Medienbezogene Störungen bei Kindern und Jugendlichen - Deep Dive

Shownotes

In unserem Deep Dive sprechen wir mit Dr. med. Moritz Noack, Oberarzt und Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie –psychotherapie, über ein Thema, das viele junge Menschen betrifft: medienbezogene Störungen. Was steckt hinter diesem Begriff? Wann wird der Medienkonsum problematisch und wie findet man den richtigen Ausgleich zwischen der digitalen und der realen Welt? Der Experte teilt hilfreiche Tipps, wie Angehörige Betroffene unterstützen können und was zu tun ist, wenn die Mediennutzung außer Kontrolle gerät. Ein aufschlussreiches Gespräch mit wertvollen Insights, die dabei helfen, den Umgang mit digitalem Stress besser zu verstehen.


Wenn du dich gerade nicht gut fühlst, findest du hier wichtige Informationen und Hilfsangebote, die dir weiterhelfen können. Du bist nicht allein.

https://krisenchat.de www.telefonseelsorge.de https://www.bzga.de/service/beratungsstellen/ https://www.psychotherapeutensuche.de/suche/

https://www.lwl-uk-hamm.de/de/

Du möchtest den Förderverein der LWL-Universitätsklinik Hamm e.V unterstützen? Dieser setzt sich seit rund 25 Jahren aktiv für Kinder und Jugendliche während ihrer Behandlungszeit in der Klinik ein. Alle Infos und wie du Mitglied werden kannst, findest du unter https://www.lwl-uk-hamm.de/de/fuer-patienten-angehoerige/die-klinik/foerderverein/

Transkript anzeigen

00:00:02: Herzlich willkommen zum nächsten Deep Dive.

00:00:20: Der ist zu der Folge, in der wir uns über Medienbezogene Störungen unterhalten.

00:00:24: Ich bin Davina, ihr kennt mich schon aus der Folge.

00:00:27: Und bei mir ist heute Herr Dr.

00:00:28: Noack.

00:00:33: Herzlich willkommen.

00:00:34: Ja, vielen Dank.

00:00:35: Danke, dass ich dabei sein darf.

00:00:37: Sie arbeiten hier als Oberarzt bei uns in der Klinik und arbeiten unter anderem ganz viel mit Jugendlichen eigentlich, die unter Medienbezogenen Störungen oder ich bring es direkt mal rein, Medien-Sucht-Fragezeichen leiden.

00:00:50: Also, was ist eigentlich der Unterschied zwischen den Begriffen und worüber sprechen wir eigentlich überhaupt?

00:00:56: Ja, vielen Dank für die Einladung.

00:00:59: Wenn man den Begriff Medien-Sucht nimmt, dann ... muss man vielleicht ein bisschen kritisch sagen, dass Mediensucht erst mal kein spezifischer, genauer Begriff ist.

00:01:07: Denen wir gleichzeitig aber so häufig verwenden.

00:01:09: heutzutage und weil die Nutzung von Medien so selbstverständlich ist in unserem Alltag, nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, auch bei Erwachsenen, liegt vielleicht eine Gefahr drin, dass wir Menschen durch den Begriff Mediensucht sehr früh stigmatisieren, wenn der so oft und vielleicht auch so unscharf verwendet wird.

00:01:25: Es lohnt sich die verschiedenen Medien ihre positiven Seiten und unter Umständen auch nochmal genauer anzugucken.

00:01:31: Und da gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Nutzung von Computerspielen, zum Beispiel über soziale Netzwerken oder anderen Online-Aktivitäten.

00:01:40: Und deswegen ist man heutzutage eher dabei zu sagen, wir... beschreiben nicht das Medium, sondern die Nutzungsstörung einzeln.

00:01:47: Das heißt, wir haben eine Computerspielstörung, wir haben eine soziale Netzwerke, Nutzungsstörung oder eine Streamingstörung.

00:01:53: Manchmal sind die Begriffe ein bisschen sperrig, weil sie aus dem Amerikanischen kommen.

00:01:57: Da ist es Use, das Order.

00:02:00: Die Streaming, die sozialen Netzwerke und die Computerspielstörungen sind sicherlich die, die im Kindes- und Jugendalter am häufigsten vorkommen.

00:02:07: Okay, das heißt, wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, anders als bei einer Sucht, wo man vielleicht eher auch noch so auf diese körperliche Abhängigkeit sozusagen fokussieren würde, geht es eher darum zu beschreiben, stieg einfach eine Störung im Verhalten sozusagen vor und darin, wie man diese Medien so nutzt für sich.

