oder wenn das kind sich nicht konzentrieren kann weil so aufgeregt ist wegen weihnachten sondern dann ist es aufgeregt wegen Weihnachten.
00:14:03: Ich merke es nicht nur bei den Kindern und den Jugendlichen, auch viele Eltern sind verunsichert weil in den Elterngruppen ... Also ich kann einfach mal Selbstöffnung sagen mein Kind hat nicht gekrabbelt.
00:14:12: als ich das erzählt habe in meiner Peergroup von Müttern wurde ich zum Osteopathen geschickt.
00:14:18: Ich selbst hab auch nicht gekrappelt.
00:14:19: Ich weiß von meiner Ausbildung her dass sich nicht krabbeln muss um gesund zu sein.
00:14:24: aber selbst im Babyalter ist schon angefangen mit dem Perfektionismus.
00:14:30: Ich glaube, dass manchmal Therapiebedarf auch dadurch entsteht.
00:14:33: Dass die Außenwelt vermittelt – da ist doch irgendwas nicht richtig.
00:14:38: und eigentlich sind es ganz normale Gefühle, stressige Zeiten, Probleme, die das Leben mit sich bringt, die ganz viele selber lösen können wenn sie selbstbewusst genug dafür sind.
00:14:48: Das erinnert mich total an ein Gespräch mit einem Kollegen der meinte, dass er das Gefühl hat, dass Jugendliche zum Beispiel im kreativen Bereich immer mehr an Vorlagen entlanghangeln.
00:14:59: Also sie bringen was aus den sozialen Medien mit, was die eins zu eins nachmachen wollen und das macht natürlich Druck!
00:15:05: Und du hast total recht es ist einfach total wichtig seinen eigenen Weg seiner eigene Reise zu finden und damit zufrieden zu sein und danke nochmal für den tollen Punkt und ich glaube dass zeigt uns noch mal dass Selbstoptimierung nichts ist was Kinder und Jugendliche alleine betrifft sondern auch Eltern die sich auch viel Stress machen und dass auch gerade Vorbildsein total wichtig ist.
00:15:27: Herzlichen Dank für das tolle Interview und noch einen ganz schönen Tag dir.
00:15:31: Dir auch!
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