Leise Helferin oder Gedankenpolizei? Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen

Shownotes

In der neuen Folge Seelenstruggle geht's um Zwangsstörungen - und wie sie das Leben ordentlich auf den Kopf stellen können. Was passiert, wenn die eigenen Gedanken nie zur Ruhe kommen und ständig alles bestimmen? Lucy, die selbst mit Zwangsstörungen lebt, gibt einen Einblick, wie es sich anfühlt, in einer endlosen Gedankenspirale gefangen zu sein. Sie erzählt, warum Zwangsstörungen wie ein Sicherheitsgurt wirken - der einem zwar ein Gefühl von Kontrolle gibt, aber gleichzeitig alles einengt. Sie spricht von der ständigen Angst, anderen zu schaden, wenn alles nicht "perfekt" läuft. Karla, deren Tochter von Zwangsstörungen betroffen ist, teilt ihre Erfahrungen als Mutter und erzählt, wie die Krankheit die ganze Familie betrifft. Sie macht deutlich, wie wichtig es ist, den Schritt in die Hilfe gemeinsam zu gehen und füreinander da zu sein. Wie fühlt es sich an, mit Zwangsstörungen zu leben? Und was können Familien tun, um den Druck zu verringern? Hör rein und erfahre mehr über den Struggle und wie man ihn gemeinsam angehen kann.


Wenn du dich gerade nicht gut fühlst, findest du hier wichtige Informationen und Hilfsangebote, die dir weiterhelfen können. Du bist nicht allein.

https://krisenchat.de www.telefonseelsorge.de https://www.bzga.de/service/beratungsstellen/ https://www.psychotherapeutensuche.de/suche/ https://www.lwl-uk-hamm.de/de/


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Transkript anzeigen

00:00:00: dass ich mittlerweile darüber sprechen kann, weil ich mich so in Grund und Boden geschämt habe dafür.

00:00:07: Weil ich ja nicht wollte, dass ich verrückt wirke.

00:00:09: Und es ist halt nicht einfach nur Ordnung.

00:00:11: Das ist auch ein Vorurteil oder ... Jeder wäscht sich noch mal die Hände.

00:00:20: Leise Helferin- oder Gedankenpolizei?

00:00:25: Wir sprechen über psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen mit betroffenen Angehörigen und Experten.

00:00:37: Hallo zur neuen Folge Seelen Struggle, heute mit einem ganz spannenden Thema!

00:00:41: Ich bin Kai Klüting, ich bin auch wieder da hier.

00:00:45: oder die schon mal den Podcast gehört haben kennen mich vielleicht, ich arbeite sonst im Radio Psychologie eigentlich ganz wenig zu tun, außer dass ich mich in dem Podcast hier immer wieder damit beschäftigen darf.

00:00:55: Und auch immer mit Therapeutenzusammensitzer hier.

00:01:00: und heute ist wieder Laura Dergster.

00:01:01: Hi!

00:01:02: Hi genau Ich bin Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin hier in der LWL Klinik und darf die heute sehr spannende Folge mit dir machen.

00:01:10: Ja schön das du wieder da bist.

00:01:10: Wir haben uns ganz lange nicht gesehen.

00:01:12: Freuen uns, dass wir heute mal wieder zusammensitzen finde ich auch mal schön kann man ja auch mehr erwähnen.

00:01:16: Heute ist eine spannende.

00:01:19: irgendwie ganz viele und ganz wenig Gedanken haben.

00:01:21: Wir reden heute über Zwangsstörungen?

00:01:23: Genau, ich weiß nicht ob du das kennst.

00:01:25: Ob du sie jemand bist der manchmal so dreimal überprüft.

00:01:27: ist der Ofen wirklich aus?

00:01:29: eigentlich weißt du dass er aus ist aber du guckst halt noch mal zu

00:01:32: hundert Prozent.

00:01:33: oder

00:01:33: ob du so wenn du im Wartezimmer sitzt und das Bild ist irgendwie beim Arzt schräg und du denkst was macht mich wahnsinnig würde es jetzt gerne gerade rücken.

00:01:42: genau dann man sich so fragt boah bin ich noch pingelig oder ist das jetzt schon eine Zwangsstörung?

00:01:49: Ja, bei mir ist das so... mit der Küche ist es bei mir ganz schwierig.

00:01:51: Wenn ich vorm Schlafengehen habe, hab' ich noch gekocht oder so und da sind so Töpfe.

00:01:56: Ich kann nicht ... also ich will nicht pennen gehen!

00:01:58: Aber es ist eher, ich glaube, der Unterschied ist zwischen ich kann und ich will nich'.

00:02:02: Bei mir ist es wirklich so, ich will nix morgens aufwachen und da steht noch ein Bolognese-Topf auf dem Herd weil ich das dann, da denke ich, er riecht sie morgen nach Bolognesen und vielleicht habe ich mehr Lust auf Joghurt.

00:02:10: aber Naja, das ist bei mir, ich glaube so eine Zwangsstörung stelle ich mir dann vor dass sich das da nicht mehr umgehen kann.

00:02:17: Aber das werden wir heute vielleicht noch ein bisschen besprechen wenn wir ganz spannende Gäste dazu.

00:02:22: Ja genau und bei Zweng ist es natürlich wie bei allem anderen.

00:02:25: also wir haben ja schon öfters besprochen.

00:02:27: Es

00:02:28: gibt bei dem psychischen Erkrankungen nicht so einen gesund und krank wie in der Medizin sondern es sind alles fließende Übergänge.

00:02:35: die

00:02:35: Sachen Die Gäste heute berichten werden, ich denke da können wir ganz viel kennen ja auch einfach schon und der Übergang ist dann wieder fließend.

00:02:45: Einmal ganz kurz zur Definition.

00:02:47: also Zwänge werden definiert als widerkehrende Gedanken oder Handlungen, die Menschen nicht kontrollieren können und die sie eben auch als belastend empfinden.

00:02:57: Es gibt da unterschiedliche Arten.

00:02:59: also man kann nur Zwangsgedanken haben, dass man bestimmte Dinge immer wieder denkt.

00:03:04: Nur Handlungen also das man so Rituale hat oder die gleichen Dinge immer macht ohne bestimmte Gedanken dazu oder die Kombination.

00:03:12: Ich glaube, das ist das was du wahrscheinlich auch kennst oder was man so am ehesten auch aus Filmen und Serien kennt.

00:03:17: also jemand hat zum Beispiel die Angst krank zu werden und wäscht und desinfiziert sich einfach ganz ganz viel.

00:03:23: Ja ich bin mal gespannt was unsere Gäste heute erzählen.

00:03:26: wir haben ja einmal eine Patientin und einmal eine Mutter einer anderen Patientin was glaube ich hier in der Folge ganz spannend ist weil Zwänge eben gerade bei Kinder- und Jugendlichen häufig etwas sind was auch so In den Alltag von der ganzen Familie dann irgendwie ausbreiten kann, das werden wir nachher noch hören.

00:03:43: Wir haben natürlich die Namen der beiden wieder verändert.

00:03:46: Wir treffen also Lucy selbst Patientin.

00:03:50: Noch in Therapie zu ihrer Zwangsstörung und wir haben Carla, die ist Mutter einer anderen Patientin, die hören wir auch noch.

00:03:57: aber erst mal starten wir mit Lucy.

00:04:03: Hi Lucy schön dass du da bist.

00:04:04: Hallo!

00:04:05: Wir starten ja immer gerne mit unserer Rubrik Seelen Struggle Feelings.

00:04:08: Das würde ich jetzt auch machen Seelen Struggle Feelings.

00:04:15: Also erstmal ist es super anstrengend, vor allem die Gedankenflut.

00:04:20: man ist da so total drin gefangen und das ist eigentlich wie ein Feueralarm die ganze Zeit im Kopf obwohl es gar nicht brennt.

00:04:30: also es ist total erdrückend immer im Stress und dauer Alarm bereit.

00:04:39: Und dauer ... Ja, einfach alarmbereit!

00:04:43: Ich find Feueralarm ist so ein starkes Bild, ne?

00:04:46: Weil man versteht ja nichts anderes mehr.

00:04:48: Das ist ja super laut.

00:04:50: Ja.

00:04:50: Und man will ja einfach nur wegrennen.

00:04:51: Ja...

00:04:52: Und wenn der ihn dann verfolgt, ist er schrecklich.

00:04:54: Ja, und gleichzeitig irgendwie das sind so zwei Sachen.

00:04:58: ich würde gleich die Gedanken Handlungen einfach unterscheiden, weil es ist ein Feueralarm.

00:05:04: Aber du kannst nicht weg!

00:05:05: Weil das ist eigentlich wie ein Sicherheitsgurt der dich festhält.

00:05:08: Weil du so dran an diesen Zwingen festhältst... Ja, ist das total komplex und total widersprüchlich eigentlich.

00:05:16: Perfekt die Überleitung, weil mit dir ist uns ja was zum ersten Mal passiert?

00:05:21: Du bist die erste Patientin, die uns im Prinzip den Titel für die Folge gibt.

00:05:25: Was ich total spannend finde, weil das drückt schon ganz viel aus Du grade irgendwie gesagt hast, Gedankenpolizei oder leise Helferin.

00:05:33: Das kommt von dir?

00:05:34: Warum der Titel?

00:05:36: Weil also es ist total ja wie gesagt total komplex und diese leise Helferin ist einfach so.

00:05:43: man vermeidet total viel Und die Zwänger helfen einen dabei trotzdem durch den Alltag zu kommen Obwohl man ganz viel vermeidet was halt bei Zwängen total

00:05:56: Ja...

00:05:57: Total ... da ist.

00:06:01: Und sie hilft, ja wie gesagt, sie hilft dir durch den Alltag zu kommen.

00:06:05: Alles zu perfektionieren.

00:06:08: Dein Alltag von A bis Z geplant zu haben.

00:06:11: Von morgens bis abends bloß keine Lücke damit die Gedanken einen nicht komplett überrollen.

00:06:18: und Gedankenpolizei eigentlich weil es ganz viel um Kontrolle geht.

00:06:22: Es geht ganz viel im Kontrollverhalten sich selber nicht spüren zu müssen alles zu kontrollieren damit bei mir jemand anderem etwas nicht passiert.