00:02:24: Ja, das könnte man sagen und gleichzeitig sind aber gar nicht nur die Medien ausschlaggebend, sondern wir gehen davon aus, dass es auch immer darum geht, wer nutzt das Medium, wer nutzt das Handy und in welcher Situation, Lebenssituation steckt man, in welchen Umfeld steckt man.

00:02:39: Also in der In der Theorie würden wir sagen, es gibt eigentlich multifaktorielle Bedingungen.

00:02:46: Das heißt multifaktoriell von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig.

00:02:50: Und da ist es natürlich die Persönlichkeit oder die Person.

00:02:53: Habe ich eine Neigung zu digitalen Medien, habe ich eine Neigung zu Social Media, zu Computerspielen.

00:03:00: Dann aber auch, denke ich, dann auf jeden Fall auch die Umgebung des Faktoren.

00:03:04: Wir haben zum Beispiel die Corona-Pandemie, die müssen wir dann nennen.

00:03:06: Da haben viele Menschen, Kinder und Jugendliche, Unterwachsene auch sehr viel gespielt oder waren viel online.

00:03:14: Und der Unterschied ist, glaube ich, schaffe ich es trotz meiner Mediennutzung auch ein normales, gesundes, zufriedenes Leben zu führen, wo ich mit mir, aber auch andere mit mir zufrieden sind.

00:03:25: Und ich durfte ja die Folge mit Nick und Laura hören und bin da auch sehr dankbar drüber, weil ich schon sehr beeindruckt bin mit was für einer Klarheit und Offenheit und auch mit wie viel Mut sie auch über ihre persönlichen Eigenschaften gesprochen haben, die sicherlich auch dazu beigetragen haben, dass Nick und Laura da schon auch eine besondere Affinität oder Zuwendung zu ihren Medien gefunden haben.

00:03:47: Hm,

00:03:48: finde ich auch total.

00:03:49: Und ein Satz, der mir unter anderem so hängen geblieben ist, war Computer spielen oder spielen.

00:03:55: Ich weiß gar nicht mehr genau, was gesagt wurde, fühlt sich für mich an, als wenn ich in meiner eigenen Welt versenke, die ich kontrollieren kann.

00:04:02: Und ich hab mich so ein bisschen gefragt, ob das was ist, was sie nachvollziehen können, so aus ihrer Erfahrung auch in der Arbeit mit betroffenen Jugendlichen, ob ihnen das häufig begegnet.

00:04:13: Genau, was sie so darüber denken über diesen Satz.

00:04:16: Also ich finde das erstmal ein sehr ehrlichen Satz und ein sehr interessanten Satz, weil der sagt ja, ich bekomme da etwas oder ich bekomme da etwas zurück, was ich im realen Leben so nicht vorfinde oder nicht erreichen kann.

00:04:29: Und also es geht eigentlich wirklich und das erleben wir bei Mediennutzung und beim Computerspielen zum Beispiel, aber auch bei den sozialen Netzwerken geht es um... Geht es um Gefühle?

00:04:39: Geht es um... Ja, also sich entweder gute positive Gefühle zu holen oder aber auch sich von negativen Gefühlen ein Stück weit abzusondern.

00:04:48: Laura sagt das auch in ihrer Folge.

00:04:51: Sie sagt, ich konnte mich da in meine eigene Welt zurückziehen.

00:04:54: Ja, okay.

00:04:55: Also, dass es halt viel auch bei Betroffenen darum geht, sich sozusagen zu Flüchten in Anführungsstrichen aus dem... realen Leben irgendwie sich eine Parallelwelt aufzubauen.

00:05:07: Und das ist sicherlich sehr individuell verschiedene, aber sehr vielfältige Gründe eben auch dafür geben kann, dass man so viel Zeit mit und vor den Medien verbringt.

00:05:18: Und gleichzeitig, da würde ich gern einhaken, könnte Flüchten vielleicht auch ein bisschen zu negativ besetzt sein.

00:05:23: Also Flüchten würde ja heißen, man muss vor etwas weglaufen.

00:05:26: Laura, Nick können auch gut beschreiben, sie sind ja zu etwas hingekommen oder sie haben da etwas vorgefunden, was sie in der realen Welt irgendwie nichts für sich zu finden konnten.

00:05:35: Und das ist glaube ich auch wichtig zu anzuerkennen oder auch für unser Wachsende nochmal zu realisieren.

00:05:43: Hier ist eine Welt entstanden in der digitalen Welt, wo unsere Kinder und Jugendlichen sich sehr wohnen.

00:05:47: und aufgehoben fühlen.