00:06:33: Etwas Schlimmes passiert und das wäre ja eigentlich genau die Polizei, die schützen auch und gucken dass es den Leuten gut geht und dass es einfach der Weltgut geht und wenn es etwas Unrechtes gibt dann versuchen sie zu helfen oder das zu klären und das macht der Zwang auch.

00:06:53: Ich muss nochmal weiter vorne ansitzen weil das was du gerade gesagt hast finde ich... Das habe ich noch nie vorher gehört in Bezug zu Zwängen.

00:07:00: Es geht um Regeln, es geht um... Du hast das Glaubenssätze genannt?

00:07:04: Das finde ich mega spannend!

00:07:05: Da will ich mit dir drüber reden.

00:07:07: Wie äußern sich Zwinge bei dir?

00:07:10: Also bei mir äußeren sich Zwänger vor allem.

00:07:12: ganz am Anfang war es ganz klar Perfektionismus und Planen und Kontrollieren also ganz starke Kontroll- und Ordnungszwänger dass ich alles richtig machen muss Ja, hundert Prozent geben muss.

00:07:25: Und dadurch das in meiner Familie sehr viel ... Es fing an bei im Jahr zwanzig.

00:07:31: Fing das an, dass mein Großvettern beide etwas passiert ist und da fing es eigentlich an, was ich versucht habe meine Familie zu schützen.

00:07:39: Das war Corona.

00:07:41: Alle waren eh schon total ... darauf abgesehen zu putzen, zu disinfizieren.

00:07:48: Zu gucken dass sich keiner ansteckt und das muss ich schon sagen, dass das Ganze verstärkt hat.

00:07:53: also erst mal waren es halt die perfekt der Perfektionismus und die Plan- und Kontrollzwänge und gleichzeitig dann auch ganz stark Ordnungszwänge Und Sauberkeitszwänge Dass Ich ja alles versucht habe zu schützen und zu disinfizieren und sauberzumachen.

00:08:10: und Ja zu Putzen

00:08:13: Ja, also wenn wir uns in die Zeit mal zurückbeben.

00:08:16: Ich glaube das kann jeder noch irgendwie verstehen... ...wenn man vorher gesagt hat ja vorm Essen nach einer Toilette und morgens auch immer die Hände waschen hat man das gemacht.

00:08:26: aber zu derzeit war halt klar du musst es ständig machen.

00:08:29: Immer wenn du jemanden getroffen hast man hat sich auch Abstand gehalten.

00:08:32: Also dass das nochmal so ein Katalysator war das kann ich mir sehr gut vorstellen.

00:08:36: Und jetzt sagst du bei dir Wann war für dich der Punkt, dass du gemerkt hast, ja aber ich kann es jetzt gerade nicht lassen?

00:08:44: Das kam tatsächlich schon relativ

00:08:46: früh.

00:08:47: Also, im Jahr zwanzig war ich total gefangen in meinem... Wir hatten ja Online-Unterricht und das war für mich gefundenes Fressen!

00:08:56: Also, das war genau das was sich total toll fand.

00:09:00: Ja warum?

00:09:01: Weil ich genau meine Sachen machen konnte die ich geplant hatte.

00:09:06: Ich musste nicht in die Schule.

00:09:09: einfach ich weiß, dass ich schon früher ziemlich leistungsstark war.

00:09:14: Auch schon in der Grundschule.

00:09:15: Ich habe dort auch Leistungstouren gemacht und dann fing Corona an und dann waren wir zu Hause Und dann waren die Aufgaben für ungefähr eine Stunde aber ich war nach zehn Minuten fertig.

00:09:26: heißt ich habe viel mehr in viel kurzer Zeit geschafft und gleichzeitig musste ich mich nicht mit den Leuten außen in der Schule vergleichen?

00:09:36: Auch ganz viel Vergleiche, weil ich einfach im Unterricht dauerperfektionistisch war.

00:09:42: Da waren ... Ich saß nicht hinten in der Ecke und habe nix gesagt oder Heyday gespielt!

00:09:46: Das gab es auch öfter mal wenn man rüber geguckt hat.

00:09:49: Gab's bei mir nicht und dann kam Corona und ich war zu Hause und ich hatte ja wie gesagt mehr Zeit um alles besser zu planen und das zu optimieren.

00:09:58: und meine To-do-Listen von Dina IV Zettel mit Plan B Noch ein Dinavier-Zettel.

00:10:06: Das ist ja das Fatale, wenn etwas nicht geklappt hat, dann ist alles in mir ausgebrochen.

00:10:11: Ich wusste nicht mehr wohin mit mir ... Das war ganz schrecklich für mich und da war schon der Punkt wo wir gesagt haben okay so geht es nicht aber Ich hab's außen so versucht, so doll zu verstecken.

00:10:24: Weil ich mich auch unfassbar doll geschämt habe und da wusste ich ja noch gar nicht, warum ich das mache.

00:10:28: Mittlerweile weiß ich, dass es Kontrollverhalten war und auch, dass ich Zuhause Mama- und Papa schützen wollte, meine Schwester schützen willte, meine Oma schützen wollte weil Opa schon gegangen ist Und ich damit gar nicht klarkam, weil es mit der wichtigsten Mensch in meinem Leben war.

00:10:46: Sie wohnen auch ... Also sie haben bei uns im Haus gewohnt oben.

00:10:50: Wir haben unsere ganze Kindheit draußen verbracht, wenn wir nicht in der Sporthalle waren zum Leistungstournen.

00:10:55: Aber das war alles von mir aus getrieben.

00:10:57: Es war nie von Mama und Papa aus.

00:11:00: Ja, dann kam noch die Essstörung dazwischen.

00:11:03: Da war dann irgendwann ... ... dass gar nichts mehr ging.

00:11:07: Also Sport zwang war auch dann relativ früh, weil ich das dann natürlich auch vorgelebt bekommen habe.

00:11:13: Es war dann im Internet.

00:11:14: Ich will nicht sagen, dass das alles Social Media geschuldet war und das auf gar keinen Fall bei mir.

00:11:19: Aber dann sind alle laufen gegangen... ...und dann konnte ich halt noch bevor ich überhaupt in die Schule gehen musste,... ...weil ich musste ja nicht in die Schule gehen.

00:11:27: Konnte ich noch laufen gehen?

00:11:28: Konnte mit meinem Hund gehen?

00:11:29: Könnte ich alles machen?

00:11:31: Ich hatte einfach mehr Zeit!

00:11:34: Du hast das jetzt auch schon wieder angesprochen, was ich richtig spannend finde.

00:11:39: Du hast gesagt, ich wollte die anderen schützen?

00:11:42: Ja

00:11:43: Für mich ist es noch gar nicht klar gewesen dass eine Zwangstörung damit zusammenhängt jedenfalls bei dir Dass man an die Konsequenz denkt wenn man diesen Zwang unterbricht.

00:11:56: Kannst du mir das erklären?

00:11:56: Also, was heißt für dich dieser Glaubenssatz.

00:11:59: Das habe ich noch nicht ganz verstanden.

00:12:00: Ja also vor allem ist es ganz klar... Ich bin schuld an Alm.

00:12:06: Mein Opa ist an Corona gestorben.

00:12:09: und was ist wenn ich nicht ordentlich genug war?

00:12:12: Was ist denn wenn ich ihn angesteckt habe?

00:12:15: Und dass ist so dieses... Ich schade jemanden, wenn ich nichts... Plane kontrolliere ordentlich halte, dann könnte anderen Leuten was passieren.

00:12:25: Was total... Ja wenn ich das so sage, dass es halt auch ein ganz typisches Ding ist, dass sich einfach weiß, dass einen Händeschütteln keinen umbringt.

00:12:36: Dadurch, dass aber das so eng verdrahtet wurde und ich das für mich da in dem Zeitraum noch gar nicht klar hatte haben sich die Zwänge so festgesetzt, Ja, so auf die Konsequenz geht.

00:12:50: Also wenn ich dem im Zwang nicht nachgehe... ...dass jemand stirbt oder dass sich jemanden etwas tun könnte und gar nicht direkt sondern immer über andere Dinge also Übertische, Überhändeschütteln.

00:13:11: Ja du sagst das klingt jetzt komisch aber Ich glaube ja Man ist ja jetzt erstmal relativ alleine mit der Zwangsstörung.

00:13:23: Jetzt sind natürlich vielleicht gerade Leute, die das hören, die sagen Ja ich verstehe das bei mir ist es genau so.

00:13:29: Was hat dir geholfen?

00:13:30: Wo war der Weg?

00:13:31: wo du gesagt hast Ja gibt's Dinge, die dir da rausgeholfen haben oder die dir heute helfen?

00:13:36: auch

00:13:37: Ganz viel Glaubenssatzarbeit weil Ich mich selber so unfassbar schlecht geredet habe und selbst Soviel Schuld für also bei mir gesucht habe, weil ich dachte, ich bin an allem Schuld.

00:13:50: Und ich darf keine Fehler machen und muss perfekt sein ... ja dass ich da gucken musste wie kann ich diese Glaubenssätze in meinem Kopf so oft sagen das es vielleicht irgendwann, dass man sich irgendwann mal ein bisschen was glaubt und sich auch viel mehr sich zutraut.

00:14:08: ganz klar die Leute um mich herum.

00:14:11: Ich kann nur immer wieder sagen öffnet euch also Leute, also Leuten etwas zu sagen wie es einem geht ist erstmal total anstrengend und auch total scham behaftet das ganze Thema.

00:14:25: Also ja... dass man nicht verrückt ist oder was auch immer.

00:14:30: Weil ich für meinen Part halt auch weiß, dass ich das so unfassbar perfektioniert habe, das so gut zu verstecken trotzdem.

00:14:38: Dass es dann trotzdem komisch ist, das Leuten zu sagen, dass sich da doch ein Problem habe, weil's halt nicht einfach nur Ordnung ist.

00:14:45: Es ist nicht ... Du bist einfach nur ordentlich und du bist perfektionistisch und hast Abi gemacht.

00:14:51: Und das war ja auch gar nicht schwer, sondern ... Ja, da liegt so viel mehr hinter.

00:14:57: und wenn man sich Leuten öffnet, dann ist es einfach einfacher mit der Last manchmal umzugehen auch wenn's erstmal super schwierig ist.

00:15:05: Und ganz viel bei Zwängen machen also so Expositionen, Expos aber... Was heißt das?

00:15:13: Also dass man sich halt wirklich dem Ganzen genau dem Zwangsthema was der Zwang dir verbietet zu tun machen.

00:15:21: Also im Prinzip gegen den Zwang arbeiten Okay, das stelle ich mir.

00:15:26: Wenn man da drin ist, super schwierig vor.

00:15:29: Weil es ja komplett gegen all deine Glaubenssätze verstößt.

00:15:32: Du musst dich komplett deiner Angst stellen?

00:15:34: Ja.

00:15:35: Exposition der den Zwangstellen.

00:15:38: wie mache ich das?

00:15:40: also Ich muss auch sagen dass ich ein therapeutischer Behandlung bin und Da muss ich auch Ja sagen dass das einfach unfassbar doll geholfen hat.

00:15:49: erst mal dich.

00:15:50: total angst davor weil ich ja immer dachte stirbt jemand wenn ich das mache Oder ist passiert etwas, wenn ich das mache.

00:15:57: Und leider ist es ja jetzt auch so, dass leider noch was passiert ist.

00:16:03: Was super schwierig ist gerade.

00:16:05: Aber es geht vor allem ... Also wir können einfach das einfache Beispiel nehmen.

00:16:11: Wenn ihr mir was zu trinken anbietet?

00:16:14: Ich weiß nicht, wer die Flasche vorher angefasst hat.

00:16:17: Wo die im Supermarkt

00:16:18: war.

00:16:19: Da geht's ganz klar darum, diese Flaschen zu nehmen und daraus zu trinken!

00:16:23: Das darf immer vorbesprochen werden und das kann auch immer vor besprochen werden.

00:16:28: Ich hab auch ... Ja, es ging v.a.

00:16:30: auch um Einkaufsleden Türklinken sie anzufassen und mal gucken wie lange ich es aushalte bis ich nicht die Hände wasche.

00:16:38: Und gleichzeitig muss ich auch Einfach sagen, man muss einfach selber total motiviert sein das loswerden zu wollen.

00:16:44: Was super schwierig ist weil der Zwang gibt dir Kontrolle er macht dass es dir, dass es dich kurz besser fühlen lässt.

00:16:51: aber es ist immer nur diese kurzfristige Erleichterung Weil dann kommt's noch mal und wenn du jedes Mal den wieder nachgibst Kommt es wieder Und ich tanze ja und Ich muss einfach sagen Dass das auf dem Boden ist und dass sich gehoben werde und dass ich angefasst werde und Das etwas is was mir superschwierig eigentlich ja fällt.

00:17:12: Aber dadurch, dass ich es immer gemacht habe und die ganze Zeit machen muss weil ich diesen Hobby gerne nachgehen will wird das einfacher.

00:17:21: aber bis es dahin kommt dauert es super lange und das kann auch immer mal wieder superschwierig werden.

00:17:27: Ich hab auch noch Kinder-Tongruppen Und Kinder sind ja immer nochmal, dass die ihre Finger in den Mund stecken oder?

00:17:35: Genau!

00:17:36: Und das

00:17:37: ist

00:17:37: mein... Ein

00:17:38: persönlicher Albtraum, aber ich liebe die Arbeit mit den Kindern.

00:17:42: Heißt Ich mache das und ich muss es tun weil ich genau weiß wenn ich eine Woche nicht hingehe dann kann ich schon wieder drei Schritte zurück und muss es wieder lernen.

00:17:55: Dann stelle ich mir so einen zwang als ständigen Begleiter vor oder Rieseln der dich immer wieder an der Schulter zurückzieht.

00:18:05: also bildlich.

00:18:08: Und jetzt ist die Frage, magst du den Zwang oder hast Du den Zwang?

00:18:14: Es ist total zwiegespalten.

00:18:17: Also das wäre voll der Rückführung für den Titel.

00:18:21: also es ist halt total.

00:18:22: die Helferin Total der Zwang ist eine Helferin, der mich durch den Alltag bringt.

00:18:28: Weil ich nicht wüsste wo ich stehe ob ich hier sitzen würde wenn ich nicht den Zwang hätte einfach aus dem Grund da ich dadurch meinen Alltag geplant kriege.

00:18:38: Ich kann arbeiten gehen, ich gehe zum Sport, ich geh hierhin, ich fahre nach Hause, ich gäh noch mit dem Hund, ich plane und kontrolliere alles Und gleichzeitig es ist total anstrengend.

00:18:52: Ja, weil ich ja jetzt zum Beispiel ist auch ein Beispiel eigentlich.

00:18:55: Ich bin hier und weiß nicht was zu Hause ist.

00:18:57: Ich weiß nicht wo Mama ist also doch ich weiß es aber ich weiß nicht, was sie gerade tut ob ich einen Messer liegen gelassen habe in der Küche wenn mein Hund an die Kühlschranktür springt und das Messer runterfällt oder... ...ja war super schwierig ist.

00:19:13: Sind das Szenarien die du dann... Also das ist spannend!

00:19:17: Weil sind das Scenarien, die du da wirklich im Kopf... mögliche Szenarien durch was alles passieren könnte, was du vergessen haben könnt.

00:19:26: Also ah okay

00:19:28: und auch das sind halt diese aufdringlichen Gedanken einfach die... Was ist wenn du das liegen gelassen hast?

00:19:34: Und es auf mein Hund fällt!

00:19:37: Ja und das sind dann halt diese Zwangsgedanken und dann vor allem ja die Handlungen sind halt nochmal so die anderen Sachen die man dann halt wirklich macht um aufzuräumen dem ganzen vorzubeugen.

00:19:52: Und wie gehst du gegen diese Gedanken an?

00:19:58: Wie lebst du damit?

00:20:02: Gegen die Handlung kann man meiner Meinung nach besser angehen, also da ist es ja wirklich nicht machen und aushalten, Gedanken kommen.

00:20:12: Mein Tool ist eigentlich, dass wenn ich das... Also es mittlerweile so weit, dass sich das wahrnehme.

00:20:18: Wenn das kommt am Anfang war's einfach nur Ich bin da und du musst es machen.

00:20:23: Mittlerweile weiß ich, dass es Zwangsgedanken sind Und die dürfen aber auch wieder gehen.

00:20:28: also Die dürfen kommen und ja wie eine Wolke dann auch wiedergehen.

00:20:34: Aber es ist super komplex und super schwierig und da muss man so Ja häufig reflektiert irgendwie Für seinen und versuchen das ja für sich klarzumachen.

00:20:45: Und in dem Zuge schreibe ich auch ganz viel, weil meistens sind Gedanken ja gar nicht so visuell sondern einfach nur im Kopf.

00:20:54: Ich weiß dass die Gedanken komisch sind und ich nehme die wahr... ...und dann schreiber ich ganz viel darüber, weil ich sie dann sehe und sie mir dann nicht mehr so ungreifbar

00:21:05: erscheinen.".

00:21:06: Du hast auch dein Buch?

00:21:08: Das ist das wo du reinschreibst!

00:21:09: Und du hast ja dein Buch mitgebracht.

00:21:13: Kannst du uns so Gedanken teilen?

00:21:14: Ja, kann ich gerne machen.

00:21:16: Also nur wenn dich wohlfühlt es damit?

00:21:19: Gerne!

00:21:20: Dann mach ich das.

00:21:21: Hallo, ich bin dein Zwang und vielleicht glaubst du, ich sei dein Feind aber ich bin der Einzige, der geblieben ist als alles zerbrach.

00:21:28: Ich bin der einzige, der dir das Gefühl von Sicherheit gibt Auch wenn du weißt dass ich dich quäle.

00:21:34: Als dein Papa gegangen ist war ich schon da ganz leise.

00:21:37: Ich hab gesehen wie dein Herz zerfallen ist Wie du nicht mehr wusstest wohin mit dir.

00:21:42: Also habe ich dir einen Plan gegeben.

00:21:43: Ich habe Ordnung gemacht wo Chaos war.

00:21:45: Weil wenn du alles richtig machst genau Ganz genau richtig?

00:21:49: Dann passiert vielleicht nichts Schlimmeres.

00:21:51: Dann stirbt vielleicht niemand mehr, dann bist du vielleicht nicht mehr schuld!

00:21:55: Ich bin der Grund warum du jeden Tag um vier Uhr aufstehst.

00:21:58: Nicht weil du gerne früh aufstehst sondern weil du Zeit brauchst um mich Kleise zu kriegen bevor jemand anderes wach wird damit es niemand sieht dass es bloß niemand mitbekommt was du alles tust.

00:22:09: du hoffst dass alle zur Arbeit gehen, damit du alleine mit mir bist.

00:22:13: Weil wenn jemand da ist musst du mich verstecken dann kannst du die Seife nicht zum fünften mal benutzen Dann kannst du das Zimmer hundertmal neu ordnen bis alles passt.

00:22:22: Dann kann dich niemand mehr dumm anschauen.

00:22:25: Wenn jemand da isst würde dieser sehen was du machst und du denkst Was es wenn dieser jemand es sieht?

00:22:33: Und einfach umfällt weil Du räumst alles weg, alles was du benutzt hast.

00:22:38: Du willst dass es so aussieht als wäre nichts passiert und als wärst du nicht stundenlang auf zack und in Bewegung gewesen.

00:22:46: Du schreibst Listen so viele das der Zettel nicht mehr reicht.

00:22:49: jetzt Alles auf deinem Handy versteckt, Passwort geschützt.

00:22:53: Niemand darf sehen was du tust damit niemand stirbt.

00:22:56: Damit du nicht zerfällst.

00:22:58: ich bin deinen Zwang und ich bin nicht nur Kontrolle Ich bin ein Rettungsboot.

00:23:01: ohne mich bist du nichts!

00:23:03: Ich rede dir ein dass Du mich brauchst um sicher zu sein.

00:23:05: Ich bin die Illusion das Du und Dein Umfeld sicher ist und nur überlebt wenn Du ordentlich bist wäscht ... putzt, planst, ordnest, wiederholst und wehut.

00:23:15: du hörst auf.

00:23:16: Weißt Du warum du so müde bist?

00:23:18: Weil du jede Minute mit mir verbringst... ...und so tust als wäre ich nicht da!