00:05:49: Und da braucht es, glaube ich, einen gleichzeitig einen Ansatz zu schauen, was sind eigentlich die Faktoren, die positiv an diesen neuen und immer schneller werden in Entwicklung sind und was sind die Sachen, die vielleicht ja auch zurecht zu kritisieren sind.

00:06:03: Nick und Laura können das beschreiben, dass sie sich in ihren Medien eine Weile auch wirklich sehr auf... Und es gibt aus unserer Fachgesellschaft, aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie, gibt es ein Zitat, aus einer Stellungnahme, das finde ich da sehr geeignet, das sagt, aus entwicklungspsychologischer Sicht, also so wie Kinder und Jugendliche aufwachsen, hat sie in den letzten Jahrzehnten keinen im Ausmaß vergleichbaren, neu aufgetretenen Einflussfaktor gegeben, auf Kindheit und Jugendalter.

00:06:30: Das heißt, wenn wir uns das realisieren, was das bedeutet, dann gibt es eigentlich kaum was, was mehr Auswirkungen auf das Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen aktuell hat als die digitalen Medien.

00:06:41: Das finde ich schon sehr beachtlich.

00:06:43: Und ich finde, da können wir Erwachsene uns auch nicht verschließen.

00:06:46: Weil am Rande bemerkt, benutzen wir die ja auch die digitalen Medien.

00:06:50: Auf

00:06:50: jeden Fall.

00:06:51: Das heißt, dass es schon auch wichtig ist, dass wir Erwachsene verstehen.

00:06:58: Nicht nur was schwierig daran ist, dass Kinder und Jugendliche viel die Medien nutzen, sondern eben auch warum sie das tun und dass ihnen das auch ganz viel erst mal zurückgibt und dass es deshalb vielleicht gerade auch schwierig ist, für Kinder und Jugendliche daran was zu verändern, oder?

00:07:14: Genau und wenn Kinder und Jugendliche in unsere Klinik kommen, dann sind es häufig die Erwachsenen, die sie bringen.

00:07:20: Das ist bei uns eine Erstvorstellung in der Ambulanz ein häufiges Thema.

00:07:24: Ich versuche die Begrüßung so zu gestalten, dass ich höflich frage, wer hat denn welchen Wunsch von wem?

00:07:31: Also wer möchte hier etwas von wem und wo liegt denn die Motivation zur Veränderung?

00:07:36: Es sind ganz häufig die Kinder und Jugendlichen, die Das Gefühl haben sie müssen ihr Spiel auch erst mal verteidigen.

00:07:42: Sie müssen ihr Medium auch verteidigen, ihre soziale Netzwerke, die sie benutzen.

00:07:46: Und da lebe ich Kinder und Jugendliche oft in der Verteidigungsposition, die Eltern auf der anderen Seite auch in einer sehr belasteten Position.

00:07:53: Weil natürlich kommt man in eine Kinder und Jugendliche, weil ein Problem entstanden ist.

00:07:57: Und das ist häufig da, dass... über die Nutzung von digitalen Medien auch andere wichtige Sachen im Leben, Dinge im Leben wie Schule, Familien, Kontakte, andere Freizeitbeschäftigung auch vernachlässigt werden können.

00:08:10: Und da liegt sicherlich auch eine Gefahr drin.

00:08:12: Das hat Nick auch so schön beschrieben, finde ich.

00:08:14: Dass er gesagt hat, er hat sich irgendwie weniger mit seinen Freunden getroffen, wusste, dass das auch blöde oder schwierige Konsequenzen für ihn hatte und trotzdem vieles ihm schwer aufzuhören.

00:08:26: Jetzt würde mich natürlich interessieren.

00:08:28: Das klingt ja nach einer schwierigen Situation auch, wenn Jugendliche und Eltern dann so unterschiedliche Erwartungshaltung vielleicht zum Teil auch

00:08:36: haben.

00:08:37: Wie gehen Sie denn damit um?

00:08:39: Wie wird therapeutisch damit umgegangen, dass Jugendliche sich hier vorstellen oder eben auch vorgestellt werden, die medienbezogene Nutzungsstörung haben?

00:08:48: Wie wird das aufgelöst?

00:08:49: Was passiert dann?

00:08:51: Also wir versuchen den Zugang schon auch so, dass wir versuchen die Kinder und Jugendlichen da auch abzuholen, wo sie inhaltlich für sich vielleicht mit den Medien stehen, eine ganz gute... Möglichkeit ist, dass wir den gleichen Fragebogen den Kindern und Jugendlichen geben und dann schauen wir, wie wird dann die gleiche Situation unterschiedlich bewertet?