00:23:23: Aber kein Problem.

00:23:24: Ich ärgere dich denn ich bin noch da.

00:23:26: Ich bin immer da.

00:23:27: Und solange du mich brauchst bleibe ich.

00:23:30: Und werde als Einziger nicht gehen.

00:23:33: Als jemand der keine Zwangsstörung hat verstehe ich das... ...um kann es nicht nachvollziehen.

00:23:41: Das ist so eindeutig und klar geschrieben, ich sehe den fast neben dir stehen.

00:23:48: Und gleichzeitig kann ich halt nicht nachvollziehen wie anstrengend das für dich sein muss.

00:23:53: Sehr

00:23:53: anstreggend!

00:23:54: Ja...

00:23:55: Und es ist halt immer da.

00:23:56: Es ist ja beim Aufstehen und beim Einschlafen und manchmal mitten in der Nacht.

00:24:05: Und den ganzen Tag über auch.

00:24:07: Jetzt ist die Frage Möchtest du ihn ver... Also ich kann mir auch vorstellen, dass der Impuls häufig da ist, ihn zu dulden und ihn gleichzeitig verstecken zu wollen.

00:24:16: Was ja irgendwie auch darin steckt?

00:24:19: Wie ist das so bei dir?

00:24:20: Ist der Impulz da in verstecken Zu wollen oder ist mittlerweile Dadurch, dass du es aufschreibst und hier vorliest habe Ich auch manchmal das Gefühl Du zeigst ihn Ja Du zeigs uns ja deinen Masterplan Dass wir ihn eigentlich verstecken willst Und ihn weiter nutzt?

00:24:34: Ja also eigentlich möchte ich Ihnen verstecken, so gut es geht.

00:24:38: Vor allem zu Hause und in meinem Umfeld einfach umzufunktionieren, um bloß nicht zu zeigen dass es mir eigentlich nicht gut geht dadurch das jetzt Papa leider auch noch gegangen ist.

00:24:51: Es ist super schwierig wieder was sich eigentlich nicht mehr dachte Und was mich auch gezeigt hat.

00:25:00: okay man kann immer noch weiter an sich arbeiten und er ist halt da einfach weil ich immer denke, alle gehen und alle ... ja, gehen von mir weg.

00:25:10: Und ganz große Verlustangst ist da einfach.

00:25:13: Das zeigt mir, dass der Zwang immer da ist.

00:25:16: Dass ich ihn halt nicht gehen lassen muss, bevor ich nicht möchte, das er geht.

00:25:21: Aber eigentlich will ich ihn gehen lassen!

00:25:23: Also irgendwann würde ich ... Ich weiß, dass ich jemand bin, der wahrscheinlich bis ans Ende sehr ordentlich bleibt.

00:25:31: ... auch mal perfektionistisch bleibt, aber einfach einen Umgang damit zu finden.

00:25:38: Und auch so dass es nicht mehr so einen großen Leidensdruck erzeugt.

00:25:41: Gab's seitdem du äh... Seit dem die Zwangsstörung da ist gab´s ... ... seitdem eine Phase wo der Zwang auch weg war?

00:25:49: Hatte dazwischen doch nicht mal Urlaub!

00:25:51: Ja also nicht ganz Urlaub, aber als ich äh.... Nicht Urlaub hatte, aber gearbeitet habe im Ausland waren so viele Expos und so viel Ja, so viele Situationen, wo ich vorher niemals geglaubt hätte, dass ich das wirklich mache.

00:26:09: Allein in den Flieger zu steigen ist schon... Ich weiß ja nicht wie viele Leute da vorher drin gesessen haben und da wird auch nur einmal durchgefegt.

00:26:16: Da wird jetzt Nicht-Lehne desinfiziert.

00:26:18: Nicht mal beim Privatjet?

00:26:19: Nicht mal bei dem Privat ... Ja!

00:26:21: Nichts

00:26:21: kann man mehr machen.

00:26:22: Toll!

00:26:24: Und da war mit der erste Schritt.

00:26:26: Ich muss aber auch sagen, dass sich zu dem Schreiben auch ganz viel Zeichner und es somit ein bisschen los, versuchelos zu werden greifbar zu machen.

00:26:37: Und da war er vielleicht ein bisschen im Urlaub.

00:26:41: Ja!

00:26:42: Weil das war auch so dass wir die Wochenenden halt einfach frei verbringen durften... ...und was soll ich denn da plan am Strand liegen?

00:26:49: Und wann ich mich mit Sonnencreme einkreme?

00:26:51: weil es war ganz schön toll ja.

00:26:55: Aber ist dieser Moment kann ich mir vorstellen Hast du das in dem Moment wahrgenommen, woher er im Urlaub war oder erst danach?

00:27:02: Tatsächlich zwischendurch ja.

00:27:05: Dass es einfach einfacher wurde und leiser würde.

00:27:08: ich musste aber mich durchgehen dass ist halt auch eine Sache von der Zwangsstörung rückversichern dass zu Hause alles gut ist was Mama und Papa auch total gemacht haben.

00:27:18: also wenn wir mal telefoniert und deshalb war's auch nicht so dass man sich soweit weg gefühlt hat Aber eher danach, also ich merke jetzt halt dadurch, dass es jetzt irgendwie ein bisschen präsenter wieder ist.

00:27:30: Dass ja ... das sich da besser loslassen konnte auch.

00:27:34: Man schämt sich einfach und die Isolation der Rückzug von anderen Menschen war halt gar nicht da.

00:27:41: Da war ich Daueransprechpartner als Kinderanimateurin in einem Club-Hotel.

00:27:45: Und das ist jetzt schon stärker.

00:27:47: Ich versuche dagegen anzugehen.

00:27:50: Das merkt man.

00:27:51: Ich finde das Wahnsinn, weil du sitzt ja auch hier und legt... Also holst ihn den Zwang aus dem Versteck.

00:27:58: Die steht ja hier und wir können sie alle wahrnehmen.

00:28:02: Da du ja den Podcast kennst, hast du schon gesagt, du hörst den Podcast gerne was ja auch echt schön ist und deswegen weißt du auch schon welche Frage ich gerne als Letzte stelle?

00:28:11: Und frag dich auch, auch wenn es immer noch präsent ist und der Zwang da ist aber worauf bist du rückblickend bisher stolz?

00:28:17: Am stolzesten glaube dass ich mittlerweile darüber sprechen kann, weil ich mich so in Grund und Boden geschämt habe dafür.

00:28:26: Weil ich ja nicht wollte, dass ich verrückt wirke.

00:28:29: Und es ist halt nicht einfach nur Ordnung.

00:28:31: Das ist auch ein Vorurteil oder ... Jeder wäscht sich noch mal die Hände oder so.

00:28:37: Aber das vor allem... ganz viel auch meine eigene Reflexion, also dass ich einfach mir mittlerweile dafür die Zeit nehmen darf.

00:28:47: Das war auch ganz schwierig.

00:28:49: zum Beispiel für das Schreiben und das Malen dachte ich immer als unproduktiv kann ich nicht machen.

00:28:54: Und das ist mittlerweile fester Bestandteil von meinem Tag.

00:28:57: nicht immer weil ich musste auch einfach aufpassen, dass das Buch halt nicht innerhalb von sieben Tage voll ist nur weil nur sage, ich muss jetzt unbedingt schreiben.

00:29:07: Ich muss jetzt... Es ist acht Uhr und ich muss es jetzt.

00:29:10: Das habe ich mittlerweile auch los geworden.

00:29:12: Und einfach dass ich dann das trotzdem mache was mir eigentlich Angst macht.

00:29:20: die Arbeit mit den Kindern ist ganz ganz großes Ding von mir und ich liebe es.

00:29:26: Fünf Stunden Arbeiten in der Sporthalle ist manchmal nicht ganz so unanstrengend, vor allem mit sechszig Kindern nacheinander und dass ich es trotzdem mache.

00:29:38: Und die mir so viel Liebe schenken und jedes Mal zeigen das ist gut ist, dass ich das mache.

00:29:45: Vielen vielen Dank, dass du dich so geöffnet hast überhaupt uns den Titel geschenkt hast.

00:29:51: Gerne!

00:29:52: Und hier bist...

00:29:54: Danke schön.

00:29:58: Wahnsinn wie klar und bildlich Lucy uns hier in ihre Zwänge erklärt.

00:30:06: Also irgendwie habe ich das Gefühl, die Zwänge waren die ganze Zeit bei ihr und sind mit ihr wieder rausgegangen.

00:30:11: Wie ganz verrückt!

00:30:13: Ich muss sagen dieser Feueralarm den sie beschrieben hat also Zwangsstörung fühlt sich an wie ein Feuer Alarm der permanent da ist wenn ich mir das vorstelle.

00:30:22: Hier würde es die ganzezeit bimmeln.

00:30:24: Ich würde glaube ich nach einer Minute es nicht mehr aushalten.

00:30:28: Das trägt sie seit Jahren mit sich rum und wahrscheinlich jetzt auch, und kämpft die ganze Zeit dagegen an.

00:30:34: Wie kommt zu was?

00:30:35: Wie entwickelt sich so eine Zwangsstimmung?

00:30:38: Wie kommt es dazu?

00:30:39: Genau also wir hatten ja schon in der Einleitung kurz darüber gesprochen.

00:30:43: Also wie alle haben ja manchmal so Gedanken Die man vielleicht so gegen seinen Willen hat oder wo man so kurz denkt komisch warum habe ich das jetzt gedacht?

00:30:53: Also uns gehen ja einfach tausend Dinge durch den Kopf so im Tag Und ganz viele Gedanken Im Alltag sind eigentlich auch genau die Gedanken, die jemand mit einer Zwangsstorngen hat.

00:31:02: Zum Beispiel ich weiß nicht ob du gerne mit den Uffies fährst?

00:31:05: Ich fahr viel mit den Üffies und ich denke ganz oft schon mal so Boah ist das Fies wenn ich mich hinsetze weil du einfach siehst der sitzt... Ne da sind Sachen darauf passiert oder Du musst dich festhalten weil es im Bus schwankt und dann denkst du so ich will das nicht aber ich will auch nicht hinfallen.

00:31:20: Und dann hast du so kurz diesen Gedanken von boah das is eklig ich kann mich mit irgendwas anstecken.

00:31:26: Oder auch so Gedanken, dass man vielleicht Angst hat jemandem weh zu tun.

00:31:30: So ein Impuls auf einmal oder auf einmal schießt ihr der Gedanke in den Kopf was ist wenn jetzt mein Eltern was Schlimmes passiert?

00:31:36: Oder meinen Geschwistern oder mein Partner meiner Partnerin.

00:31:39: Es sind ja so Gedanken die kennst du bestimmt ja auch.

00:31:42: Ja die man eigentlich gar nicht denken will

00:31:44: Genau und diese aus dem nichts auch kommen.

00:31:45: also besteht irgendwo und auf einmal denkt man Was wäre eigentlich wenn jetzt meine Elternteil morgen stirbt.

00:31:50: es ist ja so

00:31:51: Man

00:31:51: wünscht sich

00:31:52: das nicht, man will es nicht.

00:31:53: Aber der Gedanke ist auf einmal da und

00:31:55: man

00:31:55: fragt sich das einfach.

00:31:57: Und bei Menschen mit einer Zwangsstörung kann man sich das ein bisschen wie so eine E-Mail Postfach vorstellen Und bei den meisten Menschen ist es so, dass einfach eine Million Mails reinkommen.

00:32:09: Aber ganz viel macht das E-Mail-Programm ja einfach an den Spam und so funktioniert auch unser Gehirn.

00:32:13: Unser Gehirnt würde diese Gedanken die wir gerade besprochen haben einfach in den Spamm packen.

00:32:18: Weil das ist jetzt grad eigentlich nicht so wichtig.

00:32:19: also man denkt vielleicht kurz daran aber dann zack passiert was anderes und dann ist weg.

00:32:23: und ich kann dir jetzt nicht mehr sagen ob ich heute schon mal sowas gedacht hab.

00:32:27: Ja stimmt.

00:32:28: Hab ich wahrscheinlich gar nicht mehr auf dem Schirm?

00:32:29: Hab ich vielleicht gedacht?

00:32:30: Vielleicht auch nicht!

00:32:31: Und es ist einfach wieder weg.

00:32:33: Aber bei Menschen mit einer Zwangsstörung funktioniert dieser Spam-Filter nicht so gut.

00:32:38: Und Dinge, die eigentlich... ...nicht so wichtig sind werden dann als besonders bedrohlich erkannt.

00:32:44: Das ist ja das was Lucy so toll beschrieben hat mit diesem Feueralarm Also dieser Gedanke meinem Elternteil könnte etwas passieren da schrillt der Alarm los und sagt Nicht Spam sondern sagt Wichtigste Mail des Tages, wichtigste Mail Die musst du jetzt lesen und die darfst auch nicht schließen Da musst du dich jetzt mit beschäftigen.

00:33:02: Das heißt, die betroffene Person bewertet diesen Gedanken als besonders schlimm oder bei Sachen, die man nicht denkt möchte.

00:33:08: Die einem vielleicht peinlich sind, als ich darf das nicht denken.

00:33:11: Was darf ich nicht denken?

00:33:13: Das geht nicht!

00:33:13: Das macht man nicht, das ist unmoralisch oder nicht in Ordnung.

00:33:17: und dann versucht die Person damit umzugehen, indem sie sich das verdrängt.

00:33:20: Das hat ja Lucy auch beschrieben, dass Zwinge ganz viel Verdrängung sind.

00:33:23: Und

00:33:23: versteckt werden wollen.

00:33:25: Genau.

00:33:26: Und dadurch, dass du versuchst, nicht daran zu denken, denkst du aber viel mehr daran Also ich weiß nicht ob du das kennst manchmal, dass man so

00:33:34: nicht an weißen Elefanten.

00:33:38: Genau.

00:33:38: Und dann kommen eben diese Gedanken immer wieder und dann entstehen sogenannte Neutralisierungen.

00:33:45: Das heißt man tut irgendwas um diesen Gedanken loszuwerden, dieser Angst wieder zu neutralisieren.

00:33:51: Und das kann eben ein Gedanke sein.

00:33:53: also da sich mich beruhige mit bestimmten Gedanken oder mit Handlungen.

00:33:58: Wenn ich jetzt Angst habe, mich mit was anzustecken, dass ich mir dann die Hände wasche und mich disinfiziere.

00:34:03: Und das ist kurzfristig ja super!

00:34:05: Ich meine wir alle nutzen das ja auch.

00:34:07: also klar wenn ich hier ankomme und ich bin im Zug gefahren, disinfiziieren mir die Händen aber dann ist es für mich auch gut.

00:34:14: Aber bei jemandem mit einer Zwangsstörung ist dann diese kurzfristige Erleichterung riesig.

00:34:19: aber weil die Person trotzdem weiter versucht nicht... ... an dieses Thema zu denken kommen die Gedanken immer wieder.

00:34:25: Und dann ist ja immer dieses, ah das hat ja geholfen und da macht man immer wieder auch diese Handlung... ...und dadurch wird es immer mehr und immer mehr übergreifen bis es irgendwann dann ganz viel vom Leben einnimmt.

00:34:36: Das hatte Lucia auch ganz toll beschrieben!

00:34:38: Ja dass diese Routine wirklich zum Dogma wird ne?

00:34:41: Also das ist nicht mehr einfach nur was es ist was man als Option hat sondern als Muss.

00:34:45: okay

00:34:46: check

00:34:46: ich.

00:34:47: Ich kann mir vorstellen wenn man das immer macht und man hat eine Person ... die unter diesen Zwingen leidet und das immer wieder machen muss.

00:34:54: Dann betrifft es ja wirklich jede Situation am Tag, ... ... wie... ... den... ...-Vierundzwanzig Sieben egal wo man ist.

00:35:00: Und jetzt ist es ja normalerweise zum Glück so dass Jugendliche zu Hause leben in einem familiären Konstrukte irgendwie.

00:35:05: Und da stelle ich mir wieder rum ... ... ziemlich kompliziert vor für eine ganze Familie.

00:35:09: deswegen ... ... finde ich super spannend, dass wir ... ... Carla da haben als Mutter einer ... ... von Zwangsstörungen Betroffenen,... ...die uns mal ein bisschen mitnehmen kann was das um ... mit der Familie macht und was es mit ihr gemacht hat.

00:35:22: Und wie sie damit umgeht, zumal die auch noch immer in Therapie sind und dieses Thema für Sie immer noch präsent

00:35:27: ist.".

00:35:31: Ja hallo Carla!

00:35:32: Schön das du da bist?

00:35:33: Hallo

00:35:33: Kai, danke schön dass ich hier sein darf.

00:35:38: Die Zwangsstörung meines Kindes fühlt sich für mich an Wie

00:35:43: ein Neuanfang, wie einen Umbruch in unserem Leben.

00:35:50: Ein neuer Blick.

00:35:51: Ich finde das ganz spannend, dass du sagst ein neuer Blick.

00:35:54: Das klingt jetzt erstmal interessant und positiv irgendwie.

00:35:58: Deine Tochter hat seit drei Jahren damit zu kämpfen oder

00:36:03: ja alle?

00:36:04: Ja genau, so ungefähr drei Jahre.

00:36:05: Nimm uns mal kurz mit ab wann war das für euch klar... da etwas passiert, weil jeder kennt ja von sich selbst so Momente wo man sagt habe ich gerade das Auto abgeschlossen in dieser Klassiker oder ich mag es zum Beispiel gar nicht wenn ich abends ins Bett gehe und die Küche ist nicht aufgeräumt.

00:36:20: Ich komme morgen um eine aufgeraumte Küche.

00:36:22: Geil wie spät ist.

00:36:23: ich muss sie eigentlich immer aufräumen.

00:36:25: jetzt würde ich aber dass bei mir noch nicht als Zwangsstörung einordnen.

00:36:27: Wie ist das?

00:36:29: Wie ist dieser Moment gewesen?

00:36:30: hat zu gemerkt was hier passiert grade etwas was irgendwie außerhalb der für uns existierende Norm ist.

00:36:38: Ja, also bei meiner Tochter geht es halt nicht nur um eine reine Zwangsstörung sondern sie ist so kombiniert mit einer S-Störung.

00:36:46: Damit begann eigentlich alles das wir gemerkt haben.

00:36:48: okay da stimmt was nicht?

00:36:50: wir müssen mal genauer hingucken.

00:36:54: Es fand so eine Veränderung bei meiner Tochter statt.

00:36:57: Dass wir gemerkt haben, sie nimmt nicht mehr zu und da haben wir einfach geschaut was ist denn eigentlich los?

00:37:03: Haben uns dann auch Hilfe geholt durch eine systemische Familientherapeutin die uns ein bisschen mit an die Hand genommen hat, aufgeklärt hat was bedeutet das eigentlich?

00:37:12: oder was passiert so bei Jugendlichen in dem Alter?

00:37:16: oder wenn man merkt Sie reflektiert sehr viel oder hat somit sich selbst zu kämpfen.

00:37:23: Ja, dann haben wir genauer hingesehen und gemerkt dass es eine Essstörung vorliegt.

00:37:28: Maria kam in die Klinik genau war fünf und ein halben Monate hier in der Klinikum aufgrund einer Essstörung.

00:37:33: Und als sie nach Hause kamen, haben wir einfach gedacht okay jetzt ist alles super Alles in Ordnung Sie waren ja in der klinik aber eigentlich gehofft, dass Maria ... Ja.

00:37:45: Dass sie nicht ganz gesund aber auf dem Weg dahin, dass wir an so einem guten Punkt anknüpfen können und das ist eigentlich von da noch bergauf ging.

00:37:54: Aber ja, so war es dann einfach nicht.

00:37:56: Also die brauchte einfach enge Begleitung aus der Essstörung.

00:38:02: Vielleicht war die Zwangsstörung auch vorher schon da.

00:38:05: Da kamen dann einfach noch die Zwangsstörungen dazu.

00:38:07: Das zwanghafte Verhalten einfach weiter alles kontrollieren zu können, weil sie musste ja so die Kontrolle über das Gewicht auch ein bisschen abgeben.