00:09:13: und das gibt manchmal eine Möglichkeit über diesen Fragebogen ins Gespräch zu kommen.

00:09:19: Wo sind denn die unterschiedlichen Standpunkte in der Familie?

00:09:22: Und dann ist es so, schafft man es und das ist glaube ich für Eltern manchmal schwer auszuhalten in den Gesprächen, dass wir die Jugendlichen, dass die Kinder und Jugendlichen nicht zu früh bewertet oder auch ihr Spielen oder auch ihrer Mediennutzung zu früh bewertet wird.

00:09:40: Wenn das gelingt und wenn man auch mit einem gewissen Portion Neugierde und ich bin immer sehr neugierig, weil ich da immer sehr viel dazu lernen kann und auch lernen muss bei den schnellen technischen Entwicklungen.

00:09:53: Wenn das gelingt, dann hat das was befreien, das für die Jugendlichen, weil sie ihr Spielen, ihre sozialen Netzwerke, nicht Nutzung, nicht erklären oder rechtfertigen müssen.

00:10:03: Sondern ich interessiere uns erstmal auch viel dafür, was hat euch eigentlich dazu gebracht, so wie Nick und Laura das in der letzten Folge besprochen haben.

00:10:11: Was hat euch dazu gebracht und was hat euch dazu geführt, dass ihr auch so dran geblieben seid.

00:10:17: Und wenn das erklärt werden kann durch die Kinder und Jugendlichen, dann gibt es manchmal auch, weil ein Problembewusstsein haben, auch die Kinder und Jugendlichen, die mitgekommen sind, häufig schon entwickelt.

00:10:27: Aber in den Streit- und Konfliktsituationen war es halt oft nicht besprechbar.

00:10:32: Gelingt dann eventuell auch die Möglichkeit auf die andere Seite der Medaille zu gucken.

00:10:36: Wo hat Deiner Spielen dazu geführt, dass Du vielleicht im realen Leben Nachteile in der Schule oder Konflikte in der Familie oder auch andere Aktivitäten und Hobbys vernachlässigt hast?

00:10:48: Ja.

00:10:49: Wenn Patienten bei uns in der Behandlung sind, dann versuche ich manchmal den Spruch, den es im Fußball gibt.

00:10:53: Für viele Menschen ist das so, dass von allen unwichtigen Dingen im Leben Fußball bei Weitnahme wichtigsten ist.

00:10:59: Und das versuche ich den Patienten auch so zu vermitteln.

00:11:01: Das Spielen darf auch für euch weiterhin wichtig sein.

00:11:05: Es muss nur in eine Kategorie rein, wo andere Sachen im Leben auch wichtig sein dürfen.

00:11:08: Und dazu gehört sicherlich beim Aufwachsen der Besuch von Schule, aber auch die gesunde Beziehung oder eine möglichst gute Beziehung zu seinen Eltern.

00:11:17: Und dass man auch andere Sachen macht, außer online zu gehen.

00:11:21: Ja.

00:11:21: Okay, also mal angenommen.

00:11:23: Jugendliche haben sich dafür entschieden, dass sie was verändern wollen, weil sie eben genau in diese ... Kategorie rutschen wollen, dass sie sagen, das Spielen soll für mich eine von vielen Sachen im Leben werden.

00:11:34: Was kann dann konkret helfen?

00:11:35: Was lernen die?

00:11:38: Also ich glaube, wichtig erstmal sich selbst einzugestehen, dass man da was verändern möchte.

00:11:45: Und dazu gehört sich und seinem Mediennutzungsverhalten auch zu beobachten.

00:11:51: Warum mache ich, warum nutze ich die Medien, wofür sind die wichtig?

00:11:56: Wir sprechen oft davon, dass es da auch um die Erfüllung von Grundbedürfnissen geht.

00:12:00: Nick und Laura haben das so authentisch gesagt, also dass sie da wirklich wichtige Bedürfnisse für sich in der Mediennutzung, in dem Gebrauch von Medien ist das Jump-and-Ranspiel oder die Bücher auch gefunden haben.

00:12:14: Da geht es gar nicht nur um digitale Medien, sondern wir können uns manchmal als Menschen und Kinder und Jugendchen können das noch besonders gut, wir können auch versinken.

00:12:21: parallel wird.

00:12:22: Und ja, also neben dem Beobachtung, was möchte ich eigentlich verändern, ist das nächste, glaube ich, auch ein Stück weit versuchen wir auch aufzuklären.

00:12:33: Das heißt, also wir nennen das Psychoeducation aufklären, wo denn eine gesunde Mediennutzung sich unterscheidet von einer pathologischen oder wir würden sagen gefährdenden Mediennutzung bis hin vielleicht zu einer Suchtentwicklung.