00:38:15: Weil da jetzt ja aus einer anderen Sicht auch noch mal mit drauf geguckt wurde und brauchte glaube ich einfach die Kontrolle ... Ja, über ihr Leben also irgendwie dass Sie mit den Umrüchen zurechtkommt Und da kam sie halt, ja musste sie durch die Zwänge einfach weiter ihren Tag kontrollieren.

00:38:37: Du hattest in der Familie mit Zwangsstörung sonst noch gar keinen Kontakt im klinischen Sinne?

00:38:42: Gar nicht.

00:38:43: Das war für mich auch, ich kann das nur vom hören und habe mich noch nie damit auseinandergesetzt und hätte eigentlich auch nie damit gerechnet dass ich irgendwann mal so nah damit zu tun habe.

00:38:54: Ja also ich versuche mir das so vorzustellen wenn man Gerade in der Pubertät beobachtet man wahrscheinlich relativ viele Verhaltensmuster, wovon sein Kind, wo man dachte, oh das ist aber neu.

00:39:07: Ich glaube damit kann wirklich jeder Elternteil relaten, dass man denkt hat so vorher nicht gemacht und dann ist ja irgendwann der Punkt, daß man denkt vielleicht ist das jetzt eine Phase?

00:39:16: Ist das jetzt, tritt das jetzt häufig auf?

00:39:18: Inwieweit beschäftigt uns das in der Innerfamilie?

00:39:21: Und bei euch war ja irgendwann wahrscheinlich der Punkt wo ihr gedacht habt Aber jetzt wird es aber irgendwie auffällig viel, dass wir nicht drumherum unser normalen Alltag

00:39:30: beginnen können.

00:39:31: Genau!

00:39:32: Also eigentlich war's das ja unser Alltag von den Zwängen gesteuert und gestaltet wurde.

00:39:38: Welche Situation war für euch als Eltern?

00:39:40: Also welche Situation nennen sind wahrscheinlich irgendwie für euch da besonders schwierig gewesen, wo ihr gemerkt habt oder sollten wir was unternehmen?

00:39:49: Weil unsere ganze Familienleben nicht mehr stattfinden konnte... All Maria hat noch zwei ältere Schwestern und jeder hat eigentlich seinen Platz verloren.

00:39:59: Wir waren ja einfach als Systemfamilie, wir haben ein tolles Familienleben geführt.

00:40:05: Wir haben viel zusammen unternommen, gemeinsame Mahlzeiten gehabt, Ausflüge gemacht, viel zusammengesessen und das war nicht mehr möglich weil die Zwangsstörung so viel Raum den ganzen Tag über eingenommen hat dass kein Platz mehr dafür blieb.

00:40:22: Also du hast gerade ja schon erzählt, dass die Zwinge euren Alltag bestimmt haben und den Familienalltag extrem.

00:40:30: Gib uns mal irgendwie ein Beispiel, irgendwie einen Eindruck was du damit genau meinst.

00:40:34: also was zum Beispiel bei euch extrem den Alltag mitbestimmt hat?

00:40:38: Dass es Zwänge waren wie extrem was Hände waschen.

00:40:43: dann die Lebensmittel die Maria zu sich genommen hat mussten mehrfach abgewaschen werden extreme Sauberkeit überall sein.

00:40:53: Es wurden die Gegenstände, die wir angefasst haben von Maria nicht mehr mit den Händen angefasst.

00:41:00: sie benutze dann ihre Ellenbogen oder Füße.

00:41:05: Wir mussten genau aufpassen was wir anfassen.

00:41:08: wir durften ihr Zimmern nicht betreten ja extrem käuftes Duschen, ihre Anziehsachen wurden viel gewechselt und auch dass sie viel nach bestimmten Zahlen ausgerichtet hat.

00:41:21: Wann sie mit was beginnen konnte zum Beispiel?

00:41:22: Und ihr ganzer Alltag war ... Sie hat sich selbst Regeln auferlegt die sie ganz strikt einhalten musste und wo es sogar keine Abweichung kommen durfte.

00:41:35: Wenn man die Regel nicht befolgt oder wenn sie die nicht bevolgen konnte

00:41:40: Das ging nicht, dann ist sie innerlich zusammengebrochen.

00:41:45: Und als Elternteil ... Ich hab keine Kinder aber ich stelle mir bei Erziehung wenn meine Kinder irgendwann nicht machen würden was ich wollen würde würd ich für irgendwann sagen jetzt hau doch mal rein mach's doch mal richtig.

00:41:55: wie geht ihr damit um?

00:41:59: Was macht man da?

00:42:00: Ja das war eigentlich eine große Hilflosigkeit weil wir gemerkt haben dass wir zu Maria gar keinen Zugang hatten.

00:42:07: Also es ist egal, was wir gemacht haben.

00:42:11: Ob wir das Gespräch mit ihr gesucht haben und ob wir uns das durchsetzen wollten – mit Strenge!

00:42:19: Dass es so nicht funktioniert.

00:42:21: Wir haben einfach gemerkt, dass war kein Erreichen möglich.

00:42:25: also Maria war einfach in ihrer eigenen Welt, in ihren eigenen Gedanken die so dominierend waren.

00:42:34: Eigentlich war nicht mehr Maria da, sondern eigentlich nur noch die Zwangs- und Essstörung mit der wir zusammengelebt haben.

00:42:41: Das ist

00:42:42: ganz spannend was du sagst weil ich finde ja erstmal Zwangsstörungen bringt das ein bisschen im Namen mit also dass man selbst die Kontrolle verliert wenn man unter diesem Zwang steht.

00:42:50: man ist in Prinzip nicht mehr her der Lage.

00:42:53: Wir haben ja auch schon mal eine Folge zu Essstörungen gemacht Da wurde es häufig so beschrieben In der Zeit der Essstöhrung häufig der Ängste Begleiter war und aber auch irgendwie immer ganz nah an der Person dran stand, näher als alle anderen.

00:43:08: Ist das auch euer Gefühl gewesen in der Zeit oder jetzt auch mit der Zwangsstörung?

00:43:13: Kann man das vergleichen?

00:43:14: für dich?

00:43:15: Ja finde ich schon auf jeden Fall.

00:43:16: also es ist auch eine Stimme die im Kopf ist, die eigentlich ununterbrochen redet.

00:43:23: Also die eigentlich Ununterbrochene Maria sagt was zu tun ist, was sie machen soll eigentlich auch so Ja, kaum mal Ruhe gibt.

00:43:32: Dass sie so laut war, dass unsere Stimme gar nicht mehr zu ihr durchdrang?

00:43:36: Das beherrschte und beherrscht auch lange euer Leben und ein Alltag ... Wie sah da der Weg?

00:43:43: Ihr hattet natürlich schon den Kontext zur Klinik auch vorher.

00:43:48: Ihr wart schon in psychologischer Betreuung, von daher hat man diese erste Brücke gemacht.

00:43:52: aber wie sah der Weg für euch in die Hilfe aus?

00:43:54: Seitdem Maria hier in der Klinika ist wurden auch wir Eltern begleitet was einfach eine unheimliche Hilfe für uns ist.

00:44:01: also ohne die hätten wir es gar nicht geschafft überhaupt erstmal so ein Verständnis dafür zu kriegen.

00:44:06: Ja, was das überhaupt alles bedeutet für uns ist ja auch alles neu und wir kannten uns gar nicht damit aus.

00:44:12: Also wir wurden so an die Hand genommen.

00:44:14: als Maria hier in der Klinik war gab es halt die MFT.

00:44:20: MFT steht für Multifamilientherapie.

00:44:23: In der Multifamilyentherapien arbeiten mehrere Familien gleichzeitig mit Therapeuten zusammen.

00:44:29: Meistens hier in dieser Klinique sind es ein Team von einer Psychologin oder Psychotherapeutin und einer Person aus dem PED.

00:44:35: Die Familien haben oft ähnliche Themen.

00:44:38: Hier in der Klinik haben wir zum Beispiel eine MFT-Gruppe für Essstörungen oder eine Versucht.

00:44:43: Der Unterschied zu anderen Gruppen ist, dass die MFT Teil des systemischen Therapieansatzes ist.

00:44:49: Das heißt es geht nicht nur um die betroffene Person sondern um das ganze Familiensystem.

00:44:54: Die Familien lernen dabei voneinander.

00:44:56: sie erzählen wie Sie mit Problemen umgehen hören wie andere es machen und merken oft Wir sind nicht allein damit.

00:45:02: Oft ist es für betroffene Familien einfacher, Rat von anderen Familien anzunehmen als von Fachkräften.

00:45:11: Für die Familie einfach wo wir mit Betroffenen Eltern hier zusammensassen, mit Patienten aus der Station und das war schon eine unheimliche Hilfe erstmal so ein gewisses Wissen auch zu bekommen und an die Hand genommen zu werden.

00:45:24: und auch als Maria entlassen wurde wird sie halt hier weiter ambulant begleitet Halt eine Therapeutin, die eigentlich fast seit dem ersten Tag kennt.

00:45:34: Und das ist ne totale Stütze für Maria, der ihr einfach total vertraut und die ihr so durch diese Zeit geholfen hat und auch uns als Eltern weil wir im regelmäßigen Austausch sind.

00:45:47: Und dadurch dass sie Klinik auch ein Angehörigengruppe hier ins Leben gerufen hat, die für Eltern da ist ihren Kindern nicht mehr stationär in der Klinique sind.

00:45:56: Und das ist unheimlich wertvoll, weil man hier wirklich mit Menschen zusammensitzt.

00:46:00: Die genauso fühlen wie man selber und man kann sich so... Man fühlt sich einfach verstanden und angenommen und jeder weiß eigentlich wovon man spricht und das tut wirklich total gut!

00:46:12: Und die Gruppe wird ja auch geleitet von einer Psychologin und einer Mitarbeiterin der Station auch, die einfach total tollen Input immer geben.

00:46:24: Ich kann mir das also... nur im Entferntesten vorstellen.

00:46:27: Aber du hast es jetzt auch zweimal gesagt, dass ihr so in der Gruppe eine Betreuung erfahrt und erfahren habt und das dieses Teilen von Erfahrung auch so viel euch geholfen hat?

00:46:36: Weil ich stelle mir bildlich das ja so vor als würdet ihr eben Familienleben in eurem Konstrukt jetzt einfach noch einen Platz mehr am Tisch haben.

00:46:44: So ist das!

00:46:44: Wer immer da sitzt mit diesen... etwas muss man sich irgendwie auseinandersetzen Und das betrifft euch ja irgendwie alle und das muss man irgendwie managen.

00:46:53: Wie reagiert ihr denn jetzt so in eurem Alltag auf Zwänge, ohne Strenge und Druck zu machen?

00:47:01: Das ist

00:47:01: so.

00:47:02: Also es war auf jeden Fall ein ganz langer Weg.

00:47:05: also ich habe einfach gemerkt der einzige Weg oder für uns halt war so der Weg um auch wieder Zugang zur Maria zu bekommen War das annehmen.

00:47:16: was is diese nicht mehr gegen das zu sein, gegen das ... zu arbeiten und es weghaben zu wollen.

00:47:23: Sondern der Weg ist anzunehmen.

00:47:25: Und ja, das war für mich auch noch mal so ein Wendepunkt.

00:47:30: Für Maria auch, dass ich auf einmal auch verstehen wollte was eigentlich ist.

00:47:36: Wie geht's ihr wirklich?

00:47:38: Was geht in ihr vor, dass sie mir erzählen konnte, was passiert eigentlich gerade?

00:47:43: Das war einfach dieses ... sich auch angenommen zu fühlen, ernst genommen zu werden.

00:47:50: Nimmst du das bei Maria so wahr dass sie das sieht?

00:47:52: Dass ihr euch damit... dass ihr das ernst nehmt und dass ihr euch da mit auseinandersetzt?

00:47:59: Ja mittlerweile ja.

00:48:00: also es war wirklich ganz langen eigentlich eher so ein gegeneinander.

00:48:04: Also einfach das hat uns alle überrannt Es war für uns alle Wir konnten uns ja nicht damit auswerten.

00:48:10: Kein Plan, wir hatten keine Anleitung.

00:48:11: Es wusste niemand wie es geht.

00:48:13: Wir standen auf einmal mitten in dieser Situation und wurden überrollt von allem.

00:48:18: Man musste selber erst mal einen Weg finden auch so zu sich finden.

00:48:21: Und ja ist dieser Emotion einfach auch ein bisschen rauskommen.

00:48:25: also versuchen so schwer ist aber sondern Ja ist einfach so ein bisschen eher nicht gelassen.

00:48:29: aber halt diese Einfach nur diese Trauer auch oder dieses Traurig sein.

00:48:35: Was passiert gerade, dass man einfach das Gefühl mal versucht auszuschalten sondern... ...einfach guckt wie können wir jetzt gut nach vorne gehen?

00:48:43: Wie können wir gemeinsam das hinkriegen und den Weg in die richtige Richtung gehen?

00:48:49: Für dich als Elternteil stelle ich mir auch... Du hast es vorher... Wir haben uns vorhin schon unterhalten, dass so immer mal durchklingen lassen, dass sich ja selbst auch immer fragt wenn was mit dem Kind ist Was hab ich dazu beigetragen?

00:49:01: Weil das ist eine ganz natürliche Reaktion, dass man sich fragt.

00:49:05: Ist das auch ein Thema bei euch gewesen oder bei dir?

00:49:08: Auf jeden Fall!

00:49:08: Wie gehst du damit um?

00:49:10: Ich habe immer mich gefragt, wo hab' ich was nicht verpasst und aufgepasst, was lief einfach falsch bei uns.

00:49:17: Wieso hab ich es nicht sofort erkannt?

00:49:19: Wieso habe ich keinen Plan mit umzugehen?

00:49:21: Das fand ich eigentlich nur am schlimmsten.

00:49:23: Ich bin noch die Mutter, muss doch wissen wie's geht.

00:49:25: Muss doch meinem Kind helfen können... Dass erst mal nicht zu wissen, fand ich eigentlich noch am schlimmsten.

00:49:31: Und damit erst mal so fertig zu werden ... dass ich nicht diejenige bin, die ihr gerade helfen kann.

00:49:41: und dann hab ich halt gemerkt, ich muss gucken, wo stehe ich eigentlich grade?

00:49:46: Was hat das vielleicht auch mit mir zu tun, wo kann ich an mir arbeiten?

00:49:50: oder auch zu gucken was gibt mehr Energie um trotzdem für sie da zu sein?

00:49:55: wie was kann ich mir auch Gutes tun dass ich mit neuer Energie einfach für Maria auch da sein kann.

00:50:02: Es ist Wahnsinn, wie du das beschreibst weil es wirklich von einem Problem was deine Tochter hat zu einem Ding wird womit ihr euch alle irgendwie auseinandersetzt und woran ihr arbeitet.

00:50:15: also ein Prozess ist ja nicht etwas was ihr abgeschlossen habt.

00:50:18: oder wie stehst du dafür dich gerade an welchem Punkt würdest du dich einschätzen oder euch gerade einschätzen wo ihr seid?

00:50:25: Ich denke, nein ich weiß.

00:50:27: Wir haben ganz viel schon geschafft und es ist auch das dass wir alle an uns arbeiten also alle wirklich so innere Arbeit auch leisten uns viel mit allem auseinander gesetzt haben Auch die beiden Schwestern.

00:50:41: Also ging gar nicht anders.

00:50:43: auch immer die Frage was ist das Leben eigentlich?

00:50:46: Was ist uns wichtig im Leben Tut uns gut.

00:50:49: Wir können ... Ja, was sind unsere Ziele?

00:50:52: Also schon einen anderen Blick auch so auf das Leben bekommen haben und... Das hat uns jetzt auch stärker gemacht.

00:50:59: Uns auch nochmal wieder mehr zusammengebracht.

00:51:02: Und ähm... Klar wir haben auf jeden Fall noch ein Weg vor uns, das ist schon aber wir haben eine ganze Menge schon gemeinsam geschafft.

00:51:08: Das ist ja irgendwie auch ja schön wenn man zurückblickt und sagt guck mal was wir schon alles bewältigt haben.

00:51:12: Jetzt sind natürlich auch viele die vielleicht jetzt gerade zu hören und die sich fragen war bei uns fängt scheinbar gerade einen Weg an, also ich finde mich vielleicht auch wieder.

00:51:21: Gibt es irgendwas was du anderen mitgeben würdest?

00:51:26: Die jetzt sagen ja bei uns geht grad ein Weg los oder wissen noch gar nicht ob der losgeht.

00:51:29: Also gibt's irgendwelche Tipps.

00:51:31: Auf jeden Fall...also ich würde auf jeden fall mir Hilfe holen.

00:51:36: Also auf jeden Fall gucken wo gibt es vielleicht Selbsthilfegruppen, also Menschen mit denen man sprechen kann die einem wirklich so ein bisschen an die Hand nehmen durch die Zeit auch tragen.

00:51:47: Also ich habe mir halt auch psychologische Hilfe geholt weil ja ich brauchte auch jemand der mich dadurch trägt aber der mir einfach auch Mut zuspricht und mir nochmal Sachen mit auf den Weg geben kann Professionelle Hilfe.

00:52:02: Also wir haben eine systemische Familienberatung uns geholt, die ja uns so durch die Zeit begleitet hat oder noch begleitet mit der man immer im Austausch sein kann weil ich finde das ist einfach so das wichtigste.

00:52:14: Ich meine klar man kann auch mit Freunden und Familie sprechen aber es ist einfach was anderes als Menschen die einfach wissen worum es geht oder die einen so inneren Stärke geben können... ...und nicht aufgeben Nicht aufgeben und sich immer sagen, die Zeit geht auch vorbei.

00:52:33: Und es geht halt nicht von heute auf morgen.

00:52:36: Du

00:52:36: musst gerade so ein bisschen schwunzeln dazu gesagt hast ja auch professionelle Hilfe weil man kann auch mit allen anderen reden.

00:52:41: ist es wenn man jetzt mit Freunden und Familie spricht die nicht betroffen sind?

00:52:45: Wenn ich in meine Familie blicken würde für dich denken Die wissen auf jeden Fall was zu tun ist.

00:52:50: also denken sie War das auch dein Erfahrung?

00:52:52: Weil es ist ja manchmal wahnsinnig.

00:52:54: Sprich dann am Tisch und der Onkel weiß was, der Cousin die Mutter sowieso also alle wissen ja was man eigentlich besser machen sollte.

00:53:01: Also war das auch eure Realität oder...

00:53:04: Nee das zum Glück nicht.

00:53:07: Zum Glück nicht!

00:53:07: Also es waren schon alle sehr betroffen dass schon man konnte so erzählen was isst.

00:53:12: also wir haben keine blühen Tipps oder so bekommen.

00:53:15: aber man merkt einfach ist es etwas anderes wenn man mit Menschen spricht die einfach das gleiche empfinden In den Gruppen einfach, die sofort wissen was ist oder man fühlt sich so verstanden weil sie so den gleichen Weg anders war aber einfach so das gleiche Empfinden haben und man muss nicht viel erklären.

00:53:34: Ja, das glaube ich sofort!

00:53:36: Ich habe noch eine Frage, ich habe gesagt wir haben ja zwei Kategorien und du hast immer schon Bammel gehabt und ich dich nicht darauf vorbereitet hab.

00:53:42: aber ich glaub du wirst wissen warum ich es nicht gemacht habe wenn ich jetzt sage wir haben nur noch eine frage worauf bist du rückblickend stolz?

00:53:49: Also stolz bin ich auf jeden Fall auf meine drei Töchter, die diesen Weg einfach so unglaublich toll gemeistert haben.

00:53:57: Maria, die nicht aufgehört hat an sich zu glauben, die ja jeden Tag in innerer Arbeit mit sich ist und sich Ziele aufgebaut hat, was sie erreichen möchte oder in der Welt verändern möchte und dass ihr das viel Kraft gibt.

00:54:12: Da bin ich total stolz darauf, dass sie immer ... Ja, nicht aufgegeben hat und an sich glaubt.

00:54:18: meine beiden älteren Töchter, die auch ihren Weg gefunden haben.

00:54:21: Die kein Keil dazwischen haben kommen lassen, sondern trotzdem Maria immer noch mit offenen Armen aufnehmen und wir gemeinsam wieder in die Zukunft gucken ... Ja, auf mein Mann und mich, dass wir nicht aufgegeben haben.

00:54:36: Dass wir auch in der schweren Zeit zusammengehalten haben.