00:12:50: Da hilft es schon mal, dass der erste Schritt die Beobachtung des eigenen Verhaltens, der zweite Schritt ist sicherlich das Klüger werden, Klügerspielen, Klüger sein Handy benutzen und dann vielleicht auch sich dafür entscheiden, Pausen zu machen.

00:13:02: Und da ist der Kinder- und Jugendtheatrische vollstationäre Aufenthalt.

00:13:07: auch ganz geeignet für, weil wenn ich erst mal etwas nicht mache, ein Medium nicht mehr konsumieren, nicht mehr am Handy bin, dann fehlt mir oft was.

00:13:16: Und hier in der Klinik haben wir die Möglichkeit mit unseren multiprofessionellen Teams ganz viele verschiedene Sachen im Alltag auch einfach wieder aufzubauen, die man ja auch braucht, um die Löcher zu stopfen, die ein Medienkonsum, den ich jetzt nicht mehr mache, vielleicht ja aufgemacht hat.

00:13:34: Ja.

00:13:35: Okay, das heißt ganz viel auch über Neutagesstruktur, lernen, Zeiten anders zu gestalten, sich hier auch ausprobieren zu können, dabei begleitet zu werden und ganz viel aufgeklärt zu werden und das gilt sicherlich auch für Eltern.

00:13:49: Ja, und die mit einzubeziehen und die Veränderung nicht hier in der Klinik herzustellen, sondern auch nach Hause zu bringen, das ist immer eine große Herausforderung und ist auch mindestens genauso wichtig.

00:13:59: gemeinsam Ziele finden und dann auch vielleicht über das Klüger spielen und Klüger Medien nutzen, ein Stück weit auch in gewissen Situationen eine Kontrolle wieder über das Spielen zu bekommen.

00:14:11: Also wenn Spielen oder Mediennutzung in Zukunft, und das ist etwas, was man, glaube ich, besprechen muss, anders als bei klassischen Stoffgebunden in Süchten, kann man ja in Zukunft keine Medien mehr benutzen.

00:14:23: Die sind ja überall voran.

00:14:26: man davon einer Teilabstinenz spricht und das würde heißen, dass man sich wieder entscheidet, hier benutze ich dann das Handy, hier spiele ich, hier habe ich aber auch ganz bewusst Zeiten, in denen ich die digitalen Medien zur Seite lege, indem ich andere Sachen mache und diese Balance wiederzufinden.

00:14:43: Das ist eigentlich ein wichtiges Ziel, wo wir sowohl mit den Jugendlichen als auch mit den Familien oft auf einen guten gemeinsamen Nenner kommen können.

00:14:53: Wenn man das erreichen will.

00:14:55: dann braucht man natürlich aber auch wieder eine andere Beziehung zu anderen Menschen.

00:14:58: Also wenn Nick und Laura gesagt haben, sie hatten Schwierigkeiten in der Familie oder mit Freunden, dann hat denen beiden da was gefehlt.

00:15:05: Und das ist auch ein wichtiger Bestandteil der medienbezogenen Therapie, dass es gar nicht nur um die Medien geht, sondern dass es auch wieder um den besseren Kontakt, ja, also das bessere Zusammenleben mit der Umgebung.

00:15:19: Ja, also das ist auch eine wichtige Rolle spielt.

00:15:21: Also viel... ... im realen Leben eigentlich auch ... ... arbeiten und da auch noch mal anders ankommen vielleicht.

00:15:28: Ja, und auch wieder Spaß.

00:15:30: Ja.

00:15:31: Spaß und

00:15:31: Zufriedenheit

00:15:32: haben.

00:15:32: Und ich finde, Nico Lauer können das gut beschreiben.

00:15:35: Also ... ... an einem gewissen Punkt haben sie wieder auch Mut gefasst ... ... und haben die Erfolgserlebnisse, die sie vielleicht früher ... ... und die Zufriedenheit in den Spiel ... ... oder in der Fantasiewelt gefunden haben, ... ... auch wieder im realen Leben ... Ja, also wiedergefunden.

00:15:48: Das ist eigentlich schön, wie die Folge das so, wie die auf beide so erzählen.

00:15:51: Ja, das fand ich auch.

00:15:54: Vielen Dank, dass Sie da waren heute und uns noch mal ein bisschen was erzählt haben über das Thema.

00:15:59: Gerne.

00:16:00: Genau, und mehr spannende Themen hört ihr wie immer in den nächsten Folgen Seelensstruggle.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.