00:54:40: Und ja, gell, hab ich ganz tief innerlich wussten, dass irgendwann wir auf dem richtigen Weg sind weder die Sonne sehen und einfach, dass wir als Familie den Weg zusammen bisher gegangen sind.

00:54:53: Und wieder planen können!

00:54:56: Ich finde es richtig schön, dass du zum Schluss auch noch gesagt hast worauf du bei dir stolz bist weil ihr habt ja auch... also jeder hat was für sich geleistet für die ganze Familie aber eben du Ja auch, das vergisst man ja manchmal.

00:55:09: Auch wenn jemand betroffen ist, dass immer noch Leute daneben stehen.

00:55:12: Ja, das stimmt!

00:55:13: Vielen vielen Dank, dass du da warst.

00:55:14: Sehr gerne.

00:55:15: Ich fand es ganz toll, dass ich kommen durfte.

00:55:17: Danke schön.

00:55:22: Kai was ein Hammergespräch mit Carla oder?

00:55:25: Zwischendurch muss ich schon sagen... ...ich bin gefühlsmäßig natürlich viel näher daran an ihr, weil man eben nicht von der Krankheit betroffen isst als an Lucy die hier betroffen iß und das hat mich dann zwischendürig sehr getatscht, weil ich mir vorstellen kann wie Schwer, dass für eine Mutter sein muss.

00:55:42: Wenn du dein Kind so leiden siehst und gleichzeitig aber auch kein in Anführungsstrichen normales Leben gerade führen kannst.

00:55:48: Das Familienleben ist ja im Gesamten erschüttert.

00:55:50: So das finde ich schon... Das hat sich ganz gut beschrieben was das für eine harte Arbeit für alle ist Und ich glaube auch, dass Schuld und Charme da so viel ein Thema ist.

00:56:00: Irgendwie man wird so richtig in die Welt reingezogen In Anführungstrichen alles nur weil jemand bestimmte Verhaltensmuster machen muss.

00:56:11: Das ist dieses grausame an dieser Erkrankung glaube ich, ne?

00:56:14: Also ich fand ehrlich gesagt ganz ganz toll wie sie gesagt hat dass das ja auch eine Chance war also dass die Familie sich auch neu gefunden hat auf einer Art wie sie es vielleicht nicht getan hätte.

00:56:26: und ich finde gerade bei Kindern und Jugendlichen fand ich diesen Punkt auch so toll diesen Begriff System den Sie da so reingebracht

00:56:34: haben

00:56:34: Also darüber nachzudenken, natürlich die eine Tochter ist diejenige mit der Erkrankung.

00:56:41: Aber ich glaube was auch gut klar geworden ist bei Kala, die lebt ja nicht isoliert.

00:56:47: Es ist ein Familienproblem und natürlich ist die eine Person, die die mit der Diagnose aber letztendlich ist die ganze Familie daran beteiligt.

00:56:55: also noch mal so zum Thema Schuld.

00:56:58: Naja es ist jetzt nicht die Schuld der Einzelperson sondern das ist irgendwie die ganze die zusammenspielt und keiner ist daran schuld, aber alle müssen arbeiten um daraus zu kommen.

00:57:07: Das fand ich... ...ist bei Carla einfach noch mal total klar geworden und da hab' ich auch echt Gänsehaut bekommen als sie so erzählt hat,... ...dass die Familie dadurch ja auch nochmal ganz anders zusammengewachsen ist... ...und noch mehr überlegt hat was ist Leben?

00:57:20: Was sind Ziele?

00:57:21: Was tut uns gut als

00:57:22: Familie?".

00:57:22: Ja das hier auch eine ganz neue Richtung gegeben hat und... Ich fand es auch so spannend dass Carla ja auch beschrieben hat... Und auch Lucy, dass es so wichtig war.... den Schritt zu schaffen, sie aufzumachen und darüber zu reden.

00:57:36: Und dass das etwas war was den Geholfen hat.

00:57:39: Ich glaube, dass es super schwer ist und man muss so weit sein aber wenn man es schafft, war's ja eigentlich auch in jeder Folge bisher so, dass meistens die Leute einfach nur geholfen haben wirklich zu connecten mit anderen, die die Probleme auch haben.

00:57:51: Ja ich fand das auch so toll, dass die beiden so ähnliche Bilder hatten, die ja genau das Gegenteil von sich öffnen sind.

00:57:57: also einmal Lucy, die erzählt hat Sie hat diesen Feueralarm im Kopf der die ganze Zeit schrillt, obwohl es nicht brennt.

00:58:04: Weil das ist ... Also wenn's so laut in deinem Kopf ist dann bist du ja in dir drin und nicht im Außen.

00:58:10: Und auch Carla, die erzählt hat Das fand ich auch einen tollen Satz.

00:58:14: Bei ihrer Tochter hat sie das Gefühl Der Zwang ist eine Stimme im Kopf Die ununterbrochen redet und so laut ist dass die Stimme der Eltern nicht mehr durchdringt.

00:58:24: Wo ich auch das, wie das Gegenteil von sich öffnen bei anderen sein Präsent sein Erkrankung dafür sorgt, dass du in deinem Kopf die ganze Zeit mit dir selber sprichst und diskutierst.

00:58:36: Mit diesem Zwang und drumherum nicht mehr mitbekommst.

00:58:40: Und deswegen fand ich das auch toll wie Carla berichtet hat das Gruppen da helfen.

00:58:43: also sie hat ja ganz viel berichtet Wie ihr das hilft auch mit anderen Eltern zu sprechen die ein verstehen?

00:58:51: Und Ich glaube das ist für die Betroffenen genauso.

00:58:53: Also so zu merken anderen geht es auch So zu lernen sich zu öffnen weil das dem zwang natürlich auch diesen Raum nimmt dieses im Kopf alleine mit der Person sein?

00:59:04: Ja, ich glaube diese Isolation aufbricht für alle.

00:59:08: Weil die Familie genauso isoliert war und jeder in der Familie für sich isoliert ist was Kalla ja auch gesagt hat sowie auch du wenn du den Zwang hast nur noch alleine bist weil keiner kann da mitgehen.

00:59:20: Hast Du denn für die Situation irgendeine Art Seelenpflaster?

00:59:24: Was, wo du denkst?

00:59:25: Das könnte helfen.

00:59:27: Ich finde das Seelenflaster hat Lucy diesmal schon gegeben als sie gesagt hat Du musst nicht alles glauben was du denkest.

00:59:34: Das fand ich ist einfach total wichtig.

00:59:37: also... ...das ist sowohl bei Gefühlen als auch bei Gedanken so dass es super hilfreich ist und da fand ich auch diese Wolkenmetapher ganz toll sich manchmal so klar zu machen.

00:59:48: unsere Gedanken sind ein bisschen wie Wolken am Himmel die kommen und gehen.

00:59:52: aber wir Wir sind der Himmel und nicht die Wolke.

00:59:57: Also wir sind ja nicht unsere Gedanken, wir denken Dinge... ...und manchmal haben sie was damit zu tun wer wir sind.

01:00:03: aber manchmal ist es auch einfach nur so ein Nebenprodukt von den tausend Sachen, die wir am Tag

01:00:07: denken..

01:00:08: ..und unsere Gedanken bestimmen dann halt auch nicht wer wir Sind.

01:00:12: also nur weil man manchmal Sachen denkt heißt das nicht dass man irgendwie ein komischer oder schlechter Mensch ist.

01:00:19: Und da kann's finde ich auch helfen auch da wieder sich zu öffnen.

01:00:23: Vielleicht mal so ein Gedanken, von dem man selber denkt.

01:00:25: Bei denen habe ich ... der ist mir unangenehm.

01:00:28: Das sollte ich nicht denken, den Mal zu teilen und mal andere zu fragen, sag mal kennst du das?

01:00:31: Dass du so komische Dinge denkst...

01:00:33: Ja

01:00:34: Und ich glaube da merkt man ganz schnell ja.

01:00:36: Die meisten kennen das.

01:00:37: Ja die denken noch komischere Dinge.

01:00:39: Genau!

01:00:40: Das ist so.

01:00:41: Und das ist ja der eine Teil und das andere ist ja so das Verhalten.

01:00:47: Da ist es hier oft so dass man bestimmte Handlungen macht aus Angst, Wenn ich das nicht mache, dann passiert was Blödes.

01:00:53: Also zum Beispiel finden mich andere blöd und mögen mich nicht mehr oder ich kriege eine schlechte Note.

01:00:58: also gerade bei diesem Thema planen organisieren Perfektionismus was Lucy angesprochen hat Und ich glaube da kann man auch einfach genau wie sie es beschrieben hat mal so ne kleine Expo für sich selber machen und gucken wenn ich das Nichtmache wenn ich mal nicht was perfekt plane wenn Ich Mal Nicht Was sofort komplett vorbereite alles optimiere Mögen die anderen mich wirklich nicht, mögen sie mich wirklich weniger?

01:01:21: Habe ich wirklich direkt eine schlechte Note oder merke ich dass ich mir manchmal auch einfach zu viel Sorgen mache.

01:01:28: Oder zu viel Zeit für Dinge nehme die vielleicht eigentlich gar nicht so wichtig sind?

01:01:33: Das ist natürlich ein Thema was irgendwie gerade so Zwänge merke Ich auch selbst was noch so tiefer geht und man hat so viele Punkte über die man noch sprechen will.

01:01:42: wir machen das natürlich auch.

01:01:43: Es gibt natürlich auch wieder zu dieser Folge einen Deep Dive, wo wir noch tiefer in diese Metapher eingehen.

01:01:49: Also nicht ich sondern in dem Fall du hauptsächlich da nochmal ein bisschen nachbohrt was so zwingend wo die herkommen wie häufig sie auftreten.

01:01:57: also wenn ihr da interessiert seid hört auf jeden fall nach

01:02:00: genau.

01:02:01: und doch da haben wir wieder einen ganz spannenden Gast.

01:02:03: Und wie immer gilt natürlich wenn es euch nicht gut geht beim hören oder nach dem hör der folge sprecht mit jemanden und anlaufstellen.

01:02:10: findet ihr den schon uns.

01:02:12: Danke schön, Laura hat Spaß gemacht.

01:02:14: Hat auch mit dir total Spaß gemacht wieder!

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